Rocketz-Man

Nick Waters im Porträt

Seit tausenden von Jahren kommen Menschen zusammen, um gemeinsam Musik zu hören und zu tanzen. Während die Musik über hunderte von Jahren immer live gespielt wurde, konnten sie in den 80ern Jahren dank der berühmten Ghetto-Blaster erstmals draußen und vom Band abgespielt werden. In den frühen 2000ern wurden die großen und schweren Geräte durch MP3-Player verdrängt. Jeder hörte nur noch seine eigene Musik. Mit den Rocketz möchte Nick Waters die Menschen wieder zusammenbringen. Durch Boxen, die leicht zu transportieren und einfach in der Handhabung sind und Partys mit bis zu 150 Gästen beschallen können.

Gebürtig stammt Nick Waters eigentlich aus Großbritannien und arbeitete lange im Westen Londons, der Heimat von Europas größter Startup-Szene in der Technologie-Branche. Vor 18 Jahren zog es den Briten schließlich nach Trier, als er begann, für ein Fintech-Unternehmen in Luxemburg zu arbeiten. Lange Zeit zur Eingewöhnung brauchte er nicht. Früher hatte er dank einer Städtepartnerschaft mit seinem Geburtsort Wellingborough bereits Wittlich besucht. Neben der einzigartigen Landschaft schätzt er die vielen alten Gebäude, die im Kontrast zu den Neubauten in London stehen.

So wurde Trier auch zum Geburtsort der Rocketz. Waters organisierte in seiner Freizeit schon immer gerne Partys und Events. Insbesondere bei der Musik gab jedoch stets ein gewichtiges Problem: Die Soundsysteme für die Partys füllten ganze Kofferräume und für die Stromversorgung an abgelegenen Orten musste ein lauter, stinkender Dieselgenerator aufgestellt werden. Dabei war Musik in den Zweitausender Jahren eigentlich tragbar geworden. Tausende Songs waren jederzeit auf MP3-Playern verfügbar und auch leichte Digitalverstärker standen als Alternative zu den schweren Pendants mit Röhren und Transistoren zur Verfügung. Nick Waters machte sich auf die Suche nach leichten, portablen Boxen, dem „Missing Link“ zu einem tragbaren Soundsystem. Aber er fand keine und beschloss, sein eigenes System zu entwickeln.

Seine Boxen sollten vor allem einen satten, treibenden Bass entwickeln. Bevor Nick Waters mit dem Bau der ersten Prototypen begann, untersuchte er viele Musikinstrumente. Er erkannte, dass die meisten basslastigen Instrumente wie Trommeln rund waren und nicht eckig, wie fast alle konventionellen Musikboxen. Also sollten seine Boxen eine runde Form bekommen und aus einem dünnen Material gefertigt werden, da auch das dünne Holz von Streichinstrumenten die Schwingungen des Schalls besser transportiert. So fertigte Waters seine ursprünglichen Prototypen aus Eimern. Aus dem einstigen Provisorium wurde eine dauerhafte Lösung, da die Eimer nicht nur aus idealem, leichtem Material bestanden. Sie ließen sich stapeln und brauchten weniger Platz, zudem mussten keine teuren Spezialanfertigungen als Resonanzkörper für die Boxen entwickelt werden.

Aus der Werkstatt ging es dann schnell in die Praxis. Der „Summer of Rocketz“ war der erste große Feldtest der Boxen. Über 200 Bewerber wollten die Boxen auf ihren Partys aufstellen. Anstatt Geld bekam Nick Waters ein Feedback-Gespräch als Bezahlung. Dank dieser Testreihe und vielen Partys konnten an den „Rocketz“ noch viele Verbesserungen im Detail vorgenommen werden. So sind die Boxen dank eines Akku-Pakets auch abseits von Steckdosen und Dieselgeneratoren bis zu 12 Stunden lang einsetzbar. Auf die Tests folgte eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion. Dank dieser werden die „Rocketz“ seit November 2015 zum Verleih angeboten.

Dass das Konzept aufgeht, beweist nicht nur der 2. mitl Startup-Slam, der von Nicholas Waters gewonnen wurde. Die „Rocketz“ fanden ihren Weg bereits zu über 500 Mietern an 400 verschiedenen Orten. Viele davon liegen nach Auskunft von Nick Waters abseits von großen Ballungszentren. Es sind Dörfer und kleine Städte, in denen es oft keinen Eventservice gibt, bei dem man für seine Party eine Musikanalage mieten könnte. Aus diesem Grund möchte der Brite mit seinem erfolgreichen Startup auch in Trier bleiben und nicht nach Berlin oder eine größere Stadt auswandern. Trier bietet einfach mehr Kundennähe, da es hier insbesondere viele Studenten gibt, von denen die „Rocketz“ geschätzt werden. Zu finden sind Nick Waters und sein Team über den Webshop oder in der Saarstraße, in der er mittlerweile mit einem Laden inklusive Werkstatt ansässig ist.

Der Flug von Nick Waters und seinen „Rocketz“ hat gerade erst begonnen. In ganz Europa müssen noch viele Menschen zum Tanzen gebracht werden. Die beste Hilfestellung dafür kommt aus Trier.

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