Trierer Straßenbahn könnte Stadtteile verbinden

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Die Gleise des mit dem Jahr 1951 eingestellten Straßenbahnbetriebs der Stadt Trier verabschieden sich. Zumindest hier in der Lindenstraße, die bis zum 10. Juli, dem Eröffnungstag des Zurlaubener Heimatfestes wieder für den Straßenverkehr frei gegeben sein soll.

Foto: Impression mit Straßenbachn von der Kreuzung Paulinstraße / Simeonstraße / Nordallee  ( © Stadtarchiv Trier - Nr. Piro 3-38-16

Foto: Impression mit Straßenbachn von der Kreuzung Paulinstraße / Simeonstraße / Nordallee ( © Stadtarchiv Trier – Nr. Piro 3-38-16

Trier. Der von dem mit den Baumaßnahmen beauftragten Unternehmen Faber kontaktierte Schrotthändler kam noch am Freitag, so dass alles dafür spricht, dass diesen Mittwoch mit der Deckschicht angefangen werden kann.

„Wir arbeiten inklusive Samstag und statt neun Stunden sind wir hier bis zu zehneinhalb Stunden am Arbeiten“, sagt Jörg Boor, der vor Ort tätige Polier von Faber Straßen- und Tiefbau GmbH. „Wenn das Wetter etwas kühler wird, so sollen nach dem Abkühlen am Freitag die Markierungen angebracht werden.“

Foto: C. Maisenbacher

Foto: C. Maisenbacher

Übrigens: Die Straßenbahn-Schienen entlang der Friedrich-Ebert-Alle bleiben unberührt. – Somit ließe sich möglicherweise doch noch eine Revitalisierung der Idee „Trierer Straßenbahn“ ins Auge fassen. – 5vier.de hat den Einwurf des Ortsvorstehers von Trier-Nord, Christian Bösen während der Pressekonferenz zu den Straßenbaumaßnahmen „Nördlicher Alleenring“ nicht vergessen.

Aus diesem Grunde, wollte 5vier.de das „Phänomen Straßenbahn“ genauer beleuchten und befragte dazu den emeritierten Professor Psychologie an der Universität Rouen und Mitglied im deutschen Beraterteam „Stadt 2025“.

Folgende, speziell für Trier verfasste Antwort haben wir – unter Vorlage des Fotos mit den aufeinander liegenden Schienen – erhalten:

„Schienen sind in unserem Unterbewusstsein wie Verbindungselemente zwischen den einzelnen Straßenzügen. Mit den Schienen und über sie bin ich Teil des Weges. Ich bin nicht in einem so zu bezeichnenden „unverbundenem Etwas“ (Busse, Autos) unterwegs, sondern auf einer eindeutig nachvollziehbaren, fest verankerten Strecke.

Bezugnehmend auf Trier ließe sich über die mit Schienen verbundenen Stadtviertel eine Art psychische wie physische Verbundenheit herstellen. Die Schienen erhalten eine bisher noch nicht in Abwägung gebrachte Bedeutung. Eine vermeintliche Trennung, d.h. „Unverbundenheit“ einzelner Stadtviertel würde über die Schienen und die auf diesen bewegte Straßenbahn entfallen. Das Rechts und Links wie auch der „durchquerte Raum“ von Schienen erhielte eine von unseren Emotionen gesteuerte Aufwertung. – Selbst die über eine Brücke (für den Fall von Trier erlaube ich mir die Römerbrücke zu erwähnen) führenden Gleise lassen das Rechts eines Flusses nicht mehr getrennt vom Links und umgekehrt empfinden.

Eine Straßenbahn – die sicherlich auch nostalgisch-touristisch interessant wäre – hätte gerade in Bezug auf eine Stadt wie Trier einen motivierend-verbindenden und damit auch ökonomisch-aufwertenden Charakter. Mit einem Mal wären die Straßen nicht mehr isolierte Straßen, sondern die Menschen würden über die Schienen / die Straßenbahn das Verbundene bzw. das Verbindende empfinden.“

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