Eintracht Trier: Zwei Hiobsbotschaften erzwingen Wechsel – Vorbericht

Zwei Hiobsbotschaften innerhalb einer Woche. Bei Fußball-Regionalligist Eintracht Trier geht am Freitag eine Trainingswoche zu Ende, die sowohl die Spieler als auch das Trainergespann schnellstmöglich abhaken und hinter sich lassen wollen, um positiv in Richtung Kölner Südstadion zu reisen, wo das Team am morgigen Samstag um 14 Uhr auf die zweite Mannschaft von Bayer Leverkusen trifft.

Foto: Lukas Mössner bei einem seiner bisherigen Kurzeinsätze in Lotte. Gegen Leverkusen II scheint seine Stunde geschlagen zu haben, er wird wohl von Beginn an ran dürfen.

Bereits am Montag vermeldete der Verein, dass Olivier Mvondo sich beim 2:0-Heimsieg gegen Wiedenbrück einen Muskelriss im rechten Oberschenkel zugezogen hat und der Mannschaft von Trainer Roland Seitz vier bis sechs Wochen fehlen wird. Gestern dann der zweite Schreckmoment, der den Ausfall Mvondos in seiner Intensität noch einmal „toppen“ konnte. Tolgay Asma, der sich erst jüngst von einer Wadenverletzung erholt hatte, fällt mit einem Kreuzbandriss vermutlich bis zum Saisonende aus. Nach dem Ausfall von Mvondo, der bisher die rechte Seite beackern durfte, schien sogar ein Einsatz des in Deutschland geborenen Türken durchaus möglich. Doch dann das: In der Trainingseinheit am Mittwoch geraten Thomas Riedl und Tolgay Asma in einem Zweikampf unglücklich aneinander, Riedl wird von hinten gestoßen, fällt auf das Knie des 23-jährigen Asma. Eine Kernspintomographie bestätigt die Diagnose von Vereinsarzt Dr. Peter Krapf: Kreuzbandriss.

„Bitter sind die Verletzungen für beide. Bei Mvondo hoffen wir natürlich, dass er schnellstmöglich zurückkommt, was wahrscheinlich im Jahr 2010 auch eng werden wird. Bei Tolgay Asma ist ein Einsatz in dieser Saison wohl nicht mehr der Fall. Für ihn ist es sehr bitter, weil er auf einem guten Weg war“, äußerst sich Roland Seitz zu den beiden Hiobsbotschaften dieser Woche, die auch am Trainer nicht ohne Rückstände vorbeigegangen sind. Zwar tritt Seitz wie gewohnt offen und selbstbewusst auf, doch sie Sorgenfalten auf seiner Stirn zeichnen sich deutlich ab, sobald er auf die beiden Ausfälle zu Sprechen kommt:“Das ist natürlich ohne Frage ein großer Rückschlag für uns, weil der Kader sowieso nicht so breit ist, wie man es sich als Trainer wünscht.“ Seitz hadert auch mit dem Schicksal, dass seiner Mannschaft in dieser Saison bisher nur langwierige Verletzungen bescherte:“Komisch ist, dass wir keine Sprunggelenksverletzungen, Zerrungen oder ähnliches haben, wo ein Spieler nur zehn Tage ausfällt. Die Verletzungen, die wir haben, sind hingegen Paukenschläge, die man nicht so schnell wegsteckt.“

Denn neben Asma und Mvondo hat Seitz mit Tim Eckstein, Michael Dingels und Johannes Kühne drei weitere Langzeitverletzte, die ihm in der aktuell schwierigen Personallage fehlen. „Dingels, Eckstein und Kühne befinden sich alle auf dem Weg der Besserung, aber es ist keiner soweit, dass er ins Mannschaftstraining einsteigen kann“, so Seitz. Doch auch nachdem die Verletzungen verheilt sind, rechnet der Trainer damit, noch längere Zeit nicht auf Eckstein, Dingels und Kühne zurückgreifen zu können. Für alle drei wird der Weg aber zuerst einmal in Richtung zweite Mannschaft gehen. Seitz will ihnen dort die Möglichkeit geben, Spielpraxis zu sammeln und den Anschluss an die erste Garde wieder zu finden.

