Von einer ersten Idee zum „deutschen Sao Paulo“

Von Florian Schlecht

Die Vorbereitungen auf den 23. Bitburger-Silvesterlauf in Trier laufen auf Hochtouren. Der 1. Vorsitzende Berthold Mertes freut sich bereits auf sympathische Aushängeschilder, internationale Spitzenklasse und brasilianische Atmosphäre. Zwei Teilnehmer peilen Rekordsiege an.

„Sie spricht den Leuten aus den Herzen.“ Die Veranstalter freuen sich auf Sabrina Mockenhaupt. Foto: Silvesterlauf Trier

Die Idee entstand, als Berthold Mertes und Christoph Güntzer überlegten, wie sie Jahreswechsel ein Sportevent mit magnetischer Wirkung in Trier aufbauen können. Was dann 1990 mit dem Silvesterlauf ins Leben gerufen wurde, ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Sportgeschehens in der Moselmetropole. „1000 Kilogramm Konfetti, 2000 Trillerpfeifen“, nennt Mertes die Dimensionen, mit denen Trier am 31. Dezember wieder in das „deutsche Sao Paulo“ verwandelt werden soll. In Anlehnung an das brasilianische Vorbild halt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. „Ganz oder gar nicht – das war immer unser Motto“, sagt der 1. Vorsitzende des Laufspektakels, zu dem wieder 10.000 Zuschauer an der Strecke erwartet werden. Die Macher in Trier entschieden sich für ganz. „Die Weihnachtstage gehören der Familie, danach starten wir wieder voll durch.“ Same procedure as every year.

Mertes ist bereits jetzt zuversichtlich, dass die Spitzenathleten, Hobby-Läufer und Besucher eine Menge Spaß haben werden. „Alleine auf den Frauen-Lauf darf sich das Publikum freuen“, sagt er mit einem Blick auf das hochkarätig besetzte Teilnehmerfeld. Besonders groß war die Erleichterung über die Teilnahme von Sabrina Mockenhaupt. Die 32-Jährige, die 2005, 2007 und 2010 ihre drei Siege in Trier erfuhr, hatte wegen einer geplanten Teilnahme am New-York-Marathon bereits ihren Start abgesagt. Der Hurrikan „Sandy“ fegte das weltgrößte Laufereignis dann aber vom Wettkampfplan. Nun läuft „Mocki“ erneut in Trier, wo sie auf die Rückendeckung vieler Fans bauen kann. „Sie ist beliebt bei den Leuten, weil sie den Leuten aus den Herzen spricht“, findet Mertes.

In diesem Jahr dürften die Sympathien für Mockenhaupt besonders groß sein, weil sie mit einem erneuten Triumph alleinige Rekordsiegerin wäre. Bislang steht sie auf einer Stufe mit der Kenianerin Leah Malot, die ebenfalls drei Erfolge in Trier feierte. „Mocki trifft aber auf ernsthafte Konkurrenz, die international salonfähig ist“, weiß Mertes. Die Zwillingspaare Anna und Lisa Hahner sowie Diana und Elina Sujew sind Anwärterinnen auf Spitzenleistungen. Gesa Krause war beim 3000-Meter-Hindernislauf auf Platz acht bei den Olympischen Spielen. Corinna Harrer, im Vorjahr Zweite beim Silvesterlauf, wurde 2012 Deutsche Meisterin über 3000 Meter in der Halle und über 1500 Meter im Freien.

„Basilika, Hauptmarkt und Kornmarkt auf einen Kilometer“

Foto: Sebastian Schwarz

Auch bei den Männern bahnt sich jede Menge Spannung an. Dort gilt der Olympiafinalist Moses Kipsiro aus Uganda als Favorit, der von 2005 bis 2007 einen Titel-Hattrick feierte. Gewinnt er noch einmal, zieht er mit dem bisherigen Rekordhalter Daniel Gachara gleich. Erneut stellt sich die Frage, ob es erstmals nach 16 Jahren wieder einen deutschen Erfolg im Asse-Lauf gibt. Als aussichtsreicher Kandidat gilt dabei Arne Gabius, der in der vergangenen Ausgabe lange um die Krone mitlief und in diesem Jahr Vize-Europameister über 5000 Meter wurde. „Wenn er gesund antritt, kann er für eine Sensation sorgen“, ist Mertes gespannt.

Was den Lauf Trier neben der Samba-Stimmung auszeichnet, macht der Vorsitzende deutlich. „Die Strecke ist attraktiv. Die Basilika, der Hauptmarkt, ein Blick auf den Dom und der Kornmarkt – und das alles auf einem Kilometer.“ In den Anmeldezahlen drückt sich das aus: 2000 Teilnehmer aus 20 Nationen werden wahrscheinlich starten, bei den Frauen deutet sich gar eine Rekordbeteiligung an. Was aus der ersten Idee bei einem Bierchen geworden ist, damit haben Berthold Mertes und Christoph Güntzer in den Ursprüngen sicher nicht gerechnet.

Video-Interview mit Berthold Mertes

Wie kam es eigentlich zu der Idee, ein deutsches “Sao Paulo” ins Leben zu rufen? Warum kann es dieses Jahr endlich etwas mit dem ersten deutschen Sieger im Bitburger-Lauf der Asse nach 16 Jahren des Wartens werden? Diese und weitere Fragen beantwortete der 1. Vorsitzende des Silvesterlaufes, Berthold Mertes, in der aktuellen Ausgabe der Talkshow “OK54 nachgefragt”. Hier geht es zum Interview mit Moderator Benjamin Judith.

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