Trierer Weihnachtsmarkt – Im Westen nichts Neues?

Der Publikumsliebling öffnet am 21. November

Mit einer „weltweit einzigartigen romantischen Kulisse“ werben die Veranstalter des Trierer Weihnachtsmarktes und verlassen sich in den Augen vieler Kritiker zu sehr auf den mittelalterlichen Hauptmarkt als malerische Location. Zum bereits 37. Mal öffnet die Veranstaltung am 21. November 2016 ihre Pforten und präsentiert auch dieses Jahr eine überschaubare Zahl an Neuerungen.

Trier. Ein amerikanischer Kollege der „The Stars and Stripes“, einer Zeitung für die im Ausland stationierten US-amerikanischen Streitkräfte, bringt die Faszination für die deutschen Weihnachtsmärkte auf den Punkt, indem er sie als ruhigen Gegenpol zu dem Konsum-Wahnsinn am Black Friday in den USA bezeichnet. Während dort am Freitag nach Thanksgiving schon früh morgens die Ellenbogen ausgefahren werden, um sich bei Walmart & Co die besten Schnäppchen zu sichern und damit die Weihnachtseinkauf-Saison einzuläuten, prostet man sich in Trier nun bereits zum 37ten Mal mit einem dampfenden Glühwein zu. Der amerikanische Kollege und die Leser der „The Stars and Stripes“ lieben diese deutsche Tradition und besonders den Trierer Weihnachtsmarkt, den sie zum „Best Christmas Market“ in Deutschland gewählt haben.

Foto: Trierer Weihnachtsmarkt
Foto: Trierer Weihnachtsmarkt

Die deutschen Kollegen geben sich bei der Pressekonferenz zum anstehenden Event in der Innenstadt etwas kritischer und fragen nach Innovationen und frischen Ideen, eine Frage bei der die Organisatoren sichtlich ins Straucheln geraten. Vier neue Anbieter konnte man gewinnen, es gibt dieses Jahr erstmals Glühviez, eine umweltverträgliche Weihnachtsmarkt-Tüte und eine dekorative Glas-Tasse.  Musikalisch legt man sich etwas mehr ins Zeug: „Wir wollen in diesem Jahr für jeden Geschmack das passende Programm auf unserem Weihnachtsmarkt präsentieren. Wir haben uns entschlossen unseren Besuchern auch bekannte Liedermacher vorzustellen“, so Angela Bruch, Veranstalterin von der ARGE Trierer Weihnachtsmarkt. So gibt es erstmals jede Woche Liedermacherabende, die bekannten Künstlern aus der Großregion Trier-Luxemburg die Möglichkeit geben in festlicher Kulisse zu performen. Auch die Partnerstädte von Trier hat man versucht ins Konzept einzubinden. Aus der Partnerstadt Weimar tritt das Duo Mirjam und Wieland Meinold im Rahmen eines Benefizkonzertes in der Welschnonnenkirche auf, für italienischen Flair sorgt die Gruppe „Trio Novecento“ aus der italienischen Partnerstadt Ascoli Piceno auf der Bühne am Domfreihof und im Walderdorffs.

Darüberhinaus gibt es mit dem Live-Rockwunschkonzert der „ROXXBUSTERS“ am 15.12 ein ganz besonderes Schmankerl im „Club Walderdorffs“. Gitarrist Frank Rohles ist ein langjähriger Rock-Experte in der Region, hat schon beim Queen-Musical „We Will Rock You“ in Köln mitgespielt und wurde von Queen-Legende Brian May höchstpersönlich als Coach für andere Musical-Stationen eingesetzt. Somit wird es sicherlich auch Hits der britischen Kultband zu hören geben. Eine der interessantesten Neuzugänge ist sicherlich die „Weihnachts-Comedy“ am 16.12. im Walderdorffs, bei der der bundesweit bekannte Wein-Comedian Ingo Konrads die Lachmuskeln strapazieren wird. Das komplette Programm mit genauen Daten und Uhrzeiten gibt es auf http://www.trierer-weihnachtsmarkt.de/ oder auf der Facebook-Präsenz des Weihnachtsmarktes.

Foto: Trierer Weihnachtsmarkt
Foto: Trierer Weihnachtsmarkt

Wenn auch die ganz großen Neuerungen ausbleiben, sprechen die Besucherzahlen der kommenden Wochen für sich. Die Hotels der Moselmetropole sind bereits seit Wochen ausgebucht, es gab noch nie so viele Anfragen von Busreiseveranstaltern und die Resonanz in den sozialen Netzwerken stimmt die Veranstalter bereits im Vorhinein mehr als zufrieden. Der Trierer Weihnachtsmarkt ist auch im 37sten Anlauf voraussichtlich ein Selbstläufer, der mit einem gut ausbalancierten Programm  auch dieses Jahr jung und alt von nah und fern begeistern wird. Vielleicht werden die Weitgereisten etwas mehr Spaß am Entlangflanieren der weitgehenst gleich gebliebenen Stände haben, vielleicht ist die Kritik der Trierer aber auch Jammern auf hohem Niveau, immerhin zählt das weltweit bekannte Reisemagazin Wheretraveler den Trierer Weihnachtsmarkt zu den „Best Christmas Markets Around the World.“ Nicht umsonst heißt es ja: Never change a winning team…

 

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