Die jüngsten Neuzugänge im SVE-Lazarett sind auch Anlass dazu, dass Roland Seitz gegen seinen Willen seine bisher so erfolgreiche Startelf umfunktionieren muss. Zumindest um seine Defensive braucht sich der Trainer dabei keine Sorgen zu machen. Im Tor steht weiterhin André Poggenborg, vor ihm die Viererkette mit Cataldo Cozza, Thomas Drescher, sowie den Innenverteidigern Torge Hollmann und Kapitän Josef Cinar. Vor der Abwehr wird Stefan Kohler im defensiven Mittelfeld spielen, den offensiveren Part übernimmt Pierro Saccone. Auch Alban Meha wird weiterhin auf der linken Außenbahn ran dürfen. Doch wer beerbt Olivier Mvondo auf der rechten Seite im Mittelfeld? Denn die Besetzung dieser Position wird auch direkten Einfluss auf das bisherige Sturmduo Thomas Kraus/Nico Patschinski haben. Festlegen wollte sich Roland Seitz zwar noch nicht, doch alles läuft darauf hinaus, dass Lukas Mössner zu seinem ersten Einsatz von Beginn an kommen wird. „Man muss fairerweise sagen, dass Lukas Mössner es jetzt auch verdient hätte, er hat der Mannschaft in vielen Kurzeinsätzen sehr geholfen und wichtige Akzente gesetzt“, lobt Seitz seinen Schützling. Ein Einsatz des Österreichers würde bedeuten, dass Thomas Kraus die offene Position auf der rechten Seite übernehmen wird. Die Position, für die er ursprünglich auch an die Mosel geholt worden war.

Foto: Wird gegen Leverkusen II aller Vorraussicht nach auf der rechten Außenbahn für Wirbel sorgen: Thomas Kraus, der bisherige Sturmpartner von Nico Patschinski.

Thomas Kempny, der ebenfalls als ein würdiger Ersatz von Olivier Mvondo gehandelt wurde, erhält zwar ebenfalls Lob von Trainer Seitz für seine bisherigen Kurzeinsätze. Doch Kempny auf der rechten Außenbahn würde eine defensivere Grundausrichtung zur Folge haben, die Seitz, so scheint es, nicht spielen lassen will. Der offensivere, bisher so erfolgreiche Stil, soll auch gegen die zweite Mannschaft der Werkself aus Leverkusen beibehalten werden. Und das macht einen Einsatz Lukas Mössners von Beginn an beinahe unumgänglich, denn neben Thomas Kraus hat Roland Seitz keine Alternative auf der rechten Außebahn. Denn sowohl Max Bachl-Staudinger als auch Thomas Riedl sind Kandidaten für das zentrale Mittefeld.

Und trotz der bitteren Neuigkeiten während der Woche gibt sich Roland Seitz optimistisch:“Nichtsdestotrotz wollen wir die gute Position verteidigen und schnellstmöglich den nächsten Dreier aus Leverkusen mitnehmen.“ Zumindest eine Statistik steht auf Seiten der Kicker von der Mosel: Sieben Mal spielte die Eintracht in dieser Saison gegen eine zweite Mannschaft, ging dabei sechs Mal als Sieger vom Feld. Lediglich gegen Mainz 05 II musste die Eintracht ein 2:2-Unentschieden hinnehmen. Dass Trier bisher gegen Leverkusen II nicht unbedingt erfolgreich war, ist für den Trainer mehr Motivation als Einschüchterung:“Es gab bisher erst einen Sieg gegen Bayer II, auch deswegen wird es Zeit, diese Statistik zu verbessern.“

Eintracht Trier fährt also mit großen Personalsorgen, aber mit ebenso großem Selbstbewusstsein nach Köln, um im Südstadion gegen Bayer Leverkusen II die Tabellenspitze zu verteidigen. Ob und wie gut die Mannschaft dabei die Verletzungen von Tolgay Asma und Olivier Mvondo wegstecken kann, bleibt dabei abzuwarten.

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Kommentare (1)

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  1. MarkusEMH sagt:

    Kleine Korrektur: In der ersten Regionalliga-Saison hat es im Heimspiel gegen Leverkusen II einen 1:0-Sieg gegeben (Torschütze damals Tim Eckstein).

    Also sieglos ist Trier nicht gegen Leverkusen II.

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