Games: Dead Space 2 – kein toter Raum

5vier Games hat den Survival Horror Shooter „Dead Space 2“ getestet und bewertet.

Das Survival Horror Genre ist ein alter Bekannter auf den Konsolen und PC-Bildschirmen. Und es ist einer meiner liebsten Genres überhaupt. Warum? Weil es hier regelmäßig ein paar echte Emotionen für mich gibt. Zugegebenermaßen sind diese Emotionen meist mit einem quietschenden Geräusch meinerseits und dem Abheben von meinem Couchsessel verbunden, aber das nur am Rande. Da war ich, als ich mir meine NextGen Konsole zulegte, etwas enttäuscht, dass es kaum brauchbare Titel aus der Survival Horror Sparte gab. Dann kam Dead Space und ich war wieder im Himmel des „vor-Schreck-wie-ein-Mädchen-quietschens“. Nun wird die Geschichte um den Protagonisten Isaac Clarke in „Dead Space 2“ fortgesetzt.

Wie jeder gute Nachfolger muss sich auch Dead Space 2 mit seinem Vorgänger messen. Und zwar in jeder Hinsicht. Der Test ist in drei Teile aufgeteilt: Technik, Gameplay und Story.

Das übliche und mehr

Fangen wir mit dem offensichtlichen an: Grafik. Dead Space 2 sieht schlichtweg phantastisch aus. Das kann man nun über die meisten neuen Spiele sagen und gehört inzwischen zum Handwerkzeug eines jeden Top Titels. Was die Grafik von Dead Space 2 von vielen anderen Titeln abhebt ist aber, vor allem was man nicht sieht. Das Spiel hat dem Mut in dunklen Räumen einfach mal riesige Flächen schlichtweg schwarz zu lassen – und spielt damit direkt die Fantasie der Spieler an. Zwar ist Dead Space 2 deutlich besser beleuchtet, als sein Vorgänger, aber immer noch dunkel genug, um mich regelmäßig mit Gänsehaut zu überziehen.

Punkt zwei der Technik: Sound. Auch ein guter Dolby Surround Sound gehört zur Standardbestückung eines jeden Spiels. Aber wer hier glaubt nur den üblichen „Gegner links, Sound kommt von links“ Brei zu bekommen, der hat sich geschnitten. Dead Space 2 lebt zu einem guten Teil von seinem Sound. Brachiale Soundeffekte ersetzen größten Teils die Musik und schreien, geifern und kratzen an den Wänden, als gäbe es kein Morgen. Dead Space 2 hat den besten Sound, den ich je gehört habe. Punkt.

Nichts steht im Weg

Foto: Lars Eggers; alle Inhalte ©by EA Electronic Arts

Am Gameplay hat sich nicht allzu viel geändert. Das ist nichts Interessantes für einen Test, macht aber nichts. Die Technik des ersten Dead Space hat sich bewährt und wurde fast eins zu eins in den Nachfolger übernommen. Die große Innovation von damals ist zwar nicht mehr neu, hat aber nichts von seinem Charme verloren: Es gibt kein Spieler-HUD. Jede Information, wie Gesundheit, Munition und sogar die Kartenfunktion ist in das Spiel eingebunden und reißt den Spieler zu keinem Zeitpunkt aus der Spielatmosphäre heraus. So soll es sein.

Leider haben die Entwickler auch einen Gameplay Flaw aus dem Vorgänger übernommen – die vielseitig aussehenden Waffen des Spiels machen im Prinzip kaum einen Unterschied in der Benutzung. Man kann das gesamte Spiel ohne größere Probleme mit der Startwaffe durchspielen.

Auch das Spielprinzip – man zerlegt die Monster nach und nach mit seinen Waffen – hat sich nicht geändert. Der hohe Blut- und Gewaltfaktor mag viele wieder einmal befremden, aber hier bleibt zu bemerken: Wie jeder gute Horrorfilm ist auch Dead Space 2 ein ganz klares Event für Erwachsene. Steht so auf der Packung, ist auch so.

Mehr und weniger

Kommen wir nun zur Story. Es soll nicht allzu viel verraten werden, außer dies: Trotz des fragwürdigen Endes des ersten Teils ist auch dieses mal der Weltraum-Mechaniker Isaac Clarke wieder im Zentrum des Geschehens. Zwar ist er mental ein kleines bisschen mitgenommen – man beginnt das Spiel in einer Zwangsjacke – aber dafür hat er seine Stimme gefunden. Im zweiten Teil nimmt der gute Isaac tatsächlich mal seinen Helm ab und kommt zu Wort. Und er muss nicht nur den üblen Necromorph-Aliens eine Lektion erteilen, er kämpft auch mit den Geistern der Vergangenheit. Der zweite Teil von Dead Space hat daher eine deutlichere Psycho-Komponente, als sein Vorgänger. Leider verzichtet er dafür auf die guten alten „Monster-out-of-closet“ Schreckeffekte, die den ersten Teil so sehr getragen haben. Das hat mich ein wenig enttäuscht, funktioniert aber auf lange Hinsicht sehr gut. Durch die vielseitigeren Schauplätze (ich sage nur: Kindergarten) und die gute Verzahnung mit dem ersten Teil gewinnt die ansonsten recht gradlinige Story an Tiefe und spielt sich eher, wie ein Film aus der „Alien“ Reihe mit dem ein oder anderen Besuch von Mister Hitchcock. Das sind große Namen für ein Computerspiel, aber Dead Space 2 wird diesen Ansprüchen gerecht.

Dead Space 2 hat es geschafft: Ich habe es gespielt und die Zeit vergessen. Das ist mir lange nicht mehr passiert. Und als ich dann gen Pizza pilgern wollte, stand ich auf und stellte fest: Mein Wohnzimmer ist verdammt dunkel…

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Kommentare (4)

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  1. mädchenaustrier sagt:

    Juhu, mein Freund hat mir das Spiel zum Valentinstag geschenkt!! Ist zwar englisch, aber ich komme ganz gut durch damit und jetzt hab ich’s endlich! ^^

    Bin gerade beim zweiten Playthrough und es ist immer noch einfach nur cool!

  2. mädchenaustrier sagt:

    Ich hab’s gestern nacht angespielt (allerdings auf Englisch) und das Spiel ist ja endlos genial! Aber nie wieder ohne Licht im Wohungsfluhr! Da wird der Weg zum bad wirklich lang.^^

    Das wird gekauft! Nur mein Freund meckert, der kann nämlich nicht neben mir sitzen und lesen, wärhend ich spiele. Erstens ist es zu dunkel im Zimmer, zweitens ist ihm das Spiel „zu horror“.

  3. mädchenaustrier sagt:

    Ich freu mich schon sooo auf das Spiel! Danke auch für die Info wegen der deutschenFassung, mein Englisch ist nämlich mies!

  4. Lars Eggers sagt:

    …und noch ein wichtiger Zusatz: Die deutsche Version ist (bis auf eine kleine Änderung im Multiplayer)ungeschnitten!

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