Im Körper des Erzrivalen

Eintracht-Gegner 1. FC Saarbrücken

Wenig wird dieser Tage so sehnsüchtig erwartet wie das anstehende Derby zwischen dem SV Eintracht Trier und dem 1. FC Saarbrücken. Für beide Mannschaften geht es um viel. Der SVE muss am morgigen Nachmittag unbedingt dreifach punkten, um die Chance auf den Klassenerhalt am Leben zu erhalten, an der Saar schielt man derweil immer noch auf die Aufstiegsränge und braucht ebenfalls einen Sieg, will man im Kampf um ein Ticket für die 3. Spielklasse nicht komplett den Anschluss verlieren. Wir werfen heute einen genaueren Blick auf das Team von Cheftrainer Dirk Lottner, das auch diese Saison wieder unter seinen Möglichkeiten spielt und in den letzten Wochen nicht immer gute Leistungen auf den Rasen bringen konnte.

Zwischen Himmel und Hölle

Was war die Freude groß, nachdem man sich am 14. Spieltag mit einem 1:0 gegen Waldhof Mannheim an die Spitze der Regionalligatabelle katapultiert hatte. Nach dem enttäuschenden Abschneiden in der Vorsaison, konnte man in Saarbrücken endlich wieder vom Aufstieg träumen. Doch seitdem ist viel Zeit ins Land gegangen und der 1. FCS hat mittlerweile den Anschluss an die Spitzenplätze ein wenig verloren. Bereits acht Punkte trennen die Saarländer vom zweitplatzierten SV Elversberg. Das liegt vor allem an der fehlenden Konstanz. Zwar konnte man von den letzten zehn Partien fünf für sich entscheiden und brachte durchaus überzeugende Leistungen auf den Platz, dem entgegen stehen jedoch auch vier Niederlagen, in denen die Schützlinge von Dirk Lottner das Leder überhaupt nicht im Kasten des Gegners unterbringen konnten.

Dass man trotz vieler kleiner Sorgen auf Platz Vier der Tabelle steht, ist letztlich vor allem einem äußerst potenten Sturmduo zu verdanken. Patrick Schmidt und Kevin Behrens waren an 32 der 44 Tore der Saarbrücker direkt beteiligt und ergänzen sich mitunter gut. Während Schmidt mit 20 Treffern die Torjägerliste der Regionalliga Südwest anführt, kann Behrens bereits auf elf Torvorlagen zurückblicken, wobei er alleine seinen Sturmpartner sieben Mal erfolgreich in Szene setze. Eine dritte zentrale Personalie stellt der defensive Mittelfeldmann und Kapitän Manuel Zeitz dar, der nach einer Rotsperre wieder die Schuhe für seinen Verein schnüren darf. Der 26-Jährige Publikumsliebling ist eine absolute Führungspersönlichkeit und agiert meistens aus der Doppelsechs heraus, wo er jederzeit dazu in der Lage ist, das Spiel in der Defensive zu stabilisieren und den Gegner auszubremsen.

Spielleiter Dirk Lottner setzt in der Regel auf ein 4-4-2 System mit einer Doppelsechs als Defensivanker, hat in den vergangenen Wochen und Monaten aber auch immer wieder mit Dreierkette und Patrick Schmidt als einziger Sturmspitze spielen lassen und experimentiert mit unterschiedlichen Mittelfeldstaffelungen.

Unruheherd Ludwigsparkstadion

Dass die Leistungen in dieser Saison letztlich wieder nicht den Möglichkeiten entsprechen, mag mitunter auch an der verzwickten Stadionsituation in Saarbrücken liegen. Seit 2016 wird das traditionsbehaftete Ludwigparkstadion grundsaniert. Die Heimspiele des 1. FC Saarbrücken finden derweil im zwölf Kilometer entfernten Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion statt und ohne echte Heimat spielt es sich für gewöhnlich nicht so gut. Aber auch sonst gibt es Ärger mit der neuen alten Spielstätte, denn der Stadionumbau entwickelt sich zu einem kleinen Stuttgart 21 für die Landeshauptstädter, die mit steigenden Baukosten zu kämpfen haben. Statt der ausgeschriebenen 20 Millionen Euro, geht man mittlerweile von Mehrkosten in Höhe von acht Millionen Euro aus. Wer für das Geld aufkommen soll, ist dabei noch nicht abschließend geklärt. Das Land schießt bereits 14.5 Millionen an Steuergeldern zu, was nicht jedem Bürger des hochverschuldeten Bundeslandes gefällt.

Eine mögliche Lösung ist jedoch in Sicht. So gibt es derzeit Überlegungen, die Gästetribüne vorerst nicht zu bauen und das Stadion auf einer Seite offen zu lassen, um die Baukosten zu drücken. Das würde allerdings gegen Richtlinien des DFB verstoßen, die eine Trennung der Fanströme in den Stadien vorsehen. So oder so birgt das Thema Ludwigsparkstadion noch viel Zündstoff für die Zukunft und trägt auch aktuell nicht zwangsläufig zu einem ruhigen und störungsfreien Arbeitsumfeld für Spieler und Trainer bei.

Es zeigt sich also, dass das Spiel trotz unterschiedlicher Tabellensituation alles andere als entschieden ist. Schaffen es die Trierer den Offensivmotor der Saarbrücker zum Stottern zu bringen, wie es in den vergangenen Wochen schon Pirmasens und Worms gelungen ist, ist es durchaus realistisch, dass die drei Punkte morgen an der Mosel bleiben.

 

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