Lage der Regionalliga: Fan-Rückhalt in Offenbach, fliegende Eier in Homburg

Der zweite Spieltag der Regionalliga Südwest: Mainz II, Freiburg II und Großaspach mit weißer Weste - Krise in Koblenz

Von Florian Schlecht

Mainz II ist an der Spitze, die TuS Koblenz in der Krise, Kickers Offenbach im Aufbruch und der FC Homburg unter Druck vom Umfeld: 5vier bietet einen Überblick über die Stimmungen nach dem zweiten Spieltag in der Regionalliga Südwest. 

MainzII - Eintracht Trier
Mittlerweile spielt Steven Lewerenz nicht mehr für Eintracht Trier, sondern für Mainz II – und das äußerst erfolgreich.

Drei Mannschaften legten einen Start nach Maß hin – und feierten im zweiten Spiel bereits den zweiten Sieg. Angeführt wird die Regionalliga Südwest derzeit von den Bundesliga-Reserven vom FSV Mainz 05 und dem SC Freiburg. Auch Titelkandidat SG Sonnenhof Großaspach verbucht weiterhin eine weiße Weste.

Während Mainz bereits am ersten Spieltag mit einem 3:0 bei Hoffenheim II aufhorchen ließ, folgte nun auch gegen Aufsteiger KSV Baunatal ein deutlicher Sieg. „Ohne den Baunatalern zu nahe treten zu wollen: Andere Gegner hätten uns heute mehr Probleme bereitet“, schilderte Amateurmanager Manfred Lorenz zwar der „Rhein-Zeitung“ eine lange Fehlerliste der U23. Aber: Mit dem Ex-Trierer Steven Lewerenz und Nejmeddin Daghfous verfügen die jungen Karnevalsstädter in der Offensive über außergewöhnliche spielerische Qualität. Davon profitierte mit Petar Sliskovic auch die Sturmspitze. Der Angreifer, der schon an den FC St. Pauli und Dynamo Dresden ausgeliehen war, liegt mit drei Treffern auch in der Torjägerliste vorne. Noch nicht zum Einsatz kam Robin Garnier, der aus der U19 von Eintracht Trier an den Bruchweg gewechselt war. Freiburg II legte einen Traumstart hin und drehte gegen den SC Pfullendorf einen 0:1-Rückstand in einen Sieg.

Und auch Großaspach bewies beim 2:1-Erfolg gegen Waldhof Mannheim Moral. Neuzugang Sahr Senesie (Burghausen) und Manuel Fischer, der beim VfB Stuttgart mal als eins der größten deutschen Stürmertalente galt, wandelten mit ihren Treffern den Elfmeter-Rückschlag durch Vllaznim Dautaj um. Die 1.532 Zuschauer, die im Stadion waren, kamen mehrheitlich jedoch aus Mannheim.

7.500 Zuschauer in Offenbach

Eintracht Trier - Hessen Kassel
Hessen Kassel ließ auf den 3:2-Sieg in Trier ein 2:2 gegen Kaiserslautern II folgen.

An den Rekord des Spieltags ragte die Kulisse aber bei weitem nicht heran. Denn die 7.500 Besucher, die an den Bieberer Berg zum Spiel von Kickers Offenbach gegen Wormatia Worms strömten, waren unerreichbar. Verblüffend ist, mit wie viel Rückhalt die Kickers-Fans auf den Zwangsabstieg reagieren. Denn zu vielen Heimspielen in der 3. Liga in der vergangenen Saison kamen weniger Leute ins Stadion. Beim 0:0 verpasste die junge Mannschaft, die ein Durchschnittsalter von 23 Jahren aufweist, den zweiten Sieg in der noch jungen Saison.

Das galt auch für Hessen Kassel, das nach einem schwachen Auftritt gegen den 1. FC Kaiserslautern II immerhin noch mit einem blauen Auge davonkam. Christian Henel und Andreas Mayer per Elfmeter-Nachschuss kurz vor dem Ende retteten nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2. Trainer Jörn Großkopf war die Laune dennoch verdorben. „Was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben, geht gar nicht. Ich kann nicht verstehen, dass Dinge nicht umgesetzt werden, die zuvor klar besprochen wurden“, klagte er dem „kicker“ sein Leid.

Krise in Koblenz, fliegende Eier in Homburg

Homburg in der Abwärtsspirale (Foto: Anna Lena Grasmück)

Schlecht war die Laune auch bei der TuS Koblenz. Dies allerdings, weil auf die 0:2-Auftaktpleite gegen Kickers Offenbach gleich die nächste 0:2-Schlappe beim FC Homburg folgte. Die leisen Aufstiegsambitionen konnten bislang nicht erfüllt werden. Bei Jerome Assauer, dem Torschützenkönig der Vorsaison, herrscht nach dem Sommertheater mit einem 48-Stunden-Wechsel von Koblenz nach Darmstadt und wieder zurück bislang Torflaute.

Mit null Punkten ist der Start bislang eine Enttäuschung. Ebenfalls mit leeren Händen stehen 1899 Hoffenheim II, Baunatal, der SSV Ulm 1846 und Eintracht Trier da, dessen Spiel bei der SpVgg. Neckarelz allerdings wegen des Pokal-Auftritts gegen den 1. FC Köln auf Mittwoch, den 21. August (19 Uhr) verlegt wurde.

Wichtig war das Ergebnis gegen Koblenz dagegen für Homburg, das den ungesunden Druck eines Titelanwärters bereits vor und nach dem 0:1-Fehlstart in Pfullendorf verspürte. Der Verein stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, weil das Haus von Torhüter Florian Hammel mit Eiern beworfen wurde. Es war nicht das erste Mal, dass es diese Vorfälle gab. In den vergangenen Wochen mehrten sich in Homburg die Negativschlagzeilen durch zerstochene Autoreifen bei Spielern, E-Mails mit Drohungen und Beleidigungen. Trainer Christian Titz lobte nach dem Spiel zwar publikumswirksam die Stimmung auf den Rängen. Ob mit dem Teilerfolg aber gleich alle Probleme in Homburg behoben sind, ist mehr als fraglich.

Die Ergebnisse des 2. Spieltags im Überblick

Hessen Kassel – 1. FC Kaiserslautern II 2:2

SC Freiburg II – SC Pfullendorf 3:1

FC Homburg – TuS Koblenz 2:0

Kickers Offenbach – Wormatia Worms 0:0

FSV Mainz 05 – KSV Baunatal 4:1

SSV Ulm 1846 – SVN Zweibrücken 0:1

Eintracht Frankfurt II – 1899 Hoffenheim II 3:1

SG Sonnenhof Großaspach – Waldhof Mannheim 2:1

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