HWK-Ökonomiepreis für Gerrit Fröhlich

Magisterarbeit über Pathologisierung von Unsicherheit in der Moderne ausgezeichnet

Gerrit Fröhlich hat für seine Magisterarbeit „Angst und Phobie – Zur Entstehung von Unsicherheit in der Moderne“ den Ökonomiepreis der Handwerkskammer Trier erhalten. Prof. Dr. Michael Jäckel von der Universität Trier hat die Abschlussarbeit im Fach Soziologie betreut. Die Gutachter haben die Arbeit mit der Note „sehr gut“ bewertet.

Der Verfasser stellt in unserer Gesellschaft eine zunehmende Tendenz fest, bestimmte Verhaltensweisen, Empfindungen, Wahrnehmungen, Gedanken, soziale Verhältnissen oder zwischenmenschlichen Beziehungen als krankhaft zu deuten. Er zeigt auf umfassende Weise, wie selbst das Normale zu etwas Krankhaftem werden könne. Wenn der tagtägliche Umgang mit Problemen, Krankheiten, Ängsten und Furcht zum Schicksal werde, könne auch die Grenze zwischen Gesellschaft und Irrenhaus gelegentlich fließend werden, heißt es.

Die Diskussion über verschiedene Krankheitsvorstellungen steigere die Unsicherheit in der Moderne und überhöhe zugleich mögliche Gefahren. So würden sich gesellschaftliche Modernisierungsprobleme in eine psychische Anfälligkeit für die Ausbildung von Krankheiten umdeuten lassen. Die Pathologisierung der Gesellschaft verstärke zudem die Bereitschaft, diese vermeintlichen Störungen mit Medikamenten zu beseitigen.

Die Arbeit bietet dem Gutachten zufolge eine interessante neue Lesart der Individualisierungsdebatte. „Sie ist hervorragend geschrieben“, urteilt Prof. Dr. Michael Jäckel, „und zeugt von profunder Kenntnis der Thematik – eine sehr kluge Arbeit.“

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