Eintracht Trier II siegt 2:1 beim Liga-Neuling in Lüxem

Rheinlandliga: SVE II mit Derbysieg bei der SG Lüxem-Wittlich - Arbeck Matchwinner

Von Benedikt Rupp (Text und Fotos)

Die zweite Mannschaft von Eintracht Trier ist mit einem Erfolg in die neue Rheinlandliga-Saison gestartet. Das Team von Cheftrainer Herbert Herres gewann das Derby bei Aufsteiger SG Wittlich/Lüxem knapp mit 2:1. In einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel bescherte Kevin Arbeck der Eintracht mit seinem Treffer in der 81. Spielminute die ersten drei Punkte.

In Lüxem können die Fans endlich wieder Rheinlandliga-Fußball erleben Foto: Benedikt Rupp

In Lüxem können die Fans endlich wieder Rheinlandliga-Fußball erleben.

Schönes Wochenende für alle Fans von Eintracht Trier: Nachdem die erste Mannschaft ihr Spiel in Zweibrücken souverän mit 3:0 gewann, legte die zweite Garde der Eintracht einen 2:1-Sieg bei der SG Wittlich nach. Allerdings musste die U23 härter um den Sieg kämpfen als die Regionalliga-Garnitur – aber der Reihe nach.

Vor Spielbeginn merkte man in Lüxem die Vorfreude auf die neue Saison und die neue Liga. 13 Jahre ist es her, als die SG Wittlich das letzte Mal ein Spiel oberhalb der Bezirksliga bestritt. „Ich bin schon ein wenig nervös. Es kribbelt im Bauch. Wir freuen uns auf die Saison,“ meinte der 1. Vorsitzende der SG Wittlich, Jörg Ehlen. Im Jahr 2000 stieg der Verein in die Bezirksliga ab und fand lange Zeit nicht mehr den Weg zurück in die sechsthöchste deutsche Fussballliga. Doch im letzten Jahr marschierte die SG durch und schaffte mit haushohem Vorsprung den langersehnten Aufstieg in die Rheinlandliga.

Hier versucht SG-Akteur Daniel Ulbrich auf der linken Seite durchzubrechen Foto: Benedikt Rupp

Hier versucht SG-Akteur Daniel Ulbrich auf der linken Seite durchzubrechen.

Rund 400 Zaungäste wollten ihre SG bei sonnigem Wetter im ersten Spiel der neuen Runde kicken sehen. Auch ein paar Fans der Eintracht hatten den Weg nach Lüxem gefunden. 30 Minuten Autofahrt trennen Trier und Lüxem, weshalb die Zuschauer nicht nur ein ganz normales Fußballspiel, sondern ein waschechtes Derby zu sehen bekamen.

Die Partie begann zunächst ausgeglichen. Die Eintracht gab in der dritten Minute den ersten Warnschuss ab. SG-Keeper Mike Neumann musste aber nicht eingreifen, denn die Kugel ging ein gutes Stück links vorbei. Eine Minute später kam der Gastgeber zu seiner ersten Torszene. Moritz Habscheid schoss aus gut 18 Metern aber genau in die Arme von SVE-Torwart Jens Freis. Dieser war in der Sommerpause von Wittlich nach Trier gewechselt und musste gleich in seinem ersten Match gegen die alten Kollegen ran. In der 11. Minute musste die Eintracht bereits das erste Mal auswechseln. Meliani Saim ersetzte den angeschlagenen Nino Sehovic.

