Eintracht Trier: Kampfspiel in Elversberg – Kohler muss passen! UPDATE

Von der Eintracht berichten
Andreas Maldener
(Text) und Anna Lena Bauer (Fotos)

Die Marschrichtung bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier ist klar und deutlich: Verteidigung der Tabellenführung. Seit drei Spieltagen belegt das Team von Trainer Roland Seitz nun schon den sprichwörtlichen Platz an der Sonne, und daran soll sich wenn möglich auch morgen nichts ändern. Nach dem souveränen 3:1-Heimsieg im Derby gegen den FC Homburg wartet am morgigen Samstag mit der SV 07 Elversberg der nächste saarländische Regionalliga-Vertreter auf die Eintracht aus Trier. Wenn um 14 Uhr an der Elversberger Kaiserlinde die Partie des Tabellenführers von der Mosel gegen den Tabellenelften von der Saar angepfiffen wird, geht es erneut um drei wichtige Punkte, um möglichst bis zur Winterpause im oberen Tabellendrittel verbleiben zu können.

Foto: Wird die Eintracht, so wie hier nach dem Sieg gegen den FC Homburg, auch in Elversberg wieder jubeln können?

Dabei ist das Spiel jedoch in keinster Weise nur für die Gäste von der Mosel von immenser Bedeutung. Auch für die SV Elversberg geht es um die Beendigung einer ausgewachsenen Krise.Denn ähnlich wie beim FC Homburg, wo nach der desolaten und disziplinlosen 1:3-Niederlage im Moselstadion am vergangenen Samstag Trainer Alfred Kaminski seinen Hut nehmen musste und durch den Zweitligaerfahrenen Christian Hock ersetzt wurden, gibt es auch an der Kaiserlinde in Elversberg einige Unstimmigkeiten.

Nach einem starken Saisonbeginn ließ die Mannschaft von Trainer Günter Erhardt immer weiter nach, aus den letzten sechs Partien konnte die SVE nur zwei Punkte auf der Habenseite verbuchen. Die vier Niederlagen fielen teils heftig aus, vor heimischen Publikum unterlag man der zweiten Mannschaft von Borussia Mönchengladbach 1:4, am darauffolgenden Spieltag war es die zweite Garde des FC Köln, die die Elversberger mit einer 0:7-Klatsche nach Hause schickte. Grund genug für Elversbergs Aufsichtsratsvorsitzenden und Geldgeber Frank Holzer (ursapharm), vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Eintracht Trier der Mannschaft einen Kabinenbesuch abzustatten. Auch deswegen rechnet Triers Trainer Roland Seitz mit einer hochmotivierten Mannschaft:“Es gibt bei Elversberg auch intern Probleme, wir werden deswegen sicherlich auf einen hochmotivierten Gegner treffen, der zum einen den Tabellenführer schlagen will, zum anderen seine eigene Situation verbessern will.“

Zwar wird eine Niederlage gegen Trier Günter Erhardt sicherlich nicht seine Trainerstelle kosten, doch allzu viele Niederlagen sollte sich der Saarländer zusammen mit seiner Mannschaft nicht mehr leisten. Schließlich schätze noch vor Saisonbeginn ein Gros der Trainer der Regionalliga West die SV Elversberg neben Preußen Münster und den Sportfreunden aus Lotte als einen der Topfavoriten auf die Meisterschaft ein. Mit Platz elf und ebenfalls elf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Eintracht Trier will sich in Elversberg keiner zufrieden geben, drei Punkte scheinen deswegen fast unausweichlich, will man bis zur Winterpause nicht im Mittelfeld der Regionalliga West versinken.

Eintracht-Trainer Seitz erwartet eine bis in die Haarspitzen motivierte Mannschaft, doch auch das Gegenteil, nämlich eine verunsicherte Elf, scheint durchaus möglich. Das bewies schon der FC Homburg bei seinem Gastspiel in Trier, eine solche Drucksituation, wie sie ähnlich derzeit auch in Elversberg vorherrscht, kann eine Mannschaft ebenso lähmen.

Foto: SVE-Trainer Roland Seitz rechnet morgen mit einer hochmotivierten Elversberger Mannschaft.

Ob hochmotivierte oder vom Druck gelähmte Elversberger, um drei Punkte einzufahren geht es der Eintracht aus Trier zuerst einmal um die eigene Leistung. Getreu dem alten Fußballersprichwort „Der Gegner ist nur so stark, wie man es selbst zulässt“, liegen die Prioritäten von Seitz auch auf seiner Mannschaft. Diese scheint vor dem Gastspiel in Elversberg erneut auf einer Position geschwächt zu werden. Nach dem Ausfällen von Olivier Mvondo (Muskelriss) und Tolgay Asma (Kreuzbandriss), die beide die rechte Offensivseite beackern, scheint es jetzt das defensive Mittelfeld, genauer den Bereich von Stefan Kohler, getroffen zu haben. Während der gestrigen Trainingseinheit klagte Kohler während einer Torschusseinheit über Probleme im Oberschenkel, brach die Trainingseinheit ab. Eine Untersuchung bei Vereinsarzt Dr. Peter Krapf am Nachmittag soll endgültig Klarheit bringen, ob der Defensivstratege spielen wird oder nicht. Coach Seitz will jedoch definitiv behutsam mit seinem Schützling umgehen:„Fakt ist, dass Stefan Kohler schon beim kleinsten Anzeichen einer Verletzung definitiv nicht spielen wird, weil wir auf einem schwer bespielbaren Boden keine größere Verletzung riskieren wollen.“

Kohler war bei seinen bisherigen Einsätzen im Trikot der Eintracht ein ums andere Mal ein großer Rückhalt der Defensive, schon früh unterband er die gegnerischen Angriffe und leitete Konter seiner Mannschaft ähnlich schnell ein. Sollte der „Mann fürs Grobe“ nun ausfallen, stehen Seitz mit Max Bachl-Staudinger und Thomas Riedl zwei Alternativen zur Verfügung. Wie sich der Trainer bei einem Ausfall Kohlers entscheiden wolle, ließ er aber derweil offen.

