Elephant Parade: Valentin – Ein Elefant hat Schmetterlinge im Bauch

Das Elephant Parade-Mitglied wurde liebevoll im „Molatelier“ des luxemburgischen Institut St. Joseph von Künstlern mit einer geistigen Behinderung gestaltet.

„Es war einmal ein Elephant, der wurde Valentin genannt.
Nach langer Reise kam er an, ganz weiß, kein Kleckschen Farbe dran.“

Das sind die ersten Zeilen eines Gedichtes, das die Leiterinnen des „Molatelier“ in der Behinderteneinrichtung St. Joseph in Luxemburg-Betzdorf extra für ihren Dickhäuter geschrieben haben. Denn seit Valentin im Malatelier ankam, sind alle komplett von ihm begeistert und beseelt. Und als Valentin nach zwei Wochen Arbeit das „Molatelier“ bunt bemalt und voller Schmetterlinge wieder verließ und mit einer großen Party verabschiedet wurde, flossen durchaus ein paar Tränen. „Er ist so süß und so lieb! Er hat uns allen viel Kraft gegeben“, sagt Sylvie Flammang, 55-jährige „Molatelier“-Teilnehmerin. Wenn sie von Valentin spricht, strahlt die herzliche Frau über das ganze Gesicht.

Das „Molatelier“ ist eine von vielen kreativen Angeboten im Institut St. Joseph in Betzdorf. Menschen mit einer geistigen oder mehrfach Behinderung, können dort mehrmals die Woche unter Anleitung künstlerisch tätig werden. Es gibt immer wieder Ausstellungen und besondere Themen. „Doch so ein Projekt wie das mit dem Elefanten ist für uns alle natürlich etwas ganz außergewöhnliches und bringt unseren normalen Ablauf ganz schön durcheinander“, erzählt Aline Schmitt, Leiterin des „Service Ateliers Thérapeutiques“. Rückblickend sei Valentins Besuch aber ein wunderschönes und inspirierendes Erlebnis für alle Betroffenen gewesen, ob Atelierleiterinnen oder Teilnehmer.

Zwei Wochen lang haben die Leiterinnen des Malateliers, Daniela Gelz und Linda Scholtes, zusammen mit elf Molatelier-Teilnehmern ganz verschiedenen Alters an dem Elefanten gearbeitet. So auch Maisy Millim, 59 Jahre alt. Die Frau mit dem welligen, halblangen Haar und dem freundlichen Lächeln guckt ganz verträumt, wenn sie von Valentin spricht. „Besonders lustig war, dass wir Valentin am Ende einen Koffer mitgegeben haben. Das muss man ja auf einer Reise haben.“ Und Maisy Millim fügt kichernd hinzu: „In dem Koffer waren lauter Dinge, die man braucht. Eine Zahnbürste, ein paar Strümpfe und eine Unterhose.“ Zwar nicht wirklich groß genug für den lebensgroßen Baby-Elefanten, aber der Gedanke zählt.

„Schmetterlinge im Bauch“

Valentin macht seinem Namen alle Ehre. Er steckt voller Liebe, und das nicht nur, weil alle Beteiligten mit Herzblut an ihm gearbeitet haben. Denn er hat „Schmetterlinge im Bauch“, in doppelter Hinsicht. Sein Bauch wurde zum einen außen mit Schmetterlingen geschmückt. Die Schmetterlinge wurden von den Künstlern mit Aquarellstiften gemalt, auf ein besonderes Papier kopiert und von dem Papier mit Hilfe eines Föhns mit einer neuartigen Transfer-Technik auf den Elefanten aufgebracht. Und auf seinem Rücken gibt es zum anderen einen Schlitz, in den die Menschen Liebesbotschaften auf Papierzetteln in Schmetterlingsform einwerfen können. Diese Botschaften und Wünsche bleiben dann für alle Zeiten in Valentins Glasfaser-Körper verborgen, denn eine Möglichkeit, sie wieder herauszuholen, gibt es nicht. „Das bleibt alles Valentins Privatsache, der passt auf die Botschaften auf“, sagt Künstlerin Sylvie Flammang lachend.

Somit wird Valentin bestimmt eine beliebte Attraktion, wenn er nach der Elephant Parade vor dem Schmetterlingsgarten in Grevenmacher stehen wird. Die Gemeinde Grevenmacher ist denn auch stolz auf Valentin. Schöffin Monique Hermes meint: „Für Grevenmacher ist es eine große Ehre, Teil der Elephant Parade zu sein; vor allem aber ein Zeichen der Solidarität mit Yolande Coop und damit mit den Menschen mit Behinderung, die einerseits den Elefanten künstlerisch gestaltet haben und andererseits später nicht weit von Valentin weg im Schmetterlingsgarten arbeiten werden. Es war unser Schöffenrat, der dem Verantwortlichen von Yolande Coop, Tom Wagner, vorgeschlagen hat, dieses besondere Kunstwerk doch gemeinsam anzuschaffen und so ein Zeichen zu setzen, was sofort auf großen Anklang bei Yolande Coop stieß.“

Sponsor für den Liebesboten Valentin ist das Unternehmensnetzwerk PricewaterhouseCoopers in Luxemburg. Pierre Krier von PwC sagt: „PwC unterstützt seit vielen Jahren in diverser Form das kulturelle Leben in Luxemburg. 2007 waren wir einer der Hauptsponsoren von „Luxemburg, kulturelle Hauptstadt Europas“; wir sind auch seit Jahren ein Partner des Mudam und der Abbaye de Neumünster. Als wir von der Elefantenparade gehört haben, waren wir sofort begeistert. Zuerst, weil es ein Projekt in der Großregion ist, zweitens, weil wir Menschen mit einer Behinderung die Möglichkeit geben, ihre Kreativität zum Ausdruck zu bringen, und drittens, weil wir einen Beitrag leisten wollen, um Elefanten in Asien zu retten.“ Mit der künstlerischen Gestaltung des Elefanten sei man sehr zufrieden. „Unser Elefant Valentin sieht toll aus! Wir sind sehr zufrieden mit der kreativen Arbeit, die im Institut St Joseph geleistet wurde. Valentin wird sicherlich einen starken Eindruck in der Elefantenparade hinterlassen.“

Valentin wird während der Elephant Parade am Place de Metz in Luxemburg-Stadt zu finden sein.

Weitere Informationen zur Elephant Parade findet ihr unter: www.elephantparade.de

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