„Zum Gaukeln ist nicht der richtige Zeitpunkt“

Von Christopher und Florian Schlecht

Mit einem Heimsieg gegen die SV Elversberg will Fußball-Regionalligist Eintracht Trier wieder in ruhiges Fahrwasser kommen. Der Einsatz von Fouad Brighache ist gefährdet. Anpfiff ist am Freitag um 19 Uhr.

„Wir müssen Fußball mit Herz spielen“, fordert Torge Hollmann. Foto: Anna Lena Grasmück

Wenn es nach den Eindrücken der Trainingswoche geht, rechnet Roland Seitz fest damit, nach drei sieglosen Spielen wieder einen Erfolg mit Eintracht Trier feiern zu können. „Ich habe eine Mannschaft erlebt, die Gas gibt und die den Fans zeigen will, dass sie wieder in die Spur kommt“, sagte der Trainer des Fußball-Regionalligisten vor dem Heimspiel gegen die SV Elversberg (Freitag, 19 Uhr). Das wäre auch dringend nötig nach den enttäuschenden Auftritten bei Waldhof Mannheim (1:3) und daheim gegen die TuS Koblenz (0:1). Eine Trainingseinheit mehr stand in dieser Woche auf dem Programm, die für taktische Spielformen genutzt wurde.

„Jeder weiß, wie die Situation ist“, nimmt Seitz die Spieler in die Pflicht. „Zum Gaukeln ist es nicht der richtige Zeitpunkt.“ Und auch der Fußballlehrer wirkte engagiert im Abschlusstraining am Donnerstag. Allerdings konnte ihm nicht alles gefallen, was er beim 0:0 zwischen dem A-Team und dem B-Team sah. Im strömenden Regen begab er sich mit Co-Trainer Rudi Thömmes auf die Tribüne des Moselstadions, brüllte laut seine Anweisungen auf das Feld, forderte mehr Kommunikation ein, kletterte die Stufen nach unten, um seine Vorstellungen auf dem Rasen klar gestikulierend zu erläutern. Die Abläufe im Abwehrverbund, das Umschalten, die Abstimmung im Passspiel – 27 Stunden vor dem Ernstfall steckte der Mannschaft noch spürbar die Verunsicherung in den Knochen.

„Ich habe keine Angst davor, mich zu stellen“

Für den Oberpfälzer war es eine anstrengende Woche. Am Dienstag nutzte er einen Fanabend, um sich zu kritischen Fragen zu positionieren. Sein Bestreben war es, Ruhe zu verkörpern. Nach der Derbypleite rüttelten einige Fans wütend an den Zäunen, es gab böse Worte in Richtung der Fußballer. „Die Mannschaft ist neu, kostet weniger, die Liga ist nicht zu unterschätzen“, waren die Argumente, die Seitz vorbrachte, um mehr Geduld für die Arbeit einzufordern. „Die Anhänger wünschen sich natürlich, dass wir hochgehen. Auf der anderen Seite müssen wir mit Etatkürzungen leben. Den Mittelweg dazwischen zu finden, ist nicht leicht.“ Dennoch war Seitz froh über den Austausch in den Räumlichkeiten des Fanprojekts. „Ich habe keine Angst davor, mich zu stellen. Wir haben sachlich vernünftig diskutiert.“

Der Trainer verdeutlichte aber auch, dass die zuletzt gezeigten Leistungen nicht den Ansprüchen entsprechen. Was er personell für Konsequenzen daraus ziehen möchte, ließ er offen. Ein Wechsel im Tor von Andreas Lengsfeld zu Stephan Loboué? Seine knappe Reaktion: „Am Freitag finden Sie die Antwort auf dem Spielberichtsbogen.“ Beim Abschlusstraining wurde Lengsfeld in der A-Elf aufgeboten, die im 4-1-4-1-System formiert war. Für das Elversberg-Spiel würde das bedeuten, dass Markus Fuchs nach einem enttäuschenden Auftritt gegen Koblenz auf der Bank Platz nimmt. Fahrudin Kuduzovic, im Derby engagiert nach seiner Einwechslung, könnte auf die linke Außenbahn rücken. Maximilian Watzka ist ein Kandidat für den Posten neben Alon Abelski im offensiven Mittelfeld.

Torjäger-Duell zwischen Pagenburg und Krasniqi

Chhunly Pagenburg will wieder knipsen. Foto: SCT

Fraglich ist, ob neben den verletzten Christoph Anton und Baldo di Gregorio auch Fouad Brighache ausfällt. Der Kapitän plagt sich mit einer Wadenverletzung und pausierte beim Training. Doch auch Elversberg kommt mit einem kleinen Rucksack nach Trier. Die Saarländer haben ebenfalls drei Partien am Stück nicht gewonnen, belegen aber immerhin den dritten Platz in der Regionalliga Südwest. Besonders auf Abedin Krasniqi ist Verlass. Der Angreifer führt mit neun Treffern die Torschützenliste an und misst sich am Freitag im Torjäger-Duell mit Chhunly Pagenburg, der ein Tor weniger erzielt hat. Nicht mehr lange, wie der seit drei Spielen glücklose Stürmer beim Fanabend am Dienstag vollmundig versprach: „Gegen Elversberg schieße ich mein neuntes Tor. Vielleicht auch das zehnte.“ Es wäre wichtig, um die Trainer-Forderung zu erfüllen. „Wir müssen den Bock wieder umstoßen.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Pech mit dem Wetter – Am Donnerstag versammelten sich Trainer Seitz, die Mannschaft und Betreuer von Eintracht Trier auf dem Kornmarkt, um für das Heimspiel gegen die SV Elversberg (Freitag, 19 Uhr) zu werben. Dafür wurden als Attraktionen ein Glücksrad und eine Torwand aufgestellt, bei der man die Regionalliga-Profis herausfordern konnte.  Außerdem wurden zahlreiche Fanartikel und Autogrammkarten verschenkt. Die interessierten Passanten bekamen Gutscheine für das Südwestderby und konnten Fotos mit den Spielern machen. Allerdings war das Wetter nicht auf der Seite der Eintracht. Es regnete zu stark, um viele Fußgänger zum Stand zu locken. „Schade“, fand Torge Hollmann, für den die Aktion sinnvoll war, „um für Unterstützung zu werben und neue Fürsprecher zu gewinnen“ .

Jugendspieler und U23-Akteure füllten Kader auf – Beim Abschlusstraining der Regionalliga-Garnitur halfen einige Spieler aus der U23 und U19 aus – so wie Kevin Heinz, David Thieser, Rene Mohsmann und Robin Garnier.

Tickets für Elversberg-Spiel – Wer Glück hat, kann noch VIP-, Sitz- oder Stehplatzkarten für das Heimspiel gegen Elversberg ergattern. Hier geht es zum 5vier-Gewinnspiel.

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