Oberliga: Salmrohr zittert sich zum Sieg gegen Ludwigshafen

Aus Salmrohr berichtet
Andreas Gniffke (Text und Fotos)

Nach einer knappen Stunde schien das Spiel bereits gelaufen zu sein. Der FSV Salmrohr führte gegen den FC Arminia Ludwigshafen beruhigend mit 3:0 und hatte in der Folge zahlreiche Torgelegenheiten, um das Spiel endgültig zu entscheiden. Doch ein Doppelschlag von Kevin Schlawjinski ließ den FSV zittern, am Ende stand jedoch ein nicht unverdienter 4:2-Erfolg.

Mit Herzproblemen sollte man den Kunstrasenplatz in Salmrohr tunlichst meiden, denn über mangelnde Spannung kann man sich bei den Spielen des FSV in dieser Saison wahrlich nicht beklagen. Mit Arminia Ludwigshafen kam am gestrigen Samstag ein starker Aufsteiger ins Salmtal und die Frage war, ob Salmrohr die deutliche 5:2-Niederlage in Zweibrücken verarbeitet hatte. Dies schien zunächst nicht der Fall zu sein, denn die ersten zehn Minuten spielten nur die Gäste aus der BASF-Stadt, die zu zahlreichen Standardsituationen und Torchancen kamen. „Da waren wir nicht wach“, bilanzierte Salmrohrs Trainer Robert Jung nach dem Spiel. Bereits in der zweiten Minute verfehlte Mario Cuk den Kasten von Karl-Heinz Kieren nur knapp. Zwei Minuten später spielte Kai Mueller mit der FSV-Abwehr Katz und Maus und hatte nur noch Kieren gegen sich, der aber geschickt den Winkel verkürzte und von Mueller angeschossen wurde.

Torjäger Dino Toppmöller (Mitte) traf zum 2:0 für Salmrohr.

Nach diesem schwachen Beginn fand Salmrohr etwas besser ins Spiel und wurde nach 14 Minuten gleich mit der ersten Torchance belohnt. Der starke Mike Gaugler spielte auf Matondo Makiadi, der die Übersicht behielt und den Ball zurück auf den freistehenden Gaugler passte, der ruhig zur 1:0-Führung einschieben konnte. Der FSV blieb jetzt am Drücker und legte gleich nach. In der 18. Minute setzte sich wiederum Makiadi an der Eckfahne gegen seinen Gegenspieler durch und brachte den Ball gefährlich vor das Tor. Dino Toppmöller stand da, wo ein Torjäger seines Kalibers einfach stehen muss und vollstreckte eiskalt zum 2:0. Die Gäste waren nun geschockt und verloren völlig ihre spielerische Linie. Gefahr kam in dieser Phase nur bei Distanzschüssen auf, so klärte Kieren in der 32. Minute einen Schuss von Markus Schmitt zur Ecke. Der FSV nahm nun das Tempo heraus und kontrollierte das Spiel aus einer sicheren Defensive heraus. So ging es mit dem 2:0 auch in die Kabine.

Nach dem Pausentee kamen zunächst wieder die Gäste besser ins Spiel. Ein Distanzschuss vom sehr starken Tim Amberger strich in der 48. Minute knapp am linken Pfosten vorbei. Doch auch Salmrohr blieb gefährlich, in der 52. Minute demonstrierte Dino Toppmöller erneut seine haushohe Überlegenheit im Luftkampf, sein Kopfball ging aber knapp drüber. Dann begannen die Minuten des Matondo Makiadi. Eine Minute nach Toppmöllers Chance nahm er einen Pass von Alexander Adrian auf, scheiterte aber am Gästetorhüter Michael Hauk. Doch der zur Halbzeit für den angeschlagenen Tobias Baier eingewechselte Pascal Meschak stand goldrichtig und staubte zum 3:0 ab. Doch Makiadi ließ sich nicht entmutigen und arbeitet weiter an seinem Treffer. In der 56. Minute setzte er einen Lupfer aus spitzem Winkel auf die Latte, vier Minuten später scheiterte er erneut an Hauk, der seine Mannschaft in dieser Phase am Leben hielt. Dem quirligen Makiadi dagegen blieb ein Treffer versagt.

Zwei gefährliche Freistöße für Ludwigshafen hätten beinahe den Ausgleich gebracht.

