Kein Zirkus mit Wildtieren in Trier

Petition an Dezernenten übergeben

Trierer Leiterin des Tierheims in Zewen macht Druck. Sonja Müller und tausende Unterzeichner verlangen, dass in Trier kein Zirkus meht mit Wildtieren auftreten soll. Grund: Die Tiere werden nach Meinung der Tierschützer gequält, deshalb haben sie nun dem zuständigen Dezernenten Thomas Egger eine Petition überreicht.

5vier.de_dezernent_thomas_egger_18_juni_2015Trier. Sonja Müller ist Tierschützerin und Vorstandvorsitzende des Tierheimes Trier-Zewen und sie bezieht klar Stellung: „Die im Zirkus gehaltenen Wildtiere werden eindeutig gequält. Und die Ausrede, dass Kinder so auch wilde Tiere sehen könnten, ist eine faule Ausrede.“ Genau aus diesem Grund hat Sonja Müller gegenüber dem Dezernenten Thomas Egger erneut eine Petition ein eingereicht. Der Inhalt lässt keine Zweifel offen: Mehr als 3.000 Unterschriften zum Verbot von Zirkussen mit Wildtieren in Trier. Da spricht nichts dagegen, denn andere Zirkusse (wie der für den Monat Juli sich ankündigende Cirkus Flic Flac) können auch anders unterhalten – und viele Besucher sind der Meinung: das mit Bravour.
Eine einheitliche europäische Gesetzgebung steht noch aus, wenngleich viele Länder bereits eindeutig Position bezogen haben. In Deutschland ist das Verbot für Wildtiere in Zirkussen bisher eine Absichtserklärung Trier könnte da – neben anderen Städten – eindeutig werden. Die von Sonja Müller eingereichte Petition sollte vor diesem Hintergrund nicht ein zweites Mal im Stadtrat scheitern.
Gerne verweist 5vier.de auf die Webseite der Tierschutzorganisation Peta, die eine sehr interessante Übersicht zu dem Thema „Verbote der Haltung von Wildtieren in Zirkussen“ nach Städten und nach Ländern aufgelistet hat.
Ein Zitat möchte 5vier.de besonders hervorheben: Zum 15. September dieses Jahres wird das generelle Verbot von Wildtieren im Zirkus in den Niederlanden in Kraft treten. Die dafür zuständige Ministerin für Landwirtschaft (und auch „dierenwelzijn“ = „Tierschutz“) Sharon Dijksma formulierte klar und deutlich: „Die Gesundheit der Tiere ist wichtiger als ihre Verwendung für Vergnügungen oder das Festhalten an überkommenen Traditionen“.
Das kann Sonja Müller nur unterstreichen. Und genauso mehr als 65 Prozent der Deutschen.  Jetzt fehlt nur noch eine Mehrheit im Trierer Stadtrat.

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Kommentare (5)

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  1. Wildtierverbot im Zirkus längst überfällig

