Trier-Oxford Exchange 2009-10: „Eine durchweg positive Erfahrung“

„Oxford oder Cambridge?“, wird man in studierten Kreisen von England oft gefragt – für Deutsche sind beide meistens eher weit weg. Sabine erzählt, wie sie hingekommen ist.

„When I have a little money, I buy books. And if there is any left over, I buy food.“ So steht es auf Sabines Tasche, die sie aus Oxford mitgebracht hat. Die Germanistik/Anglistik Lehramtsstudentin im neunten Semester ist gerade dabei sich hier in Deutschland wieder einzuleben, denn die letzten Monate hat sie nicht in der Republik verbracht. Sabine hat es geschafft, für ein akademisches Jahr am Jesus College in Oxford angenommen zu werden – für viele ein (nicht ausschließlich) studentischer Traum.

Sabine mit Tasche vor einer Wand

Sabine ist zurück aus Oxford, trägt aber noch Erasmus' Spruch auf der Tasche

„Ich bin großer England Fan. Als ich den Aushang gesehen habe, war mir klar: Da muss ich hin!“ erklärt Sabine. Der Aushang, um den es geht fand sich im Schaukasten des akademischen Auslandsamtes und bewarb den Trier-Oxford Exchange 2009-10, eine Kooperation der Universität Trier und des Jesus Colleges.

Nachdem die Entscheidung gefasst war, ging alles recht einfach: Anmeldeformulare gab es im Internet, die benötigten Empfehlungsschreiben der Professoren waren ebenfalls schnell gesammelt und im akademischen Auslandsamt eingereicht. Nach knapp einem Monat gab es noch ein kurzes Bewerbungsgespräch. Keine Woche später war dann klar: Sabine geht von Oktober 2009 bis Juni diesen Jahres nach Oxford. Lediglich die Bestätigung des Jesus Colleges ließ einige Zeit auf sich warten.

Die Kooperation bietet zur Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt einen Kontaktservice an, bei dem sich die Austauschstudenten über alle Notwendigkeiten informieren und sogar Kontakt zu den Teilnehmern des Vorjahres bekommen können.

Leben in Oxford

Natur und altehrwürdige Gebäude

Oxford: Studieren im Herzen von England

„Ich habe die ganze Sache auf mich zukommen lassen“, meint Sabine ganz entspannt. Ihr war es vor allem wichtig, alle Hausarbeiten für die Uni Trier vor Abreise geschrieben zu haben. „Ich wollte da nichts mit hin nehmen. Das war im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung.“

Die Aufnahme in Oxford beschreibt Sabine als durchweg freundlich. „Es ist ein internationale Community. Fast die Hälfte der Studenten in Oxford stammt aus dem Ausland und es ist alles recht übersichtlich. Jeder kennt jeden, alle kümmern sich um alle.“

Die große Umstellung kam mit dem Beginn der Lehrveranstaltungen. „Das ist ein ganz anderes System“, meint Sabine. Es gibt zwar Vorlesungen nach Plan, die Hauptarbeit wird aber mit dem Tutor geleistet. „Der Tutor arbeitet mit dir am Thema, das du dir vorher ausgesucht hast“, erklärt die Studentin begeistert, „Niemand sagt dir, wie du zu arbeiten hast, du machst sehr viel in Eigenregie.“

Seminare, wie man sie von der Uni Trier kennt hat Sabine in ihren drei Trimestern am Jesus College nicht besucht, dafür aber je vier Tutorien pro Trimester. „Hier macht sich vor allem der Kostenunterschied bemerkbar. Oxford ist teuer, dafür bekommt man halt als eine individuelle Lehrbetreuung. Kein Vergleich zu unseren überfüllten Seminarräumen“, schwärmt sie.

3.000 €, die sich gelohnt haben

Eingang zu Oxford

Der Einlass in die Hallen von Oxford ist nicht günstig

Eine solche akademische Erfahrung kostet allerdings auch entsprechend. Zwar wurde Sabine ein Vollstipendium von 11.000£ bewilligt, das Gegenstipendium von 3.000 Euro, mit dem der Aufenthalt eines Oxfordstudenten an der Uni Trier mitfinanziert wird, musste sie selbst tragen. Anschaffungen für den Aufenthalt in England, sowie die Reisekosten selbst sind hier noch nicht mit eingerechnet. Bereuen tut Sabine diese Investition nicht.

„Alles in allem war Oxford für mich eine durchweg positive Erfahrung. Ich konnte dort auf höchstem Niveau akademisch arbeiten und habe viele neue Kontakte geknüpft. Ich wäre am liebsten gleich da geblieben“, lacht sie.

Ihr Rat für zukünftige Austauschstudenten des Trier-Oxford Exchange ist simpel. „Seid einfach offen. Legt euch ein Thema zurecht, über das ihr in Oxford arbeiten wollt – und macht euch auf eine Menge Arbeit gefasst!“ Sie selbst habe dort deutlich mehr Zeit für das Studium investieren müssen, als an der Uni Trier, aber die freie Arbeit habe ihr sehr viel Spaß gemacht.

Der Spruch auf Sabines Tasche ist übrigens – wie könnte es anders sein – von Erasmus von Rotterdam, dem berühmten Gelehrten und Weltenbummler. Wer sich für den Trier-Oxford Exchange interessiert, der kann sich alle weiteren Infos beim akademischen Auslandsamt der Universität Trier holen.

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