Theaterfest am Kornmarkt

Monika Pradelok (Text) und Stefanie Braun/Monika Pradelok (Fotos)

Am vergangenen Wochenende hieß es am Kornmarkt wieder „Das Theater Trier geht in die Stadt“. Wie zu Anfang einer jeden neuen Spielzeit verwandelte sich die Innenstadt zu einer Kulisse eines großen Theaterspektakels, das von über hundert Beteiligten aller Sparten gemeinsam mit dem Opernchor und dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier gestaltet wurde. Allerdings durchkreuzte Petrus am Samstag sowie Sonntag leider den Auftritt des Orchesters.

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Auch dieses Jahr lud das Theater wieder zu einem bunten Theaterfest am Kornmarkt ein. Obgleich das Wetter nicht ganz mitspielen wollte und zum Ende hin ein Wolkenbruch die Veranstaltung am 7. September auflöste, harrten die eifrigen Besucher – mit Schirmen bewaffnet – bis zum Schluss aus. Und das obwohl in diesem Jahr zum ersten Mal die “Fashion Days” in Trier stattfanden und einige der umliegenden Geschäfte mit Aktionen lockten.

Theaterspektakel_80Die Zuschauer wollten dennoch das Ensemble „ihres“ Theaters sehen. Und ihre Ausdauer sollte belohnt werden.

Nachdem die Dramaturgen Dr. Peter Larsen und Peter Oppermann dem Publikum eine kleine Einführung in die neue Spielzeit gaben, machte das Tanztheater mit seinen Lovesongs den Anfang. Von gefühlvoll bis hin zu neckisch verspielt tanzten die Paare zu verschiedenen „Liebesliedern“ und verzauberten so die Anwesenden.

Theaterspektakel_115Aufgrund des regnerischen Wetters musste das folgende Programm ein wenig umgestellt werden, weshalb dem Schauspiel vor dem Musiktheater der Vorrang gegeben wurde. Mit einer Kurzfassung des Sommernachtstraums wusste das Schauspiel-Ensemble um Barbara Ullmann – der Gewinnerin der letztjährigen Theatermaske – das Publikum zu begeistern. Im Schnelldurchlauf wurden Pucks und Oberons Einmischung in die Belange der Menschen gezeigt, die in shakespearscher Manier zu vielen Irrungen und Wirrungen zwischen den Liebenden führt.

Die Akteure ernteten für ihren Auftritt viel Beifall, und Intendant Gerhard Weber ließ es sich nicht nehmen, die Wiederaufnahme des Stücks im Innenhof des Kurfürstlichen Palais zu bewerben.

Ebenfalls gekürzt und ohne Einsatz des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier – dafür aber in Begleitung eines E-Pianos – trat das Musiktheater unter anderem mit Ausschnitten aus Mozarts Die Zauberflöte, Rossinis Der Barbier von Sevilla oder Strauß´ Die Fledermaus auf.

Orff: Carmina Burana – O Fortuna, velut Luna (Opernchor, Extrachor)

Wer keine Lust hatte, bei dem nasskalten Wetter vor der Bühne zu sitzen, hatte im Rahmen der “Fashion Days” die Möglichkeit, sich entweder an den prachtvollen Roben der letzten Spielzeit zu ergötzen oder sich bei den Maskenbildnern ein wenig umgestalten zu lassen. So manch ein Gesicht hatte danach diabolische Züge vorzuweisen.

And the winner is…

Höhepunkt des Samstagprogramms war jedoch die Verleihung der diesjährigen Theatermaske, einer Auszeichnung für herausragende künstlerische Leistungen, die von der Gesellschaft der Freunde des Trierer Theaters e.V. seit 2001 gestiftet wird.

Theaterbesucher waren aufgerufen, wie die Jahre zuvor auch ihre Favoriten der letzten Spielzeit zu wählen. Unter den Top 5 befanden sich GMD Victor Puhl, David Scherzer, Sven Grützmacher, Tim Olrik Stöneberg sowie Peter Singer. Es kann jedoch nur einen Träger der Theatermaske geben, der von einer Jury aufgrund seiner herausragenden Leistungen erkoren wird. Dieses Jahr befanden die Theaterfreunde Sven Grützmacher als würdig. Ein verdienter Sieg, wie Dieter Lintz findet.

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Der Chef des Trierer Tanztheaters hat nicht nur mit den Uraufführungen von Falco – The Spirit Never Dies und Das Narrenschiff für Furore am Theater gesorgt. Auch mit dem Musical Evita – bei dem Grützmacher als Regisseur agierte – bescherte er dem Theater einen weiteren Kassenknüller. Für ihn war die vergangene Spielzeit mehr als erfolgreich – mit seiner Experimentierfreudigkeit hat er ein gutes Händchen bewiesen und vor allem mit seinen Tanztheaterstücken überregionale Beachtung gefunden. Keine leichte Aufgabe in Anbetracht der aktuellen Sparmaßnahmen des Theaters, wie Grützmacher anmerkt. Dennoch ist es möglich, unter Druck das Beste zu erreichen. Der Ballettchef hat sich der Herausforderungen gestellt und nachhaltig zu einem positiven Gesamtergebnis für das Theater Trier beigetragen.

5vier gratuliert Sven Grützmacher ganz herzlich zum Erhalt der Theatermaske 2013 und freut sich auf die kommende Spielzeit 2013/14.

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