Oberliga: Der FSV Salmrohr zwischen Umbruch und Kontinuität

Christian Rauen und Daniel Schraps im Gespräch mit 5vier

Von Stephen Weber

Das Fußballschlachtschiff FSV Salmrohr befindet sich derzeit in schwerer See. Nach den Rücktritten von Helmut Meeth und Friedhelm Rach übernahm der zweite Vorstandsvorsitzende Christian Rauen übergangsweise das Ruder des Oberligisten. 5vier sprach mit dem Lotsen und mit Kapitän Daniel Schraps über den weiteren Kurs des Vereins.

Salmtalstation
Es warten richtungsweisende Monate auf das altgediente Salmstadion

Die Meldung der zurückliegende Woche, dass Helmut Meeth nach sechsjähriger Amtszeit als Vorstandsvorsitzender des FSV Salmrohr mit sofortiger Wirkung seinen Posten niederlegt, kam überraschend. Mit ihm gab auch Friedhelm Rach seine langjährige Funktion als Sportlicher Leiter auf. Seitdem stehen viele Fragezeichen hinter dem Oberligaklub, der zur Winterpause aktuell auf dem vierten Tabellenplatz rangiert.

Bauunternehmer Christian Rauen und FSV-Geschäftsführer Thomas Kröffges werden kommissarisch die administrative Lücke im Verein schließen. Ein Umbruch, der wohl seine Zeit benötigen wird, wie Rauen herausstellt: „Die Zeit vor Weihnachten ist für solch eine Umstrukturierung natürlich ungünstig. Gegenwärtig wird Vieles von der Firma Meeth auf uns umgestellt, was sicherlich erst im neuen Jahr vollends abgeschlossen sein wird. Bis dahin sind wir damit beschäftigt, die Zahlen zu prüfen und gegenprüfen zu lassen. Eines kann ich doch jetzt schon sagen: Der Spielbetrieb für die gesamte Rückrunde ist gesichert.“

Vieles spricht für Coach Schüller

Salmrohr muss zurück in die Spur finden (Foto: Sebastian Schwarz)
FSV-Kapitän Daniel Schraps möchte sich auf das Sportliche konzentrieren (Foto: Sebastian Schwarz)

Dass die ursprünglich anberaumte außerordentliche Mitgliederversammlung am 17. Januar unter den gegebenen Umständen stattfinden wird, bezweifelt Rauen, der sich allerdings durchaus ein Engagement als Steuermann des FSV vorstellen kann: „Ich sage mal so: Es ist nicht ausgeschlossen. Aber selbstverständlich kann ich zum aktuellen Zeitpunkt keine konkrete Wasserstandsmeldung abgegeben.“ Ebenso unklar wie die Besetzung der Führungsriege ist die Zukunft des Vereins über die Spielzeit hinaus: „Für 2014 müssen wir schauen, inwieweit wir Sponsoren gewinnen können, um die nötigen finanziellen Mittel für den Oberligabetrieb zu sichern. Das ist durch die neue Situation nicht leichter geworden“, lässt Rauen durchblicken.

Während strukturell einiges umgewälzt wird, möchte man bei der ersten Mannschaft auf Kontinuität setzen. Neuzugänge und Abgänge seien aus diesem Grund kein Thema, wie Rauen bestätigt: „In dieser Richtung ist nichts geplant. Die Mannschaft ist sehr stark, wenn nicht sogar spielerisch die beste in der gesamten Liga.“ Und auch bei der Trainerfrage bahnt sich eine Entscheidung an. Hieß es noch vor zwei Monaten bei der Entlassung von Coach Patrick Klyk, man plane mit Co-Trainer Uwe Schüller zunächst nur bis zur Winterpause, scheint sich eine weitere Zusammenarbeit anzudeuten. Dazu Rauen: „Wir saßen letzte Woche zusammen und haben das Thema besprochen. Grundsätzlich würde nichts dagegen sprechen, den Weg mit Uwe Schüller weiterzugehen. Aber Definitives kann ich hier noch nicht vermelden.“

Schraps: „Einfach auf das Sportliche konzentrieren“

Die Spieler des FSV genießen derweil ihre wohlverdiente Winterpause. Trotz eines durchwachsenen Hinrundenabschlusses liegt das Team von der Salm nur drei Punkte hinter einem begehrten Relegationsplatz. Doch auch für sie rückte nach dem Abgang Meeths das Sportliche zunächst in den Hintergrund, wie Mannschaftskapitän Daniel Schraps betont: „Wir haben es einen Tag nach dem letzten Training aus der Presse erfahren und waren allesamt überrascht und traurig, dass es nicht gemeinsam weitergeht. Wir haben dann viel im Team miteinander kommuniziert und sind natürlich gespannt, was die Mitgliederversammlung im nächsten Jahr bringen wird.“

Von der Situation um die Führungsriege möchte sich der Kapitän indes nicht beeindrucken lassen. Schraps sieht die Unsicherheit sogar als Chance für die Rückrunde: „Wir haben in der Mannschaft beschlossen, dass wir uns nun einfach auf das Sportliche konzentrieren und versuchen werden, das weiterzuführen, was Helmut Meeth die vergangenen Jahre hier aufgebaut hat. Vielleicht ist die neue Situation jetzt gerade gut, weil wir in der Rückrunde einfach nur Fußball spielen müssen.“

Ob der FSV Salmrohr eine sportliche Flaute vermeiden kann, werden die kommenden Monaten weisen…

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