Ein Crash-Kurs, der Eindruck gemacht hat

Von Florian Schlecht

Es war ein hartes Stück Verhandlungsarbeit, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: Jermaine Bucknor bleibt nach einer starken Probezeit bis zum Ende der Saison 2013/14 bei Basketball-Bundesligist TBB Trier. Wann Kapitän Dragan Dojcin wieder zum Team stößt, ist dagegen fraglich.

Mit dem Ball kann Jermaine Bucknor umgehen: Der Kanadier kommt bei der TBB auf 8,0 Punkte und 3,3 Rebounds im Schnitt. Foto: Thewalt

Jermaine Bucknor war die Erleichterung förmlich anzusehen. Der Kanadier saß in einem lachsroten Shirt vor dem Mikrofon, lächelte über das ganze Gesicht und ließ die ultimative Lobhudelei folgen. Auf den Geist in der Mannschaft der TBB Trier („Es ist mir ein Vergnügen, Teil dieses Teams zu sein“), auf die Stadt („Ich genieße Trier“) und auf den Willen beim Training („In den Augen meiner Mitspieler sehe ich jeden Tag das Ziel glänzen, das wir alle gemeinsam haben – die beste Mannschaft zu sein, die wir sein können“). Der ehemalige kanadische Nationalspieler ist von dem vierwöchigen Crashkurs an der Mosel angetan, den er sich kurz vor Saisonstart als Last-Minute-Verpflichtung zugemutet hat, ohne Gewissheit, ob der 29-Jährige über den Oktober hinaus eine Zukunft beim Basketball-Bundesligisten aus Trier hat.

Pünktlich vor dem Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven am Samstag (20 Uhr) ist aber klar: Bucknor bleibt in Trier, seinen Vertrag hat er bis 2014 verlängert, die Ehefrau zieht in wenigen Tagen auch in die älteste Stadt Deutschlands. „Wir haben streng verhandelt und sind zu seinem guten Ergebnis gekommen“, freute sich Vorstand Sascha Beitzel. „Jermaine hat sich in den Probewochen äußerst gut präsentiert.“

„Außerordentlich, wie schnell er sich integriert hat“

Sascha Beitzel, Jermaine Bucknor und Henrik Rödl (v.l.) waren zufrieden mit der Probezeit.

Trainer Henrik Rödl zeigte sich begeistert davon, wie schnell sich der Power Forward sportlich und menschlich integriert habe. „Das war außerordentlich. Für mich ist es eine Luxus-Situation, einen solchen Spieler hier zu haben.“ Mit 8,0 Punkten und 3,3 Rebounds im Schnitt hat Bucknor tatsächlich keine Anlaufzeit gebraucht, um in Trier durchzustarten und am furiosen Saisonstart mitzuwirken. Mit seinen 13 Zählern war er auch maßgeblich beteiligt am deutlichen 78:59-Heimsieg gegen die Frankfurt Skyliners. Finanziell, das betonte Beitzel, sei der Deal nicht so einfach zu stemmen gewesen. Denn der Etat der TBB ist im Gegensatz zu einigen vermögenden Ligarivalen stets auf Kante genäht. Mit der Luxemburger Marketingagentur Pyramid Sports Marketing (PSM) sei die Nachverpflichtung aber abgesprochen. „Die Luft bleibt natürlich weiterhin dünn“, so der Vorstand.

Ein Fragezeichen um Dojcins Rückkehr

Dragan Dojcin ist an der Achillessehne verletzt. Foto: Thewalt

Zugleich setzt die Weiterverpflichtung des Neuzugangs ein Fragezeichen hinter die sportliche Zukunft von Dragan Dojcin. Der Kapitän wird weiter von einer hartnäckigen Achillessehnenverletzung außer Gefecht gesetzt. Wann und in welchem Zustand er zurückkehrt, kann Rödl nicht sagen. „Er hat unglaublich hart gearbeitet, ehe er wieder einen Rückschlag erlitten hat“, zeigt der Trainer Mitgefühl und lässt Dojcin in jedem Fall eine Tür offen. „Er ist ein großer Teil unserer Mannschaft gewesen. Wir werden weiter versuchen, ihn in dem Verein einzubinden. Wie das konkret aussieht, müssen wir sehen, wenn er zurückkommt.“

+++TBB trifft am Samstag auf Bremerhaven+++

Sportlich hat Trainer Rödl zudem Bremerhaven im Blick, das am Samstag mit Rückkehrer Philip Zwiener den starken Trierer Saisonauftakt möglichst nicht trüben soll (20 Uhr). „Ein spannendes Spiel. Wir werden alles dafür tun, es zu gewinnen“, so Rödl. Die Verantwortlichen hoffen auf bis zu 4000 Zuschauer. Einen ausführlichen 5vier-Vorbericht zu dem Duell mit den Nordlichtern gibt es hier zu lesen.

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln