Jens Kiefer will mit dem SVE gegen Worms den ersten Sieg

Heimpremiere am Freitagabend im Moselstadion gegen Wormatia Worms

Zum ersten Mal seit seiner Berufung als Trainer des SV Eintracht Trier 05 stellte sich Jens Kiefer am Donnerstagnachmittag den Vertretern der Presse. Auf den 39-Jährigen warten schwierige Aufgaben. Er muss ein verunsichertes Team moralisch wieder aufbauen und gleichzeitig seine neue Mannschaft auch kennenlernen. Viel Zeit bleibt Kiefer dafür nicht, bereits am Freitag empfängt der SVE die Wormatia aus Worms im Moselstadion.

Erstes Training neuer Coach bei Eintracht Trier

Das nächste Spiel ist immer das wichtigste. Trotzdem geriet die Partie am kommenden Freitag gegen Wormatia Worms am Donnerstag zunächst in den Hintergrund. Grund waren die Vorgänge am Montag und am Dienstag dieser Woche. Am Montagabend informierte Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi den glücklosen Eintracht-Trainer Roland Seitz von den Ergebnissen einer Krisensitzung. Ergebnis war, dass Seitz von seinen Posten als Cheftrainer und sportlicher Leiter des SVE entbunden wurde. Sein Nachfolger wurde am Dienstag via Pressemitteilung bekanntgegeben, am Mittwoch leitete Jens Kiefer erstmals das Training. Der 39-Jährige wurde am Donnerstag offiziell vorgestellt. Kiefer ist nicht nur Cheftrainer des SVE, sondern übernimmt wie Seitz auch die sportliche Leitung.

Wormatia mit neuem Trainer

Einen ähnlichen Schritt wie nun die Eintracht vollzog knapp eine Woche zuvor der kommende Gegner aus Worms. Die Wormatia beurlaubte Hans-Jürgen Boysen und Co-Trainer Volker Berg wegen anhaltender Erfolglosigkeit. Bis zum Saisonende hat U23-Trainer Sascha Eller den Posten übernommen. Die Wormser hatten seit Boysens Amtsantritt im Oktober nicht ein einziges Saisonspiel gewonnen.

Nach der Demission Boysens gelang den Nibelungenstädtern am vergangenen Spieltag prompt der Befreiungsschlag. Unter dem neuen Coach Eller besiegte die Elf aus Rheinhessen die Spielvereinigung Neckerelz mit 1:0. Damit hat der Tabellensechzehnte den Moselstädtern schonmal etwas voraus, den ersten Sieg in diesem Kalenderjahr.

Wetteifer auf verschiedenen Gebieten

Worms - Eintracht TrierWorms und Trier verbindet eine gewisse Rivalität. Beide Städte wetteifern um den Status als älteste Stadt Deutschlands. Während auf diesem Gebiet keine Klarheit herrscht, fördert die Bilanz der Vereine eine deutliche Aussage zu Tage. In der Regionalliga bestritten die kommenden Kontrahenten bereits sieben Partien gegeneinander. Fünf Mal verließ der SVE als Sieger den Rasen, der Wormatia gelang bisher ein Sieg über den SVE und ein Mal trennten sich die Teams unentschieden. Ein klarer Vorteil für Trier.

Wäre da nicht der katastrophale Start gewesen. Aus den vergangenen vier Partien konnten die Blau-Schwarz-Weißen lediglich zwei Punkte sammeln. Der SVE rutschte auf den fünften Platz in der Regionalliga Südwest ab und hat derzeit kaum Chancen auf einen der beiden Playoff-Plätze. Der Rückstand auf den Tabellenzweiten Großaspach beträgt aktuell zwölf Punkte. Keine einfache Aufgabe also für den neuen Trainer, der laut Wilhelmi „keine lange Einarbeitungszeit“ braucht und diese auch nicht bekommen wird. „Ich will die Begeisterung für Fußball wieder entfachen“, sagte Kiefer am Donnerstag. In den beiden Einheiten sei es ohnehin nicht möglich, viel am Spiel zu verändern, sagte der neue Übungsleiter, deshalb wolle er die Emotionen aus jedem einzelnen Spieler herauskitzeln.

Pokalspiel im Hinterkopf – Liga-Alltag vor der Brust

Kiefer und dem Verein stehen spannende Wochen ins Haus. Neben dem Spiel am Freitagabend im Moselstadion gilt dem Pokalviertelfinale das Hauptaugenmerk. Auch wenn Kiefer sich dagegen verwehrt, den Fokus alleine auf das Pokalduell zu legen. „Wir wollen so viele Punkte wie möglich sammeln. Das Pokalspiel interessiert mich erst nach dem Spiel gegen Baunatal“, erklärte der Trainer die Agenda der kommenden englischen Wochen. Am 2. April trifft die Eintracht erneut auf TuS Koblenz. Wegen der abgeschlagenen Position in der Liga hat das Weiterkommen im Pokal besondere Priorität. „Natürlich wollen wir den Rheinland-Pokal verteidigen“, sagt Kiefer. Gewinnt der SVE erneut den Pokal, winken rund 100 000 Euro für den Start in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Ein lukratives Ziel für den notorisch klammen Verein von der Mosel und die erste große Nagelprobe für den neuen Coach. „Es ist kein Geheimnis, dass der Pokalsieg für uns wichtig ist“, sagt Vorstandssprecher Wilhelmi.

Der gebürtige Saarländer Kiefer hat einen Vertrag bis Sommer 2015 bei der Eintracht unterschrieben und bringt viel Erfahrung mit nach Trier. Der frühere Regionalliga- und Oberligaspieler schaffte 2010 als Trainer mit Homburg den Regionalliga-Aufstieg. „Ich hatte in Homburg zwei schöne Jahre“, sagte der neue Coach rückblickend. Anschließend unterschrieb er in Elversberg und feierte 2013 den Sprung in die dritte Liga. Danach begann er die Ausbildung zum Fußballlehrer und verließ Elversberg im vergangenen August. Am Dienstag legte er die letzte mündliche Prüfung des Lehrgangs ab und am Mittwoch leitete er bereits sein erstes Training.

Kiefer stellt sich den SVE-Fans vor

Erstes Training neuer Coach bei Eintracht TrierAbends beobachtete er dann die U23 bei ihrem Gastauftritt gegen Eisbachtal. Heute, nach dem Training, geht es ins ExHaus. Dort will sich Kiefer dann den SVE-Fans vorstellen. Der Terminkalender ist also voll gepackt für den neuen Hoffnungsträger an der Seitenlinie des SVE. Am Freitagabend steht dann die Partie des 24. Spieltages auf dem Programm. „Wir wollen die drei Punkte“, gibt der 39-Jährige als Ziel für den Kick gegen Worms aus. Bei der Aufstellung verlässt er sich auch auf die Expertise von Co-Trainer Rudi Thömmes. Wird aber wohl am Spielsystem etwas ändern. „Ich lasse gerne in einem 4-4-2 spielen. Viel wird am Freitag über die Emotion gehen. Die Spieler wollen sich anbieten und das will ich ausnutzen“, sagt Kiefer über die anstehende Herausforderung und kündigt eine offensivere Herangehensweise an. Eine Maixme, die er während seiner Ausbildung zum Fußball-Lehrer von Christoph Daum gehört hat, will er schnell in Trier umsetzen: „Du kannst den Erfolg nicht garantieren, aber du kannst den Erfolg vorbereiten.“

 

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