FSV Salmrohr: Klyks Warnung trotz 3:1-Sieg gegen Pirmasens

Aus Salmrohr berichtet Florian Schlecht

Der FSV Salmrohr hat die Tabellenspitze in der Fußball-Oberliga durch einen Sieg gegen den FK Pirmasens verteidigt. Patrick Klyk war dennoch verstimmt. Der Trainer fand einige Kritikpunkte, die im Titelrennen mit Zweibrücken abzustellen sind. „Darüber werden wir sprechen“, kündigte er auf der Pressekonferenz an.

Kollektive Erleichterung nach dem 3:1 gegen Pirmasens: Foto: Sebastian Schwarz

Wenn es nach den nackten Zahlen geht, fährt der FSV Salmrohr weiter mit Vollgas in Richtung Regionalliga. Nach dem 3:1-Erfolg gegen den FK Pirmasens lagen sich die Spieler allesamt in den Armen, weil sie die Tabellenspitze in der Fußball-Oberliga verteidigt hatten. Das Zwischenzeugnis, das die Mannschaft von Patrick Klyk abliefert, liest sich eindrucksvoll. Neun Siege hat sie nun in Folge eingefahren, gegen Pirmasens den ersten Rückstand im Jahr 2013 gleich im Stile eines Spitzenteams umgewandelt und sich auch von einer Hängepartie im zweiten Durchgang nicht aus der Bahn werfen lassen.

Doch der Trainer war in der Pressekonferenz verstimmt und erkennbar darum bemüht, auch berechtigte Kritikpunkte nicht zu verschweigen. Die fanden für Klyk ihren Anfang mit dem frühen 0:1, bei dem Attila Baum einköpfte, nachdem Alexander Heinze eine Ecke von Sebastian Reinert verlängert hatte (5.). „Wer schon das zehnte Gegentor nach einer Standardsituation bekommt, macht was verkehrt. Wir müssen in jedem Spiel konzentriert sein“, forderte er eindringlich.

Offensivfeuerwerk bis zur Pause

Was im Anschluss folgte, war bis zur Pause die beste Phase der Heimelf, an der es jedoch zunächst nichts auszusetzen gab. Salmrohr antwortete wütend mit druckvollen Angriffen, mit denen die fehleranfällige Defensive von Pirmasens heillos überfordert war. Daniel Petersch traf postwendend zum 1:1, als er einen wunderbaren überbrückenden Pass von Daniel Schraps aus dem Mittelfeld verwertete (11.). Alexander Adrian belohnte das Offensivfeuerwerk mit dem 2:1. Eine feine Kopfballablage von Tobias Baier schob der Regisseur ganz überlegt ins lange Eck (30.).

„Alex hat gerufen, dass ich auf ihn warten soll“, war die gekonnte Erfolgsproduktion zur Führung so geplant. Das berichtete zumindest Baier glaubhaft, der sich über die Aufholjagd freute. „Der Rückstand hat uns gar nicht in den Kram gepasst. Aber wir sind schnell wieder zurückgekommen. Ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, dass wir das Spiel gewinnen würden.“ Auch Klyk lobte, wie seine Spieler Fahrt aufnahmen. „Es zeichnet die Mannschaft aus, gleich wieder da zu sein.“ Robin Mertinitz verpasste vor der Pause sogar den dritten FSV-Streich, doch der durchgestartete Torjäger scheiterte nach einem kolossalen Abwehrpatzer der Gäste an Torhüter Rene Schreiner.

Klyk sauer über Schlendrian

Erst nach einer guten Stunde ließ der Trommelwirbel von Salmrohr nach. Knackpunkt war ein vergebener Elfmeter von Daniel Petersch, der nach einem Foul an Robin Mertinitz in Schreiner seinen Meister fand (61.). Danach zogen sich die Platzherren zurück und bauten harmlose Gäste plötzlich auf. Der Verlauf veranlasste Klyk zu einer deutlichen Warnung. „Das war ein Schlendrian, der mir nicht passt und an dem wir beinahe gescheitert sind.“ Besonders die fehlende Präzision im Passspiel, um für Entlastung zu sorgen, ärgerte ihn. Salmrohr geriet so noch ins Zittern, als Baum die Möglichkeit zum Ausgleich auf dem Fuß hatte, aber über das Tor zielte (72.). „Die Phase war ein Fingerzeig, dass man hellwach sein muss, um nicht zu verspielen, was wir uns aufgebaut haben. Das werden wir in den nächsten Tagen klar ansprechen“, mahnte Klyk, der darum weiß, dass der punktgleiche Verfolger SVN Zweibrücken nicht erst mit dem gleichzeitigen 2:0-Sieg in Rossbach ebenfalls eine Konstante im Rennen um die Meisterschaft ist.

Kurz darauf beruhigte Baier die strapazierten Nerven, indem er mit einer strammen Direktabnahme aus 16 Metern zur endgültigen Entscheidung traf (75.). Die komplette Mannschaft, inklusive Torhüter Sebastian Grub, stürmte freudig auf den Schützen zu. Und auch Klyk strahlte letztlich über den Erfolg. Das vereinzelte Geraune auf den Tribünen, als es brenzlig wurde, mochte der Trainer nämlich nicht teilen. „Wir können nicht von Woche für Woche Traumfußball spielen. Es gehören auch Schweinesiege dazu.“

Statistik

FSV Salmrohr – FK Pirmasens 3:1 (2:1)

Salmrohr: Grub – Petersch, Kühne, Hohns, Fischer – Schulz, Schraps (89. Schroeder) – Mertinitz, Adrian, Bauer (73. Mees) – Baier (83. Mehrfeld).

Tore: 0:1 Baum (5.), 1:1 Petersch (11.), 2:1 Adrian (30.), 3:1 Baier (75.).

 

Für den SV Mehring gab es im Abstiegskampf einen Rückschlag. Mit 0:2 unterlag die Mannschaft von Dino Toppmöller in Wirges. Hier geht es zum Bericht.

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