Equal Pay Day: Gleicher Lohn für alle!

Am 18. März sehen Frauen rot!

Der 18. März 2017 ist ein Samstag wie jeder andere. Könnte man meinen, doch geht  man durch Deutschlands Straßen, sticht einem die Farbe rot, im sonst noch so tristen März, in die Augen. Es ist der alljährliche Equal Pay Day. Ein Tag, an dem die Frauen rot sehen.

Frauen arbeiten 77 Tage umsonst

Deshalb fordern Frauen am heutigen Tag: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

Mit roten Taschen und roter Kleidung, mit dicker Aufschrift „Equal Pay Day“, gehen die Frauen, aber auch Männer auf die Straße und machen darauf aufmerksam, dass Frauen nach den errechneten Zahlen des Statistischen Bundesamts die Bruttostundenlöhne der Frauen im Jahr 2016 16,26 Euro betrugen, während Männer auf 20,71 Euro kamen. Damit liegt die Lohnlücke in Deutschland bei 21 Prozent. . Rechnet man den Prozentwert in Tage um, arbeiten Frauen 77 Tage, vom 1. Januar bis zum 18. März 2017, umsonst.

Seit dem 15. April 2008 soll der Euqal Pay Day auf mehr Lohngleichberechtigung zwischen Frauen und Männern aufmerksam machen.
„Der im Grundgesetz verankerte Auftrag zur Gleichberechtigung muss ernst genommen werden“, fordert auch Bundesjustizminister Heiko Maas. Zu Recht, denn immer noch fehlen Frauen in bestimmten Berufen und Branchen oder auf höheren Stufen der Karriereleiter.

Beim Equal Pay Day sind Kritiker nicht weit

Natürlich ist es richtig, dass Frauen ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger unterbrechen oder reduzieren als Männer. Und genau das ist die Trumpfkarte der Kritiker des Equal Pay Days. Für sie ist der alljährliche Tag der Lohngerechtigkeit nichts als ein Märchen. Tomas Kubelik schreibt dazu in seinem Buch „Genug gegendert!“: „Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrer durchschnittlichen Ausbildung, ihrer Berufswahl, ihrer Berufserfahrung und ihrer Arbeitszeit erheblich, so dass Einkommensvergleiche sehr schwierig sind.“ Für ihn handelt es sich lediglich um einen statistischen Trick, den die Frauen nutzen würden, um ihre selbst auferlegte Opferrolle weiter ausleben zu können. Er und viele andere Kritiker bemängeln, dass die Entgeldlücke zwischen Frauen und Männern zum Großteil damit zu erklären ist, dass Frauen gezielt schlechter bezahlte Berufe auswählen oder öfter Teilzeit arbeiten.

Sicherlich ist es schwierig statistische Vergleiche anzustellen. Doch liegt dies wohl eher daran, dass Tätigkeiten und Berufe, die als Frauenberufe gelten oder die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, schlechter bezahlt bzw. schlechter bewertet werden. Deswegen gilt es diese Tradition, die in den Köpfen der Gesellschaft verankert ist, zu überwinden. Sie schafft keine günstigen Vorraussetzungen und gewährt der Entgeldlücke keine Chance auf Abbau.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Gesellschaft auf den Equal Pay Day aufmerksam zu machen. Gerade weil viele Frauen gar nicht wissen, dass es so etwas wie den Equal Pay Day gibt – oder noch schlimmer, dass sie überhaupt benachteiligt bei der Lohnvergabe sind.

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