Rheinlandpokal: Von Gipfelstürmern und mentalen Aufbaukuren

In der zweiten Runde trifft Schoden auf Tarforst, St. Matthias auf Mehring und Ralingen auf Wittlich

Von Florian Schlecht

Ob auch der Rheinlandpokal seine eigenen Gesetze hat, wird sich in der zweiten Runde zeigen. Die SG Schoden erwartet den FSV Tarforst. Der SV Mehring will bei der DJK St. Matthias Trier, die SG Wittlich dagegen bei der SG Ralingen ein Erfolgserlebnis feiern. Der Überblick von 5vier. 

SG Schoden – FSV Trier-Tarforst (Dienstag, 19 Uhr)

Schoden konnte in Mehring feiern und alle drei Punkte entführen
Schoden rockte zuletzt die Bezirksliga.

Es wäre kein Wunder, wenn der ein oder andere Spieler der SG Schoden in diesen Tagen die Bezirksliga-Tabelle mit dem Smartphone abknipst und das Bild in sozialen Netzwerken hochlädt. Denn seit dem Wochenende grüßt die Mannschaft um die jungen Torjäger Lukas Kramp und Dominik Lorth fröhlich vom ersten Platz. „Die Punkte, die wir zusätzlich sammeln, sind auch für die Zeiten, in denen es mal nicht so gut läuft“, sagt Trainer Peter Schuh zwar, weist aber eine gewisse Euphorie vor dem Pokal-Heimspiel gegen den Rheinlandligisten FSV Trier-Tarforst nicht von sich. Am Wochenende strömten alleine 350 Fans auf den Sportplatz und wurden beim 6:3 gegen die SG Binsfeld von einer echten Offensivgala verwöhnt. „Es ist schön anzusehen, was die Jungs momentan abliefern“, so Schuh.

Nun soll der Schwung auch mit in den Cup genommen werden. Doch vor Tarforst, das mit 13 Punkten aus den ersten acht Spielen einen ordentlichen Start hinlegte, hat der Trainer Respekt. In der ersten Runde beobachtete Schuh die Truppe von Patrick Zöllner beim 2:1 in Leiwen. „Sie haben ein super Team. Die Defensive ist routiniert, vorne sind sie mit Leuten wie Patrik Kasel und Florian Weirich richtig gut aufgestellt.“ Dass lediglich eine Klasse Unterschied zwischen beiden Mannschaften liegt, spielt für Schuh keine Rolle. „Ellscheid ist in der Bezirksliga 2012 mit fast zehn Punkten Vorsprung Meister geworden und direkt wieder abgestiegen. Wittlich hatte im Sommer über 15 Punkte Vorsprung und tut sich auch schwer. Die Qualität der Rheinlandliga ist schon sehr hoch.“

Trotzdem wollen die Gipfelstürmer aus Schoden ihre Spielkünste auch im Pokal beweisen. Schuh: „Wir freuen uns auf eine reizvolle Aufgabe.“

DJK St. Matthias Trier – SV Mehring (Dienstag, 19.30 Uhr)

Die DJK St. Matthias will als Kreispokalsieger nun auch den Rheinlandpokal aufmischen.
Kreispokalsieger DJK St. Matthias träumt von einer Sensation gegen den SV Mehring.

Ein A-Ligist trifft auf einen Oberligisten: Was nach einer eindeutigen Angelegenheit klingt, könnte im Pokalspiel zwischen der DJK St. Matthias Trier und dem SV Mehring bei näherer Betrachtung noch an Würze gewinnen. Denn während St. Matthias auf Aufstiegskurs ist, wundert Dino Toppmöller in Mehring nach dem 0:4 in Mechtersheim die Krisenstimmung rund um den Klub.

„Teilweise sind uns bis zu zehn Leute ausgefallen, darunter einige Topspieler. Ich denke, dass wir unter diesen Umständen bislang im Soll sind.“ Der Ex-Bundesligaprofi nimmt alle Beteiligten in der Pflicht, schnell aus dem Tief herauszukommen. „Jeder sollte sich die Frage stellen, welchen Teil er dazu beitragen kann, dass die Situation besser wird. Ob Spieler, Trainer, Funktionär oder Fan. Durch Schimpfen alleine werden die Jungs nicht besser.“ Der Pokal soll im besten Fall ein Erfolgserlebnis bescheren, durch das die Mannschaft Selbstvertrauen tanken kann. „Wir haben den Anspruch, die nächste Runde zu erreichen. Ein Selbstläufer wird das aber nicht“, warnt „Toppi“.

Denn St. Matthias ist kein gewöhnlicher Kreisligist, sondern bislang ein echter Überflieger. Sechs Spiele, sechs Siege, 28:7-Tore. Das riecht früh nach einem erfolgreichen Jahr. „Wir haben uns nach der Vizemeisterschaft in der letzten Saison besser aufgestellt und können nun Ausfälle von Leistungsträgern kompensieren“, freut Franz-Josef Blang. Der Trainer spricht vor dem Pokalknüller gegen Mehring zwar davon, dass „mir Punkte in der Liga lieber sind“. Er weiß aber auch, dass seine Spieler „natürlich von einer Sensation träumen“. Mit einer kompakten Spielweise will A-Ligist möglichst lange das Rennen offenhalten. „Wir sind krasser Außenseiter, für Mehring geht es im Pokal ja auch um ein finanzielles Zubrot. Aber wenn sich eine Chance ergibt, wollen wir sie nutzen.“

SG Ralingen – SG Lüxem/Wittlich (Mittwoch, 19.30 Uhr)

Morbach-Wittlich
In Morbach unterlag Wittlich am Wochenende mit 0:2. Foto: Alex Heinen

Der Pokal als mentale Aufbaukur: Das gilt für die SG Lüxem/Wittlich, die am Mittwoch bei der SG Ralingen antritt. In der Rheinlandliga steht die Mannschaft von Frank Meeth nach dem 0:2 in Morbach auf dem letzten Platz, die Aufstiegseuphorie ist verflogen. Die Enttäuschung soll durch einen Erfolg beim Bezirksliga-Absteiger aus Ralingen jedoch weit in den Hintergrund gedrängt werden. „Für uns ist das Spiel eine willkommene Abwechslung. Wir wollen einen Sieg einfahren und ein Erfolgserlebnis feiern, dass uns in der Liga ja schon länger nicht mehr vergönnt war“, so Meeth.

Der Trainer hält es dabei mit einem alten Leitspruch des früheren Bundeskanzlers Konrad Adenauer: „Keine Experimente.“ Die Aufgabe soll mit der Stammformation angegangen werden, „wir nehmen das Ding zu 100 Prozent ernst“. Zumal Wittlich in der vergangenen Saison noch in der Liga bei Ralingen antrat und dort eine seiner vier Niederlagen einstecken musste. Der A-Ligist unterlag am Wochenende mit 0:2 beim SV Morscheid, hat mit Pascal Mertens und Daniel Barth aber nach wie vor reichlich Qualität in der Offensive aufzubieten.

Ein separater Vorbericht zum Pokalspiel von Eintracht Trier bei der SG Körperich (Mittwoch, 19.30 Uhr) folgt am Dienstag. Hier gibt es alle Partien der zweiten Runde im Überblick. 

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Kommentare (3)

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  1. Politiker18 sagt:

    Hei Fan 10, welche Gerüchte oder welche Wechselgerüchte gehen denn um? Das ist auch viel Wahrheit dabei, ich würde mir auch nicht so auf der Nase herumtanzen lassen, wenn ich Chef wäre. Heute ein klarer Sieg beim A-Ligisten und am Sonntag knacken wir die Pälzer aus Pfeffersheim. Hiernach liegen wir wieder im Soll und alles ist gut. Und einen neuen Topspieler können wir immer noch gebrauchen.

  2. fussballfan sagt:

    Diese Gerüchte hat sich der Verein selber zuzuschreiben. Dafür kann kein Spieler oder ein Trainer was. Das sind die Störfeuer von draußen. Das ganze Machtgehabe von 2 -3 Leuten.Trainer und Mannschaft werden doch behandelt wie Leibeigene.Die würden sich besser alle an die Vereinbarungen halten und Ruhe ist . Wie 15. Jährige.
    Obwohl der Trainer sich kein gefallen tut mit der Aufstellung von seinem Bruder. Er müsste sich da schützende vor Ihn stellen. Den er ist noch nicht soweit. Er sollte sich besser in der Bezirksliga empfehlen. Aber das ist Sache vom Trainer und sonst gar nichts.

  3. fan10 sagt:

    zu sv Mehring-man sollte die spieler in dieser schweren Situation in ruhe lassen.trauig ist das jetzt schon wieder wechsel gerüchte umgehen…drücke für das heutige Pokalspiel fest die Daumen.

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