SVE: 90 Minuten Unterzahl sind zuviel – 0:2-Niederlage – Fotos/Video

Am achten Spieltag der Regionalliga West setzte es für Eintracht Trier die dritte Niederlage – diesmal auswärts beim Aufstiegsfavoriten Sportfreunde Lotte. Die Mannschaft von Roland Seitz unterlag letztlich verdient mit 0:2 (0:1), nachdem sie nach einem Platzverweis für Torhüter Andreas Lengsfeld unmittelbar nach dem Anstoß der Partie fast über die komplette Spielzeit in Unterzahl spielen musste. Die Tore für die Gastgeber erzielten Simon Engelmann (15., aus abseitsverdächtiger Position) sowie Josef Cinar per Eigentor (78.).

Foto: Leider keine Punkte bei seinem Regionalliga-Debüt: SVE-Neuzugang Thomas Riedl konnte die Niederlage seiner Mannschaft heute auch nicht verhindern.

Einen gebrauchten Tag hatte die Eintracht in Lotte erwischt: keine Punkte, keine Tore, ein (vermeintliches) Abseitstor kassiert, ein Eigentor selbst geschossen und Torwart Lengsfeld nach zwei Minuten durch Platzverweis verloren. Man könnte auch sagen: „Außer Spesen nichts gewesen“.

Der SVE ging auf einigen Positionen verändert in die Partie: im zentralen Mittelfeld zogen Bachl-Staudinger und Riedl erstmals von Anfang an die Fäden und im Sturm durfte Mössner für Patschinski spielen. Die Chronologie der Ereignisse des Spiels ist im Grunde schnell erzählt, denn viele Höhepunkte hatte die Partie zwischen den Sportfreunden Lotte und Trier auf sehr tiefem Geläuf nicht. Gleich zu Beginn ereignete sich bereits die Schlüsselszene der Partie: Nach einem Missverständnis der Marke „nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ zwischen Torge Hollmann und Andreas Lengsfeld kommt der Lotter Stürmer Simon Engelmann an den Ball und der SVE-Torhüter kann ihn nur mit einem Foul bremsen – rote Karte für Lengsfeld bereits nach zwei Minuten. Der folgende Freistoß brachte den Gastgebern jedoch nichts ein. Das Eintracht-Tor hütete da schon der Ex-Lotter André Poggenborg, der für Thomas Kraus eingewechselt worden war.

Trier versuchte in der Folge das 0:0 zu halten, der von Beginn an aufgebotene Lukas Mössner war vorne fortan auf sich allein gestellt. Nach 15 Minuten war diese Taktik jedoch nur noch Makulatur: Engelmann taucht aus höchst abseitsverdächtiger Position alleine vor Poggenborg auf – er hat keine Mühe den Torwart zu umspielen und schiebt zum 1:0 ein. Der Schock saß erst einmal tief bei Trier. Lotte hingegen ließ in der Folgezeit jegliche Konsequenz im Spielaufbau vermissen und so passierte bis zur 34. Minute nichts mehr. Dann hat Lotte aus dem Nichts die Chance, die Führung auszubauen, doch der abgefälschte Schuss von Schneider klatschte nur an den Pfosten – Glück für den SVE. So wurden beim Stand von 1:0 für die Sportfreunde die Seiten gewechselt.

Wer nun gedacht hatte, es sollte sich nach der Pause ein interessanteres Spiel entwickeln, der sah sich getäuscht. Eintracht Trier konnte sich auf dem tiefen Boden in Unterzahl einfach nicht entscheidend in Szene setzen, man merkte den Spielern den Kräfteverschleiß der englischen Woche und die Laufarbeit der ersten Hälfte deutlich an. Lotte tat sich allerdings auch schwer – durchdachte Spielzüge waren Mangelware, die Fehlpässe häuften sich. Als sich Trier dann anschickte, doch noch so etwas wie eine Schlussoffensive einzuläuten fiel die Entscheidung. Der eingewechselte Ercan Aydogmus drosch einen wohl als Flanke gedachten Ball aus halblinker Position flach in den Strafraum und Josef Cinar fälschte die Kugel unhaltbar für Poggenborg zum 0:2 ins eigene Netz ab (74.). Danach war die Partie endgültig gelaufen und nach 90 niveauarmen Minuten pfiff Schiedsrichter Heitmann das Spiel ab.

Foto: Die mitgereisten Fans des SVE konnten heute leider nicht mit ihrer Mannschaft feiern.

Die Sportfreunde Lotte fahren am Ende verdient die drei Punkte ein. Natürlich spielte der Spielverlauf den Gastgebern in die Karten, dennoch konnte Trier zu keinem Zeitpunkt an die in den letzten Wochen gezeigten guten Leistungen anknüpfen. Demnach war die Stimmung bei Eintracht-Trainer Seitz auch nach dem Schlusspfiff getrübt: „Das Spiel begann schon schlimm für uns mit dem Platzverweis, danach war es auf dem tiefen Boden sehr schwer für uns. Das 0:1 sah stark nach Abseits aus, aber immerhin haben wir dann den knappen Rückstand bis kurz vor Schluss gehalten. Mit dem 0:2 war dann natürlich die Partie gelaufen.“ Lottes Trainer Maik Walpurgis hingegen war mit dem Spiel hochzufrieden: „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, wir haben heute ein prima Spiel gemacht und verdient gewonnen.“

Auch im dritten Anlauf gibt es also in Lotte für die Eintracht aus Trier nichts zu holen. In der Tabelle rutscht der SVE auf den siebten Platz ab. Allerdings beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze immerhin schon acht Punkte. Am kommenden Freitag ist Tabellenführer Schalke 04 II zu Gast im Moselstadion. Hier kann das Team von Trainer Roland Seitz zeigen, dass das Spiel in Lotte ein Ausrutscher war. Anstoss der Partie ist um 19.00 Uhr im Moselstadion.