Nach 15 Minuten übernahm der Gast aus Trier das Kommando. Der SVE erabeitete sich mehr Spielanteile. Wittlich agierte meist zu hektisch und produzierte zu viele Fehlpässe in der eigenen Hälfte. „Ich denke, Trier kam etwas besser ins Spiel als wir. Wir waren ein bisschen zu ängstlich,“ meinte auch Frank Meeth, Trainer der SG Wittlich. Trier münzte seine Feldüberlegenheit folgerichtig auch in Chancen um. Nach einem Eckball kam Alexandru Balota gut sechs Meter vor dem Gehäuse völlig frei zum Kopfball, aber Neumann parierte hervorragend (15.). Aus heiterem Himmel folgte dann vier Minuten später die Riesenchance zur 1:0-Führung für die Hausherren. Alexander Klein bugsierte das Leder vom linken Strafraumeck an die Latte. Doch auch danach waren die Gäste spielerisch und technisch einen Schritt voraus. In der 26. Minute war es dann soweit. Meliani Saim flankte von rechts flach in die Mitte, Neumann unterlief den Ball – und am zweiten Pfosten schob Ramon Stief aus kurzer Distanz zur 1:0-Führung für den SVE II ein.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kontrollierten die Gäste das Geschehen. Sie machten die Räume eng und ließen Wittlich zunächst nicht nennenswert in Tornähe kommen. Fünf Minuten vor der Pause überschlugen sich plötzlich die Ereignisse. Binnen 120 Sekunden hätte der SVE gleich zweimal für eine Vorentscheidung sorgen können.  In der ersten Szene erreichte ein langer Ball aus der eigenen Hälfte Kevin Arbeck, der den letzten gegnerischen Verteidiger stehen ließ und aus etwa acht Metern knapp rechts vorbeischoss. Die zweite Chance, um auf 2:0 zu erhöhen, hatte Faisal Aziz. Er scheiterte nach mustergültiger Vorarbeit von Arbeck aus kurzer Distanz an Keeper Neumann. Und damit noch nicht genug: Sekunden später hatte Wittlich die große Chance zum Ausgleich. Yannic Nau schoss nach einem Freistoß aus dem Gewühl heraus auf den gegnerischen Kasten. Jens Freis parierte das Leder.

Wiederum eine Minute später glichen die Gastgeber dann aus. Alexander Klein verwertete mit dem Kopf nach einer Ecke von Hendrik Könemann. „Nach dem wir einige brenzlige Situationen mit etwas Glück überstanden hatten, kamen wir dann auch besser ins Spiel. Das 1:1 war dann auch nicht so unverdient, nachdem Jens Freis gegen Yannic Nau vorher eine Riesenaktion hatte,“ sagte Meeth.

Die SG Wittlich kam in zum Ende des Spiels oft einen Schritt zu spät Foto: Benedikt Rupp

Die SG Wittlich kam zum Ende des Spiels oft einen Schritt zu spät.

Nach dem Seitenwechsel war zunächst Wittlich spielbestimmend. Bis zur 65. Minute erarbeiteten sich die Gastgeber einige gute Möglichkeiten. Allerdings verpasste es die SG, die Chancen in Tore zu verwerten. „In der zweiten Halbzeit haben wir dann etwas den Faden verloren. Die letzten 20 Minuten waren wir wieder klar am Drücker und haben letztendlich hochverdient gewonnen,“ meinte SVE-Coach Herbert Herres. Mit zunehmender Spielzeit nahm die Eintracht tatsächlich wieder das Heft in die Hand. Beim Gastgeber schienen die Kräfte zu schwinden. Ein ums andere Mal kamen die Gäste über die rechte Seite zu gefährlichen Aktionen. Es dauerte bis zur 81. Minute als SVE-Akteur Kevin Arbeck den Siegtreffer zum 2:1 erzielte. Bis zum Schluss kämpfte die SG tapfer und versuchte noch den Ausgleich zu schaffen. Es fehlte aber ein klarer Torabschluss. Trier brachte den Derbysieg über die Zeit. „Insgesamt waren wir zu ängstlich. Die Abwehr hat sich nicht getraut, eine spielerische Linie reinzubringen. In der zweiten Halbzeit sah ich uns dann in den ersten 15 Minuten stärker. Da hätten wir ein Tor erzielen können. Doch zum Schluss wurde Trier wieder besser. Und ein individueller Fehler von Könemann entscheidet das Spiel,“ resümierte Frank Meeth die Partie seiner Wittlicher.

Statistik

SG Wittlich/Lüxem – Eintracht Trier II 1:2 (1:1)

Wittlich: Neumann – Ulbrich, Stoffel, Hinrichs, Mittler – Könemann, Thörner, A. Klein, Nau (56. Hubo) – Habscheid (63. Schmidt), Hoffmann (74. J. Klein)

Trier: Freis – R. Mohsmann, F. Mohsmann, Schmitt, Kautenburger – Stief, Weins, Balota, Sehovic (11. Saim), Arbeck – Aziz

Schiedsrichter: Thomas Rossi (Klotten)

Tore: 0:1 Stief (26.), 1:1 A. Klein (44.), 1:2 Arbeck (81.)

Zuschauer: 400

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