Nach einer Stunde wechselte Gästetrainer Thomas Fichtner zum dritten Mal und bewies dabei ein goldenes Händchen. Für Kai Mueller brachte er Kevin Schlawjinski ins Spiel, der zwei Minuten nach seiner Einwechslung zuschlug, und zwar gleich doppelt. Einem ersten treffer in der 62. Minute ließ er innerhalb von 60 Sekunden gleich einen zweiten folgen, wobei sich die FSV-Abwehr fragen lassen muss, wie man Schlawjinski so allein am langen Pfosten einköpfen lassen kann. „Wir machen uns das Leben immer selbst schwer“, klagte Stürmer Dino Toppmöller nach dem Spiel und dem ist wohl wenig hinzuzufügen. Mit dem 3:2 waren die Pfälzer nun wieder voll im Spiel und Hektik kam auf, auch von Seiten der nicht immer fairen Gästebank. Der FSV war verunsichert und Ludwigshafen witterte seine Chance, war aber anfällig für Konter. In der 75. Minute hatte Toppmöller die Entscheidung auf dem Fuß, versuchte den Ball aber etwas zu lässig über Torwart Hauk zu lupfen.

Jubel in Salmrohr, Enttäuschung in Ludwigshafen.

Eine Minute später dann Verwirrung auf den Rängen. Nach einem harten Einsteigen gegen Mario Cuk im FSV-Strafraum war die Gestik von Schiedsrichter Patrik Meisberger nicht eindeutig zu erkennen, er entschied schließlich auf indirekten Freistoß aus acht Metern. Steffen Burkhard hämmerte den Ball aufs Tor, doch Kieren konnte parieren und hielt auch den Nachschuss. In der 82. Minute hatten die Gäste die nächste gute Chance, Markus Schmitt war kurz vor der Strafraumgrenze regelwidrig gestoppt worden. Erneut versuchte es Burkhard, der aber statt des Tores Dino Toppmöller in der Salmrohrer Sieben-Mann-Mauer traf. Salmrohr kämpfte verbissen um den Sieg, musste aber bis zur Nachspielzeit zittern. In der 93. Minute setzte sich der eingewechselte Tim Köhler auf der rechten Seite schön durch und brachte den Ball gefährlich vor das Tor. Sebastian Luber fälschte den Ball unglücklich zum 4:2-Endstand ins eigene Tor ab, Schiedsrichter Meisberger pfiff das Spiel nach diesem Treffer gar nicht mehr an. Salmrohr hatte sich die drei Punkte aufgrund einer starken Leistung zwischen der zehnten und 60. Minute redlich verdient, hätte sich aber auch über den Ausgleich nicht beschweren können. In der Tabelle rangieren die Salmtaler nun auf Platz sechs, drei Punkte hinter Spitzenreiter Völklingen.

Trainer Robert Jung war nach dem Spiel sichtlich erleichtert: „Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Das Spiel hatte unterschiedliche Phasen. Zu Beginn waren wir gar nicht auf dem Platz, haben dann aber unsere Sicherheit gefunden und vor allem hinten gut gestanden. Wir haben im Prinzip bis zur 60. Minute keinen Fehler gemacht, dann aber gleich zwei in einer Minute. Ludwigshafen hat gezeigt, dass sie eine starke Mannschaft sind, und sie hatten vor allem durch die Standards mehrfach die Chance zum Ausgleich, letztendlich hätten wir uns über das 3:3 nicht beschweren dürfen. Betrachtet man die gesamten 90 Minuten, bin ich aber der Meinung, dass der Sieg in Ordnung geht. Jetzt warten ein paar sehr schwere aber reizvolle Aufgaben auf uns.“

STATISTIK

FSV Salmrohr (Trainer Robert Jung):
Kieren – Fischer, Hohns, Kühne, Förg – Schraps, Gaugler (87. Mies), Adrian – Makiadi (88. Köhler), Baier (46. Meschak), Toppmöller

FC Arminia Ludwigshafen (Trainer Thomas Fichtner):
Hauk – Michel, Rillig, Berrafato (ab 46. Tauche), Luber – Burkhard, Leideck (ab 46. Allen), Cuc, Mueller (60. Schlawjinski), Amberger – Schmitt

Tore

1:0 Mike Gaugler (14.)
2:0 Dino Toppmöller (18.)
3:0 Pascal Meschak (53.)
3:1 Kevin Schlawjinski (62.)
3:2 Kevin Schlawjinski (63.)
4:2 Sebastian Luber (93. Eigentor)

Schiedsrichter: Patrik Meisberger (Schmelz)

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