Was passiert bloß mit unseren Egbert Schülern?

Drei Szenarien für die Zukunft der Egbert-Grundschule

Die Tufa als Grundschule? Alles sanieren? Oder Schüler umverteilen? Drei mögliche Szenarien kommen in Frage und jedes hat seine Vor- und Nachteile. (Das könnte Sie auch interessieren) Politik ist nun mal eine Abwägungssache und in einer Sache ist sich die Stadt sicher: Eine Entscheidung muss her. Folgende Meldung der Stadt Trier erreichte unsere Redaktion.

Trier. Im Sommer sollen die Ratsfraktionen entscheiden, wie es mit der Egbert-Grundschule weitergeht. Wegen Schimmelbefall findet der Unterricht seit zweieinhalb Jahren in der Grundschule Kürenz statt. Als Entscheidungsgrundlage präsentierte Baudezernent Andreas Ludwig in einer gemeinsamen Sitzung des Schulträger- und  des Bauausschusses drei Szenarien: Weiterführung der Egbert-Schule im Gartenfeld nach einer Instandsetzung oder einem Neubau, Verteilung der Kinder auf benachbarte Grundschulen sowie Neubau einer Innenstadt- Grundschule auf dem Tufa-Gelände oder dem Parkplatz Weberbach. Ludwig hält es für unerlässlich, bei der komplexen Entscheidung alle Karten offen auf den Tisch zu legen. „Das ist ein großer Konflikt, der die Stadt gespalten hat“, sagte er. Daher sei eine Entscheidung in diesem Sommer unerlässlich.  Zwar toleriere die ADD die Ausweichlösung, aber ein Verbleib der Egbert-Schule außerhalb des eigenen Bezirks sei dauerhaft nicht möglich, zumal die Grundschule Kürenz weniger Platz biete.

Der Stadtrat hatte sich im März 2013 für den Erhalt der Egbert-Schule ausgesprochen. Das Gebäude war im Herbst 2013 wegen Schimmelbefalls geschlossen worden. Das 2014 vorgestellte Gutachten eines Trierer Ingenieurbüros schätzte die Kosten einer Instandsetzung mit Beseitigung der Schimmelschäden auf rund 2,02 Millionen Euro. Diese Einschätzung wird nun durch ein Zweitgutachten eines Saarbrücker Büros prinzipiell bestätigt. Es war auf Wunsch des Stadtrats in Auftrag gegeben worden. Die zur Wiederinbetriebnahme des Gebäudes erforderlichen Bauarbeiten kosten demnach mit Nebenkosten 2,76 Millionen Euro. Bei dieser Variante wird das Hauptgebäude saniert sowie Toiletten und Pavillons abgerissen und ein Anbau errichtet. Den Abriss der Schule sowie einen Neubau auf der Basis des jetzigen Raumprogramms veranschlagen die Experten mit rund vier Millionen Euro. Eine Fertigstellung wäre bis Ende 2020 möglich. Grundsätzlich würde eine Generalsanierung von der ADD als unwirtschaftlich angesehen, wenn deren Kosten bei rund 80 Prozent der Ausgaben für einen Neubau liegen. Um das erste Szenario, eine Lösung am jetzigen Standort, zu finanzieren, ist es nach Einschätzung von Ludwig denkbar, einen Teil des mit rund 8600 Quadratmeter sehr großen Grundstücks für Wohnungsbau zu verkaufen. Zudem könnte der Verkaufserlös des Grundstücks  der nicht mehr als Ausweichquartier benötigen Kürenzer Grundschule genutzt werden. Die Prognosen der Schülerzahlen gehen für die Egbert-Schule von einer „stabilen Zweizügigkeit“ aus. Ludwig verwies in der Ausschusssitzung darauf, dass die Eltern sich für den Erhalt des angestammten Standorts ausgesprochen hätten.

Das zweite Szenario geht von einer Aufgabe des Standorts und der Verteilung der Egbert-Schüler auf benachbarte Grundschulen aus. Es gibt zwei Optionen: Zum einem könnten 80 Prozent der Kinder nach Olewig wechseln, 15 in die Ausonius- und fünf Prozent in die Barbara-Grundschule. Das wäre machbar unter der Voraussetzung, dass in Olewig die Pausenhalle aufgegeben würde, um Platz für Klassen zu schaffen. Die Kosten werden auf rund 432.000 Euro geschätzt. Die zweite Option ist die Zusammenlegung der Egbert- und der Barbara-Grundschule in deren Gebäude. Dort müsste in einem Anbau Platz geschaffen werden für zwei Klassen, zwei Ganztagsräume und eine Mensa. Die Kosten werden auf rund 960.000 Euro geschätzt. Zudem müsste für den dort ansässigen Jugendtreff Südpol ein neues Domizil gefunden werden. Beide Varianten würden eine Änderung der Schulbezirksgrenzen und somit ein neues Beteiligungsverfahren bedeuten. Eine wichtige Rolle spielen hier die Kosten des Schülertransports. Sie würden etwa bei einer Fusion der Egbert- und der Barbara- Grundschule in Trier-Süd bei rund 25.000 Euro im Jahr liegen. Außerdem wird bei einer möglichen Unterrichtung der Egbert-Kinder in der Olewiger Grundschule immer wieder darüber diskutiert, ob der Schulweg entlang der Olewiger Straße zu gefährlich ist.

Als drittes Szenario nannte Ludwig den Neubau einer großen fünf- bis sechszügigen Innenstadt-Grundschule für die Kinder aus den Bezirken Egbert, Barbara und Ausonius. Als ein Standort ist das Tufa-Gelände in der Wechselstraße im Gespräch. Diese Lösung würde aber nur funktionieren, wenn das Kulturzentrum auf das Gelände des früheren Walzwerks in Kürenz umzieht. Die Kosten eines Neubaus liegen nach ersten Schätzungen bei mindestens sieben bis acht Millionen Euro. Dieses Vorhaben würde als Ersatzneubau nicht vom Land mitfinanziert. Als zweiter Standort für die Innenstadtgrundschule ist der Busparkplatz neben der Stadtbibliothek an der Weberbach im Gespräch, der sich wie das Tufa-Gelände in städtischem Besitz befindet. In diesem Fall müsste ein neuer Parkplatz für die Busse gefunden werden. Der Zeitplan für dieses Szenario sieht bei einem Baubeginn 2021 die Fertigstellung in den Jahren 2023 oder 2024 vor.

 

Titelbild: Raphael Wlotzki

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