Miezen steigen im 15. Erstligajahr ab

Trotz großem Kampf und starker Vorstellung

Das war es! Die Trierer Bundesliga-Handballerinnen hat es nach 15 Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse erwischt: Trotz einer überragenden kämpferischen Vorstellung im letzten Saisonspiel unterlag die Mannschaft von Trainerin Cristina Cabeza Leverkusen mit 29:32 (13:14), die nun – zusammen mit den Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern – den Gang in Liga zwei antreten muss. Nach Ende der Partie flossen bei allen Beteiligten Tränen, die Mannschaft wird sich in der kommenden Saison verändern. Auch Maxime Struijs wird den Verein verlassen.
Leverkusen. Nun hat es sie also dich erwischt, die „Unabsteigbaren“ müssen in die 2. Liga, sind trotz einer starken Leistung im letzten Saisonspiel bei Bayer Leverkusen abgestiegen. Erhobenen Hauptes verlassen die Miezen nach der unglücklichen, aber auch vermeidbaren 29:32 (13:14)-Niederlage in Leverkusen die erste Liga. In der kommenden Spielzeit heißen die Konkurrenten Rödertal, Zwickau oder Mainz. Nach vorne schauen wollte an diesem „traurigen Tag“ aber erst mal keiner: „Wir alle müssen das erst mal sacken lassen, die Dinge auch richtig einordnen. Natürlich geht es weiter, die Planungen liefen die ganze Zeit zweigleisig. Heute sind wir aber traurig“, so MJC-Vorstand Jürgen Brech nach Spielende.

Dabei stemmten sich die Moselstädterinnen mit aller Macht gegen den drohenden Abstieg, wollten die minimale Chance, die sie noch hatten, nutzen. Die Devise war klar: Ein Sieg in Leverkusen, bei gleichzeitigen Niederlagen der Konkurrenten aus Göppingen sowie Celle, und es würde Entscheidungsspiele um den Klassenverbleib geben. Mit dem Glauben an diese Chance, machte die Mannschaft von Cristina Cabeza den Gastgeberinnen das Leben schwer. Die „Elfen“ konnten ihr gefürchtetes Tempospiel nur selten aufziehen. Mehr als zwei Treffer Vorsprung (13:11/25.) waren für das Team von Renate Wolf nicht drin, weil die Miezen hinten bissig verteidigten und sich vorne auf die Treffsicherheit von Maxime Struijs verlassen konnten.

Auch nach der Pause ließen die Moselstädterinnen nicht nach und gingen durch Mégane Vallet beim 16:15 (36.) gar in Führung. In der Folge machten die Miezen dann aber ein paar Fehler zu viel und Leverkusen schien, angeführt von Nationalspielerin Kim Naidcinavicius (11 Treffer), das Blatt beim 19:16 (36.) zu seinen Gunsten zu wenden. Wer glaubte, dass die Cabeza-Sieben jetzt auseinanderbrach, wurde allerdings eines Besseren belehrt.

Mit einer großen Portion Leidenschaft, Herz und Kampfgeist spielten sich die Miezen zurück in die Partie, waren beim 23:24 (48.) durch Struijs 9. Treffer wieder dran, glichen zum 24:24 (49.) aus, ließen sich auch durch das 26:28 (56.) nicht beirren, sondern glichen durch Katrin Schneider erneut aus (28:28/56.) und hatten in der Folge die Führung auf der Hand. Es sollte an diesem Abend aber nicht sein: Ein technischer Fehler sowie eine Zeitstrafe gegen Schneider waren des Guten zu viel. Die Gastgeberinnen warfen zwei schnelle Tore (30:28/58.) und ließen sich diese Führung nicht mehr nehmen.

Jennifer Rode besiegelte mit ihrem Treffer zum 32:29 Endstand den Trierer Abstieg. Nach Abpfiff flossen reichlich Tränen, bei Spielerinnen, Fans und Verantwortlichen, die neben dem Gang in die Zweitklassigkeit auch den Weggang von Maxime Struijs verkraften müssen. Die niederländische Rückraumspielerin, in der abgelaufenen Spielzeit hinter Schneider (180 Treffer) mit 117 Treffern zweitbeste Werferin der Miezen, schließt sich einem Erstligisten an. Brech zeigte sich vom Wechsel enttäuscht, hofft in den kommenden Wochen aber weitere Neuzugänge verkünden zu können. Vor allem die Suche nach einem neuen Trainer soll zeitnah abgeschlossen werden.

Aufstellung: Verena Flöck, Jessica Kockler; Hannah Sattler, Esther Mohr, Katrin Schneider (4/2), Linsey Houben (1), Andrea Czanik (4), Megane Vallet (5), Jana Kordel, Judith Derbach (2), Maxime Struijs (9), Franziska Garcia-Almendaris (4)

Beste Werferinnen Leverkusen: Kim Naidcinavicius (11), Jennifer Rode (7/2)

Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah/ Suresh Thiyagarajah – Zuschauer: 300

Spielfilm: 5:5 (13.), 9:9 (20.), 11:13 (25.), 13:14 (30.), 16:15 (36.) 16:19 (39.), 19:22 (45.), 24:24 (49.), 26:28 (54.), 28:28 (56.), 28:30 (58.), 29:32 (60.)

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