SV Mehring baut Zählerkonto aus

Ist der gestrige 3:2 Auswärtssieg gegen den FC Herta Wiesbach richtungsweisend?

Da ist mehr drin, das weiß Mehrings Trainer Frank Meeth, auch wenn seine Spieler nicht immer davon überzeugt zu sein scheinen. Der letzte Spieltag der Hinrunde in er Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – Saison 2015/16 zeigte, dass Mehring auch gegen einen Tabellenachten Punkte sammeln kann. Eine entsprechende Fortsetzung ist vor der Winterpause noch gegen die Spfgg Brohltal/Burgbrohl und den SV Gonsenheim möglich!

Mehring / Eppelborn-Wiesbach. „Das war die richtige Antwort auf die vergangene Woche“, rief Mehrings Trainer Frank Meeth seinen Spielern kurz nach der Partie im obligatorischen Mannschaftskreis zu – und schob nach: „Das war kämpferisch absolut top. Großartig.“

Neun Tage nach der Mehringer Pokal-Schmach beim Bezirksligisten TuS Oberwinter und ebenso lange nach dem Wiesbacher Pokaltriumph gegen den Regionalligisten 1. FC Saarbrücken entwickelte sich auf dem Regen durchnässten Kunstrasenplatz im Prowin-Stadion ein flottes Match, in dem die von Heiko Wilhelm trainierten Gastgeber zur Pause noch verdient mit 1:0 in Führung lagen. So, wie in der 40. Minute, als Patrick Ackermann aus der Zentrale heraus maßgenau auf Jannik Schliesing passen konnte und dieser von links den aus kurzer Distanz einnetzenden Björn Recktenwald bediente, konnte sich die Hertha in Durchgang eins einige Male durchspielen. In der 34. Minute etwa hatte André Petry im letzten Moment nach Schliesings Versuch noch geklärt. Rund eine Viertelstunde vorher war SVM-Keeper Philipp Basquit aus halbrechter Position gegen Jeremy Groß auf dem Posten (20.). Zumindest eine ganze dicke Chance hatten aber auch die von rund 30 Anhängern unter den 152 Zuschauern unterstützten Blau-Weißen von der Mosel: Der mal wieder im Angriff aufgebotene Domenik Kohl hatte sich pfeilschnell über die rechte Seite durchgesetzt, seine Hereingabe fand in der Mitte Kevin Heinz, der aber aus kurzer Distanz in die zweite Reihe schoss (18.).

Mutig und entschlossen kamen die Mehringer aus der Kabine, attackierten die Wiesbacher früh. Der 25-Meter-Freistoß von Petry (61.) sollte ein Warnschuss für das sein, was danach kam: Auf Ecke von Heinz nutzte Kohl wenig später eine unübersichtliche Situation im Hertha-Strafraum, um den Ausgleichstreffer zu markieren. Die Meeth-Elf drückte weiter aufs Gaspedal, kombinierte nun auch immer wieder gefällig. Nach gelungenem Zuspiel des agilen Sebastian Schmitt war Heinz´ Abschluss noch zu schwach (76.). Ein Rückpass fast von der Torauslinie von Marcel Selmane auf Kohl leitete in der 78. Minute das 1:2 ein. Der 24-Jährige vollendete in der Mitte eiskalt und markierte so seinen zweiten Treffer im Spiel und in der Saison, die für Kohl von einigen Verletzungssorgen geprägt war.

Wenig souverän präsentierte sich die Mehringer Mannschaft indes nach dem Führungstreffer. Die Wiesbacher Schlussoffensive ließ die Gäste mächtig in die Bredouille kommen. Einen Zusammenprall an der Strafraumgrenze von Selmane mit Matthias Krauß wertete der ansonsten sehr großzügig leitende Schiedsrichter Marco Deyerling als strafstoßreif. Recktenwald verwandelte den Elfmeter, obwohl Basquit die Ecke geahnt hatte.

Wiesbachs Coach Wilhelm war der späte Ausgleichstreffer offenbar nicht genug, forderte von seiner Elf, in der Nachspielzeit weiter nach vorne zu agieren. Einen Fehler im Aufbauspiel der Hausherren nutzte aber Mehring zum dritten Tor. Der erst kurz zuvor eingewechselte Andreas Hesslein („Nach meiner langen Verletzungspause arbeite ich weiter an meiner Fitness. Diesmal habe ich mich nicht so gut gefühlt.“) schloss mit einer Lupfer an Hertha-Torwart Philippe Persch vorbei cool zum 2:3 ab (90.+1).

„Das war ein Sieg zur rechten Zeit. Nach dem Pokal-Aus in Oberwinter hatten wir uns als Mannschaft zusammengesetzt und waren uns einig, dass jetzt eine Reaktion kommen muss“, strahlte der nicht zum ersten Mal in dieser Saison von Trainer Meeth von den hinteren Reihen in die Spitze beorderte Kohl.

Wiesbachs Übungsleiter Wilhelm war bedient. In der Pressekonferenz machte er deutlich, dass seinen Spieler sehr viel von dem gefehlt hätte, was sie noch gut eine Woche zuvor gegen den 1. FC Saarbrücken so ausgezeichnet habe.Sein Gegenüber Meeth sprach von einem „guten Spiel von zwei guten Mannschaften“. In der Halbzeitpause habe er sein Team nochmal eingeschworen – mit Erfolg: „Wie die Jungs sich dann präsentiert haben, war abgesehen von der Phase zwischen dem 1:2 und dem 2:2 beeindruckend.“

19 Punkte hat der SV Mehring in der Hinrunde gesammelt. „Das ist einigermaßen akzeptabel. Wir müssten aber sieben, acht oder gar neun mehr haben, für das, was wir oft geboten haben“, so Meeth abschließend.

Zwei Möglichkeiten hat er mit dem SVM jetzt noch, das Zählerkonto vor der Winterpause auszubauen: Zum Rückrundenstart geht es am Sonntag, 29. November, 14.30 Uhr, zur Sportvereinigung Burgbrohl. Danach folgt das Duell am Freitag, 4. Dezember, 19.30 Uhr, auf der Lay gegen den SV Gonsenheim.

Statistik:

FC Hertha Wiesbach: Persch – Groß, Lück, Neumeier, Baier – Yalcin (77. Krauß), Fritsch (68. Dal Col), Patrick Ackermann, Noll, Schliesing – Recktenwald.

SV Mehring: Basquit – Meyer, Mees, Petry, Selmane – Brandscheid (80. Willems), Diederich, Klein, Heinz – Schmitt (88. Hesslein), Kohl.

Schiedsrichter: Marco Deyerling (Ludwigshafen)

Zuschauer: 152

Tore: 1:0 Recktenwald (40.), 1:1, 1:2 Kohl (62., 78.), 2:2 Recktenwald (Foulelfmeter, 89.), 2:3 Hesslein (90.+1)

// Danke an Andreas Arens, dem Pressebeauftragten des SV Mehring

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