Nachwuchsdichter in Trier

Die Eröffnung des Gedichtwettberwerbs "lyrix" in Trier

Am Dienstag, 7. September wurde der bundesweite Gedichtwettbewerb „lyrix“ in Trier feierlich eröffnet. Im Rahmen der Nero-Ausstellung hier in Trier lautet das Wettbewerbsmotto für den September  „Zwischen Gut und Böse!“. Das Stadtmuseum Simeonstift, das Museum am Dom und das Rheinische Landesmuseum sind diesen Monat Schauplatz des bundesweiten Wettbewerbs.

Schulklassen bei der Eröffnung des "lyrix"-Wettbewerbs, Foto: Marie Baum

Schulklassen bei der Eröffnung des „lyrix“-Wettbewerbs, Foto: Marie Baum

Dr. Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums Simeonstift, sowie Barbara Mathea, Ministerium für Bildung, gaben den Auftakt der Eröffnung.
„Ich bin neidisch, wenn ich sehe, welche Möglichkeiten den Schülern und Schülerinnen heutzutage geboten wird.“ so Mathea. Doch sie betont auch, dass es gut ist,  solche Organisationen zu haben, die den Jugendlichen den Spaß am Dichten und der deutschen Sprache vermitteln und fördern.

Umso wichtiger, dass es immer wieder Nachwuchsdichter gibt und „lyrix“ so viel Anklang findet. Zu der Eröffnung waren einige Schulen vertreten, wie das Thomas-Morus-Gymnasium Daun, das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Trier, das Auguste-Viktoria-Gymnasium Trier, Friedrich-Spee-Gymnasium Trier und das Stefan-Andres-Gymnasium Schweich.

Georg Bydlinski, Kinderbuchautor und Musiker, Foto: Marie Baum

Georg Bydlinski, Kinderbuchautor und Musiker, Foto: Marie Baum

Besondere Aufmerksamkeit wurde Martin Piekar zu Teil, der mit seinem Gedicht, den Saal in Stille versetzte. Der ehemalige „lyrix“-Teilnehmer war bereits mehrfacher Monatssieger sowie Jahrespreisträger und födert selbst junge Nachwuchstalente und Schreibwerkstätten. 2014 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „Bastard Echo“ und wurde World Lyrikwrestling Champion. Piekar ist sicher nur ein Beispiel von vielen, die aus den Erfahrungen des Gedichtwettbwerbs „lyrix“ profitieren und aus seinem Hobby ein Beruf machen konnten.

Anschließend konnten die Schüler und Schülerinnen nach einer kleinen Erfrischung und Stärkung die Nero-Ausstellung besichtigen sowie ihre Dichterkenntnisse in Lyrix-Workshops erweitern.

Eröffnung des "lyrix"-Wettberwerbs, Foto: Marie Baum

Eröffnung des „lyrix“-Wettberwerbs, Foto: Marie Baum

„lyrix“ was ist das?

Jeden Monat bieten je ein zeitgenössisches Gedicht und ein Exponat aus einem Museum Inspiration für interessierte Jugendliche. Die Teilnehmer, im Alter zwischen 10 und 20 Jahre, können ihren Gedanken freien Lauf lassen und Gedichte passend zu den Themen schreiben. Die Gedichte können dann eingesendet werden. Aus allen Einsendungen wählt dann eine Jury jeden Monat fünf Gewinner. Unter den Monatsgewinnern werden dann nochmals zwölf Jahresgewinner ausgewählt und zu einer Reise nach Berlin eingeladen.

Eine Kostprobe: Die letzten Gewinner von „lyrix“ vom Dezember 2015

Bürgerbananen

Alexander Schmitt (1999)

Bürgerbananen;
GRUNDVERSCHIEDEN!
Gezwungene Uniformen:
Steif, Still, Gerade!
Aber krumm bleibt krumm.

Ist krumm gleich dumm?
Senke plus Steigung:
Addiert Gerade.
Ists nicht so?
Aber krumm bleibt krumm.

Krumm gemacht,
Gesellschaft, Eltern.
Reputation gewünscht,
Rezension „geschenkt“.
Aber krumm bleibt krumm.

Kopf funktioniert.
Nicht.
Formatierte Festplatte,
Gebrannte Meinung.
Bild: Manipulation!
Aber krumm bleibt krumm.

Licht aus für Deutschland.
Deutsche Alternative?
Veränderung: Ja!
Alternative: Nein!
Bodenlos Dumm.
Ist krumm gleich dumm?
Aber krumm bleibt krumm.

Bürgerbananen sind:
Affenfutter; Alternative Affen.
Intelligenz verschwunden?
Sie ist weggelaufen: Geflüchtet!
Kultur bedroht? Nein!
Es ist Bereicherung!
Deutschlands Reichtum aufgefüllt!
Aber krumm bleibt krumm.

Herr Ober? Ja!
Erkenntnis bitte!
Bürgerbananen hört!
Seid kein Affenfutter!
Nicht für Alternative Affen!
Ihr seid krumm.
Und krumm bleibt krumm.

Du willst mitmachen? Na dann los!

Jeden Monat kann ein Gedicht unter einem neuen Thema eingereicht werden. Die Gedichteinsendung erfolgt über ein Online-Formular auf bundeswettbewerb-lyrix.de.

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