    Vielen Dank an die Leiterin des Tierheims für dieses Statement. Wildtiere haben in einem modernen Zirkus nichts zu suchen.Dressierte Zirkustiere galten bis vor kurzem noch als „Attraktion“, Kritiker als Spielverderber und Spinner.Doch immer mehr Menschen erkennen, dass Dressurnummern nicht mehr dem heutigen Verständnis von Tieren entsprechen. Deshalb ist ein Verbot, dass man auch kommunal durchsetzen kann (zahlreiche deutsche Städte wie Erding, Potsdam, Baden-Baden usw.machen es vor, es gibt auch keine rechtlichen Hürden die nicht überwunden werden können).
    Am 13. Juni 2015 ist ein Passant beim spazieren gehen ums Leben gekommen. Dies ist längst nicht der erste Unfall der passiert.
    Dieser Elefant wurde schon seit langem als gefährlich eingestuft. Die Elefantendame verletzte schon mehrfach Personen.
    Wer die hitzigen Diskussionen in den Internetforen und auch in den Zeitungen selbst verfolgen konnte, der weiß, das Thema ist raus aus der Nische und mitten in der Bevölkerung angekommen.
    Die Zeit, in denen die Menschen ihr sauer verdientes Geld zum Bestaunen überholter Dressurnummern herauswerfen neigen sich dem Ende…die Kinder die sich noch nicht wehren können, kann man gut erklären, dass es alles ist aber bestimmt keine artgerechte Haltung.
    Aus ehtischer Sicht gibt es keinerlei Rechtfertigung, Wildtiere zum Zweck des Gelderwerbes gefangen zu halten, zu dressieren und zum Vergnügen in der Manege vorzuführen. Der moderne Zirkus (von dem es bereits mehrere gibt, siehe Flic Flac) kommt ohne Versklavung von Wildtieren aus.
    Die Entwicklung zum Zirkus ohne Tierleid ist nicht aufzuhalten, zu groß sind die Möglichkeiten für Menschen, sich zu informieren und überholte Traditionen (Stierkämpfe sind auch Traditionen und nicht zu befürworten) mit Argumenten von „leuchtenden Kinderaugen“ abzulehnen.
    Mit jedem Kauf einer Einrittskarte wird die Tierquälerei unterstützt.
    In einer Welt ständigen Fortschritts entwickelt man sich nur weiter wenn man sich ändert und Fehler revidiert. Einer dieser Fehler war es, auf die Idee zu kommen, dass Tiere in den Zirkus gehören und vorgeführt werden.
    Der Bundesrat hat schon mehrfach darüber abgestimmt und ein Verbot gefordert, ebenso die Bundestierärztekammer.
    Auch mehrere repräsentative Umfragen wie beim Meinungsforschungsinstitut Forsa, spricht sich die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung gegen eine Wildtierhaltung (Minimalforderung) im Zirkus aus.
    Deutschland ist eines der wenigen Ländern in Europa in dem Wildtiere im Zirkus, die zu Belustigung der Zuschauer dienen, noch erlaubt.
    Länder wie Österreich, England, Slowenien, Finnland, Griechenland, selbst Peru und andere Länder haben dies längst verboten.Die Zirkusunternehmen täten gut daran, schon jetzt die Weichen dahingehend zu stellen, ihre Existenzen für die Zeit „danach“ auf mehr Akrobatik zu verlagern, statt auf immer neue Dressuren zu setzen. Namhafte Unternehmen wie der Cirque de Soleil machen es erfolgreich vor und sind Garant dafür, dass den Menschen künftig der Zirkusbesuch wieder Freude bereitet, ohne dass Tiere leiden müssen. Jeder Zirkus weis das ein Verbot kommt. Es wurden bereits mehr als 600 000 Unterschriften von der Tierschutzorganisation PETA an das Bundesagrarministerium übergeben.

    Wir fordern hiermit die Stadtoberen auf, ein kommunales Verbot zu erlassen. Lasst uns ein Vorbild sein auch für weitere Städte und lasst uns nicht warten bis der nächste „Unfall“ passiert.

    Übrigens nicht nur die Haltung ist alles andere als artgerecht, denn artgerecht ist nur die Freiheit. Auch das hin und hertransportieren mehrfach im Jahr ist alles andere als gut für diese Tiere die verhaltensgestört werden.

    Thomas Mosmann
    Tierschutzallianz
    Am Gillenbach 3
    54293 Trier

  2. Karin Pohlmann sagt:

    Pfui Teufel! Wider so eine PeTa-Verseuchte! Man beachte bloss den Lidschlag diser Dame! Sagt viel zu ihrem Geisteszustand aus! So was ist Leiterin eines Tierheimes! Welchen Tierschutzorganisationen kann man überhaupt noch vertrauen? Welche ist noch nicht von PeTa unterwandert/verseucht!

  3. Martin Behnke sagt:

    Welch Widerspruch im Video: Wildtiere werden gequält im Circus, Haustiere sind aber i. O.! Wenn man von ausgeht das Wildtiere gequält werden, was totaler Quatsch ist, warum sollte es bei Pferden, Hunde anders sein?

  4. Simon sagt:

    Die Aussagen dieser Frau zeugen davon, dass sie keine Ahnung von Tierhaltung im Zirkus hat! Es gibt zum Beispiel bis auf eine Ausnahme keine Zirkusbären mehr!

  5. Wir haben im letzten Jahr mehrfach mit einer Vielzahl von Menschen gegen die (Wild-)Tierhaltung im Zirkus protestiert und dabei jede Menge Menschen angesprochen. Viele der Besucher wussten, dass es nicht schön und gut war, wenn sie die Vorstellung mit Tieren besuchten – dennoch hieß es oft „für die Kinder“.
    Aber die Kinder können den Unterschied zwischen schillernder, verklärter Tier-Zirkus-Welt und der Realität nicht erkennen – die Eltern schon.
    Hier gibt es vorab ein paar Informationen und Bilder aus dem Jahr 2014 in Trier:
    https://www.youtube.com/watch?v=egYfU83sPxM
    https://www.youtube.com/watch?v=vV5jVvw_qSM
    https://www.youtube.com/watch?v=54eYEeSQVOw

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