Statistik:

Sportfreunde Lotte: Görrissen – Kunert, Czyszczon, Wiwerink, Oscislawski – Liesenfeld (78. Arend), Gataric, Wingerter, Schneider (70. Aydogmus) – Stachnik (87. Neubauer), Engelmann

Eintracht Trier: Lengsfeld – Cozza, Cinar, Hollmann, Drescher – Mvondo (81. Kempny), Riedl (77. Kohler), Bachl-Studinger, Meha – Mössner, Kraus (4. Poggenborg)

Tore: 1:0 Engelmann (15.), 2:0 Cinar (74., Eigentor)

Schiedsrichter: Lars Heitmann (Diepholz)

Zuschauer: 964

Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Triers Torwart Lengsfeld (2.)

Weitere Bilder (klicken für groß):

Fotos: Anna Lena Bauer

Stimmen zum Spiel

Trainer Roland Seitz, Kapitän Josef Cinar und Neuzugang Thomas Riedl im Interview.

Stichworte:

Kommentare (7)

Antworten | Trackback URL | RSS

  1. dreschi 2010 sagt:

    klar am freitag ist wieder ein neues spiel….ich hoffe die spieler haben sich gut erholt….wir werden sehen…so viel pech wie in lotte …dat reicht für die ganze saison….

  2. Trierfan sagt:

    oh Man, dat gibt et doch nit! Mehr Pech in einem Spiel wie in allen anderen Spielen! Aber der Trainer kann nichts dafür. der ist sehr gut! Weiter Eintracht und Sieg gegen Schalke!

  3. frank sagt:

    Jetzt auf dem Seitz rumzuhacken finde ich nicht in Ordnung. Vor ein paar Wochen war die Eintracht ein Oberligist ohne Chancen und jetzt kann man sich die Mannschaft wieder gut ansehen. Wenn man das alles so liest war das heute doch nur Pech.

  4. Muuselindianer sagt:

    Schade, wäre super gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Aber scheint ja schon viel Pech dabei gewesen zu sein. Aber die Aufstellung von Seitz hab ich nicht verstanden. Ich glaube der Trainer hat hier leider zum ersten Mal ein wenig daneben gegriffen. Vielleicht hätten wir sonst eher ne Chance gehabt. Jetzt muss am Freitag gewonnen werden!!!

  5. Siggi sagt:

    Naja, die Jungs haben heute im Prinzip ne Menge Pech gehabt. Die frühe rote Karte, ein Abseitstor und dann noch das Eigentor. Sie waren heute irgendwie alle körperlich nicht so richtig fit…wenn es normal gelaufen wäre, dann wäre das heute ein langweiliges 0:0 geworden…so haben wir uns die Dinger halt fast selbst rein gelegt! Aber ich finde man sollte jetzt nach vorne schauen. Wir hatten Glück, dass die anderen mehr oder weniger für uns gespielt haben…am Freitag sehen wir dann wo wir wirklich stehen!!!

  6. steff. sagt:

    @sievo: ich finde es immer wieder erstaunlich, dass gegner von uns, gegen die wir (verdient) verlieren als „sehr schwach“ bezeichnet werden……!
    hast du schon mal auf diesem niveau gespielt????
    in dieser liga kann jeder jeden schlagen, wie wir jede woche sehen, und wir haben bisher gegen die 3 topfavoriten w´tal, münster und lotte verloren, aber die sind ja alle grottenschlecht!!!!! wir sind unter seitz binnen kürzester zeit von einem chancenlosen absteiger zu einem ernstzunehmenden verfolgerteam geworden, wem das zu wenig ist, der braucht wirklich nicht nach lotte zu fahren…..

  7. Sievo sagt:

    Diese Resignationshandlung von Seitz, seinen lauf- und kampfstärksten Spieler Kraus nach der Roten Karte für Lengsfeld schon in der 2. Minute auszuwechseln, war alles andere als eine taktische Meisterleistung.

    Denn auch zu zehnt gegen 11 sehr schwache Lotter Spieler wäre diesmal sogar ein Sieg möglich gewesen.

    Auch wenn er ihn nur wegen seiner in der Presse geschriebenen leichten Oberschenkelprobleme schonen wollte, so hätte er ruhig mal abwarten können, wie sich das Spiel entwickelt und ggf. dann später herausnehmen können. Wir haben ja gesehen, dass Kraus in jedem Spiel für zwei läuft.

    Man darf nicht schon von vornherein die Flinte ins Korn werfen. Diesmal habe ich bereut, dass ich nach Lotte gefahren bin. Ich hätte mir etwas mehr Mut von unserem Trainer gewünscht.

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln