Rheinlandliga: Schweicher Heimfluch hält an – 2:3 gegen Tarforst

Aus Schweich berichtet
Andreas Gniffke (Text und Fotos)

Am Ende kochten die Emotionen in Schweich doch noch hoch. 2:3 musste man sich im Derby dem FSV Trier-Tarforst geschlagen geben und eine umstrittene Entscheidung des Schiedsrichtergespanns versetzte Mannschaft und Zuschauer am Winzerkeller in Rage. Ein fragwürdiger Strafstoß zum zwischenzeitlichen 3:1 für Tarforst beendete die Drangperiode der Mosella, und besiegelte die vierte Heimniederlage in Folge.

Carsten Reis schafft es nicht, den Ball am schon geschlagenen Markus Schwind vorbei ins Tor zu bekommen

Bei bestem Fußballwetter sahen etwa 450 Zuschauer ein über weite Strecken zerfahrenes und kampfbetontes Derby. Gelungene Spielzüge waren Mangelware, Torchancen gab es vor allem als Folge von Standardsituationen. Die Gastgeber kamen dabei besser in die Partie, doch Schüsse von Eugen Keller und Carsten Reis fanden gleich zu Beginn nicht den Weg ins Tarforster Gehäuse. Die beste Chance hatte erneut Reis in der 14. Minute im Anschluss an eine Ecke, doch er vermochte den Ball nicht im Tor unterzubringen, obwohl Torwart Markus Schwind bereits chancenlos auf dem Boden saß. Die erste gelungene Offensivaktion der Gäste stellte ein Distanzschuss von Torjäger Patrik Kasel dar, den Dario Mock aber sicher parieren konnte (21.).

Tarforst jubelt über das 1:0 durch Maximilian Meyer

Doch das Spiel begann sich nun zu drehen. Schweich verlor die spielerische Linie und Tarforst übernahm zunehmend das Kommando. Das sollte sich auch in Torgelegenheiten auszahlen. In der 23. Minute scheiterte Nils Spruck freistehend an Mock, doch nur eine Minute später zappelte der Ball im Schweicher Netz. Nach einer schnellen Balleroberung ließ Maximilian Meyer Mock mit einem satten Schuss keine Chance und erzielte das 1:0 (24.). Die Mosella hatte die vergangenen Heimniederlagen wohl noch im Hinterkopf und wurde nervös. Auch Torhüter Mock ließ sich anstecken und konnte einen an sich harmlosen langen Ball nicht fangen, doch Florian Weirich konnte das Geschenk nicht annehmen und schlenzte den frei gewordenen Ball am langen Pfosten vorbei (29.). Von der Mosella kam in dieser Phase nicht viel. Immer wieder wurde versucht, den meist völlig auf sich allein gestellten Sebastian Schäfer mit langen Bällen ins Spiel zu bringen, doch die Abwehr des FSV hatte keine Probleme und man kontrollierte die Partie nach Belieben. Lediglich einmal keimte Gefahr auf, als Eugen Keller auf halbrechts aus den Augen verloren wurde. Dessen Schuss aufs lange Eck verunglückte zwar, doch Andreas Schneider verfehlte die unfreiwillige Vorlage nur knapp (38.).

So war es letztendlich völlig verdient, dass Tarforst noch vor der Pause auf 2:0 erhöhte. Ein präziser langer Ball von Stefan Fleck kam zu Florian Weirich, der auf der linken Seite völlig allein gelassen wurde. Mit einem harten und platzierten Schuss aufs kurze Eck konnte er Dario Mock überwinden, ganz unhaltbar schien der Ball aber nicht gewesen zu sein (40.). Doch am jungen Torhüter der Mosella lag es beileibe nicht. Eine Minute vor der Pause parierte er einen Schuss von Patrick Kasel glänzend, der zuvor von Philipp Hermes herrlich freigespielt worden war. So blieb es beim 2:0 für Tarforst.

Sebastian Schäfer (links) war im Sturm der Mosella vor allem in der ersten Hälfte meist auf sich allein gestellt

Schweich stellte zur zweiten Halbzeit das System um und brachte mit Markus Wolff und Florian Beaudouin neue Offensivkräfte. Das tat der Mannschaft sichtlich gut und sollte sich schnell auszahlen. Doch es war wieder eine Standardsituation, die die Gastgeber zurück ins Spiel brachte. Eine Ecke von Sebastian Schäfer wuchtete Kapitän Patrick Quary mit dem Kopf ins Tor (48.). Doch Tarforst zeigte gleich eine Reaktion. Fast im direkten Gegenzug war es Stefan Castello, der das Tor nur knapp verfehlte. An der Seitenlinie drängte Trainer Stefan Fries auf das dritte Tor. Das Spiel war nun ausgeglichener mit Vorteilen bei der Mosella. Es war Torhüter Markus Schwind zu verdanken, dass es bei der Tarforster Führung blieb, denn der Routinier klärte gegen Tobias Rohr und Florian Beaudouin zweimal glänzend (69. und 73.).

Auch nach dem Spiel erregte die Entscheidung des Schiedsrichterassistenten (rechts) noch die Gemüter

Tarforst schaffte es nur selten, gegen die aufgerückten Schweicher präzise Konter zu spielen. Einer der wenigen brachte in der 78. Minute Patrik Kasel ins Spiel, der den Ball im Strafraum nicht kontrollieren konnte, dabei aber von Matthias Burbach leicht gehalten wurde. Kasel nutzte die Situation clever und ging zu Boden, doch Schiedsrichter Hermann Condné aus Gillenfeld ließ zunächst weiterspielen. Anders beurteilte aber sein Assistent an der Linie die Situation, der Foul anzeigte und Condné umstimmte. Es gab Elfmeter für Tarforst (den vierten in den vergangenen drei Begegnungen) und die Spieler der Mosella protestierten vehement und zu Recht. Stefan Fleck ließ sich von der Aufregung nicht beeindrucken und verwandelte sicher zum 1:3 (79.). Schweich resignierte nun etwas und es war kein Aufbäumen zu erkennen. Zwar kamen die Gastgeber in der Nachspielzeit nach einem Freistoß noch zum Anschlusstreffer durch ein Eigentor von Martin Gorges, doch wenig später pfiff Schiedsrichter Condné ab und musste sich noch minutenlang den protestierenden Schweichern erwehren. Letztendlich geht der Sieg des FSV durchaus in Ordnung, da Schweich zu wenig Torgefahr entwickelte und vor allem in der ersten Hälfte die spielerische Linie zeitweise völlig verloren hatte. Die Mosella steckt nun wirklich im tiefsten Abstiegskampf und muss hoffen, dass gegen Bad Breisig auch die Serie von guten Auswärtsergebnissen anhält.

STIMMEN:

Johannes Rohr (sportlicher Leiter TuS Mosella Schweich):
„Es ist mir unerklärlich, warum wir nach einem guten Beginn auf einmal so abgebaut haben. Die Niederlage ist insgesamt völlig unnötig und wir waren drauf und dran, den Ausgleich zu schaffen. In der zweiten Hälfte hatten wir wieder die nötige Dynamik entwickelt, aber nach dem Strafstoß hatten wir dann nichts mehr entgegenzusetzen.“

Stefan Fries (Trainer FSV Trier-Tarforst):
„Das war insgesamt gesehen ein schlechtes Spiel mit einem verdienten Sieger. Wir haben nicht die Leistung vom Spiel gegen Mülheim-Kärlich abrufen können, aber in so einem Derby zählen letztendlich nur die drei Punkte. Ich hatte meinen Spielern gesagt, dass sie in der hitzigen Atmosphäre die Nerven behalten sollen und das haben sie größtenteils auch gut gemacht.“

STATISTIK

TuS Mosella Schweich (Trainer Hans Schneider):
Mock – Pelzer, Madert, Burbach, Gäbler – Quary, Reis, M. Casel (46. Wolff), Keller (46. Beaudoiun) – Schneider (58. Rohr), Schäfer

FSV Trier-Tarforst (Trainer: Stefan Fries):
Schwind – Gorges, Zimmermann, Fleck, Dahm (52. T. Spruck) – Castello, Weirich, Hermes (68. Jahn), Meyer – N. Spruck (85. Schmölter), Kasel

TORE

0:1 Maximilian Meyer (24.)
0:2 Florian Weirich (40.)
1:2 Patrick Quary (48.)
1:3 Stefan Fleck ( 79., Foulelfmeter)
2:3 Martin Gorges (90.+1, Eigentor)

Schiedsrichter: Hermann Condné (Gillenfeld)

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