Mittelalterliches Markttreiben verwandelt den Messepark in eine Burg

Am kommenden Wochenende findet im Trierer Messepark zum vierten Mal ein mittelalterliches Markttreiben statt. Geboten werden zahlreiche Handwerker- und Händlerstände, für das leibliche Wohl warten Tavernen und Garküchen auf die Gäste. Gaukler, Tänzerinnen und Spielleute bieten Unterhaltung und auch für die kleinen Gäste ist bei Puppenspielern und Zauberern bestens gesorgt. 5vier-Redakteur Andreas Gniffke sprach im Vorfeld mit Rudi Becker, einem der Veranstalter des Marktes.

5vier: Herr Becker, woher kommt bei Ihnen persönlich die Begeisterung für das Mittelalter?
Rudi Becker: Die Begeisterung rührt in meinem Falle daher, dass ich irgendwann den Wunsch verspürte aus unserer schnelllebigen und hektischen Zeit auszubrechen und das kann man hinter einer mittelalterlichen Gewandung und im Rahmen der mittelalterlichen Lebensart sehr gut machen.

5vier: Wie lange sind Sie schon auf Mittelaltermärkten aktiv und seit wann veranstalten Sie diese selbst?
R. Becker: Ich organisiere im Verein ‚Forum Gaudi Mertesdorf‘ seit mittlerweile 19 Jahren Mittelaltermärkte, so zum Beispiel im vergangenen Jahr zum 17. Mal den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Das Markttreiben in Trier veranstalten wir zum vierten Mal als ‚mercatus treveris GbR‘. Neben mir ist dort noch mein Kollege Wolfgang Dienhart eingebunden.

5vier: Wie kamen Sie dazu, selbst Märkte zu organisieren? Sahen Sie bei den bereits vorhandenen Märkten Verbesserungsbedarf?
R. Becker: Kollege Dienhart reist das ganze Jahr über mit seinen kunsthandwerklichen Sachen über Mittelaltermärkte in ganz Deutschland und er sah Bedarf hauptsächlich darin, einen Markt vor der eigentlichen Freiluftsession in einer Halle auszurichten. Also in einer Zeit, wo das Angebot an Veranstaltungen in diesem Bereich nicht ganz so groß ist.

5vier: Häufiger Kritikpunkt an Märkten auch in der Region ist ja eine zunehmende Kommerzialisierung. Wie wirken Sie dem entgegen?
R. Becker: Wenn man unsere Auswahl an Ständen betrachtet, wird man schnell erkennen, dass hier sehr darauf geachtet wurde eine gute und abwechslungsreiche Mischung an unterschiedlichen Handwerkern und Händlern zu bieten. Hinzu kommt unser kurzweiliges Programm mit Gauklern, Spielleuten, Puppenspielern, Zauberern und Tänzerinnen. An den Tavernen und Garküchen werden die Gäste bestens versorgt. Es wird Federvieh gerupft und die Fässer herangerollt. Dazu kommen im Sinne der mittelalterlichen Brauchtumspflege Vorträge und Workshops zum Thema Mittelalter.

5vier: Ist das häufig vorhandene Nebeneinander von ‚historischem Mittelalter‘ und einem ‚Fantasy-Mittelalter‘ ein Problem für Sie?
R. Becker: Was das Programm, Kleidung, Waren, Geschirr usw. angeht, achten wir schon sehr darauf, dass es nicht in Klamauk abdriftet. Aber wir laufen auch nicht den ganzen Tag mit dem Geschichtsbuch unter dem Arm herum.

5vier: Wie viele Besucher erwarten Sie am kommenden Wochenende?
R. Becker: Insgesamt rechnen wir an den beiden Tagen mit ungefähr 5000 Besuchern.

5vier: Für jemand der noch nicht zu Besuch war, erscheint die Messeparkhalle von ihrem Ambiente her denkbar ungeeignet, eine mittelalterliche Atmosphäre zu erzeugen. Warum diese Wahl und was tun Sie, um die an sich eher kalte Halle gemütlich und ‚mittelalterlich‘ erscheinen zu lassen?
R. Becker: Es gibt zur Messeparkhalle keine geeignete Alternative in Trier und Umgebung. Es hat sich bei den drei vergangenen Märkten aber gezeigt, dass durch die vielfältigen Stände und Zelte sowie den vielen kleinen Accessoires eine doch recht schöne Atmosphäre entsteht. Es gibt viele Besucher, die hier oft angenehm überrascht sind.

5vier: In diesem Jahr bieten Sie auch wieder Vorträge und Workshops an. Welche Referenten konnten Sie für diese gewinnen?
R. Becker: Andreas Sittmann spricht über die Treverer, Christoph Oberweis zum Thema „Die Kunst des Schreibens im Mittelalter“. Einen Vertreter der Söldnerschaft Rumestat konnten wir gewinnen, um mittelalterliche Folterwerkzeuge zu präsentieren. Ina Lemm leitet einen Workshop für Renaissance-Tänze und Ulf Thiesmayer jeweils einen zu historischen Musikinstrumenten und Tänzen alter Zeiten. Das alles findet im Obergeschoss der Halle statt, im so genannten Burgsaal.

Das mittelalterliche Markttreiben im Trierer Messepark findet am Samstag, 26. März von 11-22 Uhr sowie am Sonntag 27. März von 11-19 Uhr statt. Erwachsene zahlen 7 Euro, in mittelalterlicher Gewandung reduziert sich der Preis auf 5 Euro. Für Kinder beträgt der Eintritt 4 Euro, Kinder unter einer Schwertlänge von einem Meter kommen umsonst herein. Angeboten werden auch Familientickets für zwei Erwachsene und ab zwei Kindern für 20 Euro.

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