Regionalligen im Blick: Die Regionalliga Nordost

Zweiter Teil der Regionalligaserie

Von Jan Kowalski

Von einem wirklichen Winter kann man zurzeit in Deutschland nicht sprechen, trotzdem macht der Fußballbetrieb in diesen Monaten eine Pause. Die Gelegenheit, um auch mal in andere Fußballregionen der Republik zu blicken. Im zweiten Teil unserer 5vier-Regionalligaserie geht es in den Nordosten.

DFB-Pokal Eintracht Trier - 1-FC Koeln

Große DDR Fußballtradition

Die Regionalliga Nordost ist die kleinste der fünf vierten Spielklassen in Deutschland. Lediglich 16 Mannschaften spielen einen Relegationsplatz und zwei direkte Abstiegsränge aus. Doch unter den Teams der Liga finden sich einige Vereine mit großer, sogar internationaler, Fußballvergangenheit. Die großen DDR Fußballklubs Carl Zeiss Jena (dreimal DDR Meister und Finalist im Europapokal der Pokalsieger 1981), 1.Fc Magdeburg (dreimaliger DDR Meister und 1974 Sieger im Europapokal der Pokalsieger) und Lokomotive Leipzig (Finalist im Europapokal der Pokalsieger 1987) finden sich alle unter den 16 Teams der Regionalliga. Hinzu kommen ganze fünf Teams aus Berlin und Babelsberg und insgesamt nur zwei zweite Mannschaften von Bundesligisten.

Im Schnitt schauen sich etwa 1470 Zuschauer eine Partie in der Regionalliga Nordost an. Wobei hier, wie in den anderen Ligen auch, die beiden Zweitvertretungen am Ende der Zuschauertabelle stehen – mit nur etwa 500 Besuchern pro Partie. Am meisten Menschen locken die ehemaligen großen DDR Clubs ins Stadion sowie der Absteiger aus Babelsberg. Der 1.FC Magdeburg führt die Zuschauertabelle dabei mit im Schnitt 5200 Zuschauern weit vor Carl Zeiss Jena mit etwa 3500 Besuchern an. Im Schnitt können acht Mannschaften mehr als 1000 Zuschauer bei ihren Heimspielen begrüßen, ein sehr guter Schnitt für die kleine Liga im Nordosten.

Überraschender Tabellenführer

An der Tabellenspitze der Regionalliga Nordost steht nach 16. Spieltagen völlig überraschend die TSG Neustrelitz mit bereits 40 Punkten auf dem Konto. Die vom ehemaligen Nationalspieler Thomas Brdaric gecoachte Mannschaft aus Mecklenburg Vorpommern spielte eine brillante Hinrunde mit 13 Siegen in Folge und wurde erst am 16. Spieltag von Verfolger Jena besiegt. Die Neustrelitzer ließen dabei nur neun Gegentore zu und konnte die als Relegationsteilnehmer gehandelten Mannschaften aus Jena und Magdeburg mit sieben Punkten distanzieren. Nach Vereinsangaben wird jetzt bei der TSG Neustrelitz auch für die 3.Liga geplant und ein Lizenzantrag gestellt.

Verfolgt wird der souveräne Tabellenführer von einem Viergespann, wobei der Berliner AK  seine gute Ausgangslage am Ende der Hinrunde durch einige Niederlagen ein wenig verspielte. Auf Platz zwei und drei stehen punktgleich die ehemaligen DDR Meister aus Magdeburg und Jena, gefolgt von der zweiten Mannschaft von Union Berlin und eben dem Berliner AK. Aus diesen vier Mannschaften kommen auch die torgefährlichsten Spieler der Liga. So traf der Magdeburger Christian Beck bereits 14 mal für sein Team und führt die Torjägerliste damit deutlich vor David Hollwitz von Union Berlin II mit zehn Treffern an.

Zwischen Platz sechs und 13 wird es dann sehr eng im Mittelfeld der Tabelle. Nur sechs Punkte trennen Germania Halberstadt (Platz sechs) und den VFB Auerbach (Platz 13), dazwischen finden sich die beiden Aufsteiger aus den Oberligen und auch der Absteiger der dritten Liga aus Babelsberg.

Am Tabellenende steht der Kultclub Lokomotive Leipzig mit nur acht Punkten aus bisher 14 Spielen, auch der zweiten Mannschaft der Hertha aus Berlin mit neun Punkten geht es nicht viel besser. Beide versuchen noch Optik Rathenow auf dem Nichtabstiegsplatz 14 zu erreichen, die aber mit 13 Punkten auch fast schon Anschluss ans große Mittelfeld haben.

3. Liga im Nordosten ?

Bei den Transferbewegungen kann man bisher noch keine großen Taten vermelden. Der Tabellenführer aus Neustrelitz kündigte an nochmals aufzurüsten und hat dazu bereits zwei Spieler verpflichtet. Alle andern Mannschaften warten erst mal den Trainingsauftakt ab, um Testspieler begrüßen zu dürfen.

Die Regionalliga Nordost bietet für die Rückrunde, trotz der klaren Tabellenführung der TSG Neustrelitz, noch genug Spannung. Wird es dem Überraschungsteam von Thomas Brdaric gelingen die ehemaligen DDR Größen aus Jena und Magdeburg zu düpieren oder bricht die Mannschaft nach der Winterpause ein? Auch am Tabellenende ist Spannung in Sicht, wenn es Leipzig gelingen sollte ein paar Punkte in den Nachholspielen  zu machen. Dass der Vertreter aus dem Nordosten bei der Relegation zu beachten ist, hat letztes Jahr RB Leipzig gezeigt. Die dritte Liga ist für einige Vereine in der Regionalliga Nordost das große Ziel, weswegen man den Vertreter aus dem Nordosten besonders beachten sollte.

Nächste Woche geht es weiter mit der Regionalliga Nord.

Hier geht es zum ersten Teil unserer Serie Regionalligen im Blick: Regionalliga Bayern.

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