Die restlichen Positionen in der Startformation der Eintracht werden aber die selbigen sein wie beim 3:1-Heimsieg gegen den FC Homburg: André Poggenborg im Tor, die Vierer-Abwehrkette bestehend aus den Außenverteidigern Cataldo Cozza auf rechts sowie Thomas Drescher auf links, dazu Torge Hollmann und Kapitän Josef Cinar in der Mitte. Im rechten Mittelfeld darf Thomas Kempny nach seiner starken Leistung gegen Homburg unter Beweis stellen, wie konstant er ein solch hohes Niveau halten kann. Sein Pendant bildet erneut Alban Meha, den zentral offensiven Part spielt Pierro Saccone. Auch im Sturmzentrum Lukas Mössner/Thomas Kraus will Seitz keine Änderungen vornehmen. „Zwar hat Lukas Mössner nicht gut gespielt gegen Homburg, aber er stellt sich in den Dienst der Mannschaft.“ Gegen die Saarländer bereitete Mössner mit einem schönen Pass das 2:0 selbst vor, beim 3:1 von Alban Meha war es ebenfalls Mössner, der einen verlorenen Ball im Mittelfeld zurückeroberte.

Dass Nico Patschinski, der aktuell mit der Ersatzbank Vorlieb nehmen, mit dieser Situation nicht zufrieden sein kann, weiß auch sein Trainer:“Natürlich ist Patsche nicht zufrieden damit, aber er sagt selbst, dass er in den nächsten Wochen wieder eine Schippe drauflegen muss.“ Hoffnung macht der Trainer neben Patschinski auch den übrigen Ergänzungsspielern:“In einem kleinen Kader wie unserem brauchen wir jeden Spieler, und deswegen wird auch Patsche wieder die Einsatzzeiten bekommen, die er verdient hat.“

Bis auf die offene Position im defensiven Mittelfeld steht der Kader also, der morgen in Elversberg gegen eine mit guten Einzelspielern besetzte Mannschaft antreten muss. “Elversberg ist eine sehr robuste Mannschaft, die einige sehr große und kampfstarke Spieler in der Mannschaft haben“, so Seitz, der auch von seiner Mannschaft nicht nur spielerische Höchstleistungen erwartet:“Die Aufgabe in Elversberg werden wir deswegen nicht nur spielerisch lösen können, sondern wir müssen auch kämpferisch dagegenhalten.“

Auf alle Fälle wird es in Elversberg ein Wiedersehen mit Spielern aus der älteren und jüngeren Eintracht-Vergangenheit geben: Einer davon ist Zouhair Bouadoud, der nach der Saison 2006/2007 über Mainz 05, den VfR Aalen und Wormatia Worms den Weg nach Elversberg fand, wo er nun für Tore sorgen soll. Die anderen beiden Ex-Eintrachtler stammen aus der vergangenen Saison: Wilko Risser und Nicolas Fernandes. Während Fernandes nur bei der Pokalpleite gegen Nürnberg sowie bei zwei Regionalligapartien zu Kurzeinsätzen kam, durfte Wilko Risser bereits acht Mal im Trikot der Elversberger auflaufen.

Spiel derzeit nicht von Absage bedroht

Nach den sintflutartigen Regenfällen der vergangenen Tage wurde bereits über eine mögliche Absage des Spiels diskutiert. Auf Anfrage von 5vier.de ließ Wolfgang Marx, Geschäftsführer der SV Elversberg, jedoch verlauten, dass die Partie am morgigen Samstag derzeit auf keinen Fall von einer Absage bedroht sei.

UPDATE:

Nach gestrigen Untersuchungen von Vereinsarzt Dr. Peter Krapf hat sich Stefan Kohler am Donnerstag im Training einen schweren Muskelfaserriss zugezogen. Er muss somit mindestens für die nächsten zwei Spiele aussetzen. Mit ein wenig Glück wird er aber zum Auswärtsspiel in Köln wieder mit am Start sein!

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Kommentare (3)

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  1. Kohler-Fan sagt:

    Mist der Kohler ist verletzt! Finde den enorm wichtig für die Mannschaft!! Sehe ihn immer noch vor mir, wie er dem Senesie beim letzten Spiel elegant den Ball vom Fuß genommen hat. Hoffentlich wird der schnell wieder fit. Aber Max B.Sch. oder auch der Riedl können ihn vielleicht ersetzen. Tippe mal 1. Halbzeit Riedl und dann Max. Hoffentlich findet das Spiel statt, im Moment ist ja ein Sauwetter!!

  2. dreschi 2010 sagt:

    wir fahren moin nach elversberg und holen den 3er….
    so wirds sein und nit anders..
    alles für trier für blau schwarz weiß

  3. trierer sagt:

    Das wäre aber blöd, wenn Kohler ausfallen würde. der ist schon ziemlich gut. Aber die Ersatzleute sind sicher auch gut. Egal wer spielt, es muss morgen ein Sieg her!

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