„Ich habe das Gefühl, dass es richtig ist, jetzt aufzuhören!“

Mégane Vallet geht

Mégane Vallet hat sich entschieden. Sie wird nicht mehr für die Trierer Miezen auflaufen und kein Handball mehr an der Mosel spielen. Im Interview mit Franzi Garcia spricht Vallet über die Gründe, eine Pause einzulegen.

Trier. „Einfach losfahren.“ – Der Bestseller von Fabio Volo hat Mégane Vallet, Handballerin bei den Trierer Miezen, wohl auch ein stückweit in ihrer Entscheidung bestärkt. Ein Buch, dass den Leser mitnimmt auf eine Reise zu sich selbst, dass den Leser bestärkt aus der Routine auszubrechen. Acht Jahre trug Vallet das Trikot der Miezen, acht Jahre Training, Spiele und viele Kilometer im Bus. Auch die berufliche Ausbildung, das Studium und jetzt der Beruf nahmen die Französin täglich in Anspruch. Ein Kreislauf, der sich da einpendelte und aus dem die 26-jährige Vallet nun ausbricht, eine Handballpause einlegt und die Schuhe erst mal an den Nagel hängt. Im Interview mit 5vier spricht die Natur- und Tierliebhaberin über die Beweggründe ihrer Entscheidung, über Erkenntnisse, die sie während ihrer langen Verletzungspause machte und die Zukunft.

Megane Vallet (3)5vier: Frau Vallet, Sie haben sich entschieden eine Handballpause einzulegen. Für alle Miezen-Fans ein Schock. Was sind Ihre Beweggründe?

Vallet: Bauchgefühl und meine Intuition. Ich habe das Gefühl, dass es jetzt für mich richtig ist, erst mal mit dem Handball aufzuhören. Meine Akkus für die Miezen sind momentan leer.

5vier: Der Zeitpunkt Ihrer Entscheidung überrascht, denn die Mannschaft befindet sich bereits mitten in der Vorbereitung. Warum haben Sie sich so viel Zeit gelassen?

Vallet: Ich habe wirklich gehofft, dass sich mein Gefühl ändert, dass ich aufwache und wieder diese Lust am Handball verspüre. Und wenn man so lange in einer gewissen Routine ist, fällt es schwer loszulassen. Die Miezen, dass ist das was ich kenne, was mir auch eine gewisse Sicherheit gegeben hat. Vor ein paar Monaten hätte mir der Mut gefehlt diesen Schritt zu gehen.

5vier: Hat Ihre schwere Verletzung – Kreuzbandriss im März 2014 – und die lange Pause Sie gelehrt die Dinge anders einzuordnen?

Vallet: Ich hatte während dieser Phase sehr viel Zeit, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Es gibt so viele Dinge im Leben, die mir wichtig sind, die ich während meiner Handballzeit vernachlässigt habe. Sachen, die ich viel zu oft nach hinten geschoben habe, die ich in der Zeit meiner Verletzung und Rehabilitationsphase genießen durfte.

5vier: Wie sieht die Zukunft aus. Kehren Sie zurück in die Heimat?

Vallet: Ich werde vorerst in Trier bleiben. Ich fühle mich hier sehr wohl, liebe die Stadt und die Menschen hier. Es gibt keinen Grund zu gehen.

Foto: TriSign
Foto: TriSign

5vier. Und das Kapitel Handball? Ist das abgeschlossen, machen Sie nur eine Pause. Können die Fans Hoffnung haben, Sie nochmal aktiv im Miezen-Trikot zu sehen?

Vallet: Haben Sie schon mal einen Roman gelesen? Kennen Sie das Ende, bevor Sie das Buch fertig gelesen haben? Ich nicht. Ich – wie wir alle – schreibe jeden Tag meine ganz eigene Geschichte. Und in den meisten Fällen wissen wir nicht was passiert: Und das so finde ich, ist das Wunderbare am Leben. Ich weiß heute noch nicht, was auf der nächsten Seite meines Buches steht. Wir werden es sehen. Für mich fühlt sich diese Entscheidung jetzt richtig an, sollte das in einem Jahr vielleicht anders sein, wäre ich bereit eine neue Entscheidung zu treffen.

Fotos: TriSign
Fotos: TriSign

5vier: Acht Jahre Miezen mit allen Höhen und Tiefen: Was bleibt bei Ihnen hängen aus dieser doch langen Zeit?

Vallet: Der Verein, die Mannschaften, die Fans: Die Integration und Aufnahme wurden mir als damals 18-Jährige sehr leicht gemacht. Ich habe mit tollen Spielerinnen und Persönlichkeiten zusammenspielen dürfen, habe sehr schöne Begegnungen mit vielen wunderbaren Menschen gemacht. Ich bin unheimlich dankbar für die Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben, für die Freundschaften die daraus entstanden sind.

Ein riesen Dank geht natürlich an das treue Publikum, an die Fans, auf die man sich immer verlassen konnte, die immer hinter mir und der Mannschaft standen. Aus den schwierigen Phasen – und davon hatten wir einige – habe ich persönlich viele lehrreiche Erfahrungen machen dürfen. Es bleibt so viel hängen, dass man nicht alles aufzählen kann. Ich bin für diese Zeit vor allem eines: Dankbar!
5vier.de bedankt sich für das ausführliche Interview und wünscht Ihnen für die Zukunft alles Gute!

Von Franzi Garcia

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