2.400 Mal dafür – 24 Mal dagegen – Trierer Weihnachtscircus

Ist Wissen ein Gerücht, ein Vorurteil oder beruht Wissen auf Fakten?

Anders gefragt: Wieso kann Petra Kewes, die Fraktionsvorsitzende vom Bündnis 90/ Die Grünen im Stadtrat einen Antrag mit dem Titel „Keine Auftritte von Zirkussen mit Wildtieren“ vorlegen, wenn sie die Fakten im aktuell auf dem Gelände des städtischen Messeparks gastierenden Trierer Weihnachtscircus gar nicht anschauen will?

Trier / Weihnachtscircus. Fakt ist, dass ich nach der Publikation des Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ( vgl. unser Beitrag ) und der Antwort des Trierer Weihnachscircus ( vgl. unser Beitrag ) die Sache in sich ruhen lassen wollte. Vor allem, weil die Fraktion den Antrag bei der letzten Stadtratssitzung am 15. Dezember 2015 zurückgezogen hat.

Fakt ist, dass 2.400 Besucher zur Gala-Premiere des Triere Weihnachtscircus anwesend waren und mit großem Applaus die Vorführungen begleitet haben. Fakt ist auch, dass 24 Demonstranten am Eingang des Messegeländes die von der Trierer Polizei vorgegebenen Verhaltensregeln eingehalten haben.

Fakt ist auch, dass ich viel lieber die mit viel Fantasie realisierte Vorführung der Lebenshilfe Trier zur Eröffnung der Gala-Premiere am 22. Dezember 2015 vorstellen wollte. Doch vor dieser Vorstellung – und da halte ich die zeitliche Reihenfolge ein – holte mich ein Film zurück in die Realität:

Saar-Mosel-News interviewt Petra Kewes

Das von unserem News-Partner Winfried Hoffmann (www.saar-mosel-news.de) übermittelte YouTube-Videos war zu real, zu irritierend, so dass ich erst einmal Schlucken musste:
Sagt Petra Kewes doch auf die Frage von Saar-Mosel-News, ob Sie sich die aktuelle Situation der Tiere auf dem Gelände des Messeparks angesehen hätte: „Ich kann es mir nicht antun – dann kann ich nächtelang nicht Schlafen. – Ich weiß um der Umstände, ohne sie heute nochmals extra gesehen zu haben.“

Deshalb hier auch meine persönliche Ansprache: Liebe Petra Kewes, wir haben uns des Öfteren gesehen und sind beide sehr mit dem Tierheim in Trier-Zewen verbunden. Ihnen sind die Verhältnisse im Tierheim allzu gut bekannt – und es wäre nicht das erste Mal, dass wir gemeinsam auch an den Hundekäfigen vorbeigegangen sind: Das Gebell der darin aufbewahrten Hunde führt meiner Ansicht nach zu mehr Alpträumen als die Tierhaltung des Trierer Weihnachtscircus. – Bitte beachten Sie, dass wir am Ende dieses Beitrags Impressionen zur Tierhaltung auf dem Gelände des Weihnachtscircus publizieren.

Wie sieht die Zukunft aus?

Wenn ich den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Grundlage nehme, so sollen selbst domestizierte Tiere (Pferde, Esel, Katzen) aus dem Circus verbannt werden. Und was passiert – nur so in den Raum gestellt – mit dem Reitverein Trier oder dem Pferdezentrum Bodenhof, der Reitschule Trier, dem Gestüt Hohensonne – um nur einige zu nennen?

Wieder mit den Wölfen heulen?

Der Wolf scheint auf dem Vormarsch in unsere Breiten zu sein. Müssen wir uns deshalb ändern, den Tieren an sich ihre Freiheit wieder geben. Bye bye mein lieber Haushund, die Freiheit ist so grenzenlos und in Spanien und Portugal kann man im Sommer die Versuche in Sachen „freie Haushunde“ am besten studieren. Verzichten wir alle auf Fleisch oder werden zu Veganern, so extrem, so ursprünglich, bis wir selbst gefressen werden. Denn in der Evolution haben sich Nahrungsketten herausgebildet, in die sich der Mensch – re-naturiert – als leckere Beute automatisch einfügen müsste. Doch hat uns die Evolution mit einem Frontalhirn ausgestattet, so dass wir nicht mehr auf Bäumen sitzen, sondern auch Fragen in der Relation zu Gegebenheiten beantworten lernen. Und: Wir Situationen selbst überprüfen und uns nicht von veralteten Gerüchten leiten lassen.
(Ich wollte weiter oben nicht-militante Veganer keineswegs in Frage stellen! – Dies nur, um Missverständnisse sogleich aus dem Weg zu räumen).

Helmut Leiendecker bringt es auf den Punkt

Helmut Leiendecker kam am 22. Dezember zur Gala-Premiere und brachte das auf den Punkt, was auch heißen könnte „das Kind nicht mit dem Bade ausschütten“. Ein Nein, d.h. Nicht-Besuch des Weihnachtscircus Trier wäre für ihn nichts anderes als ein Futter-Entzug für die Tiere.

Besuch auf dem Gelände des Weihnachtscircus Trier

Wilfried Hoffmann von Saar-Mosel-News inspizierte – ohne den Weihnachtscircus diesbezüglich vorzuwarnen – die Tierhaltung auf dem Areal des Messeparks. – Wir übernehmen gerne den uns zugesandten Text- und Bild-Beitrag in Folge:

Wir, das Team von Saar-Mosel-News.de hatten die Gelegenheit vor der Nachmittagsveranstaltung am Dienstag, 22.12.2015 die Tierarten und die Tierhaltung des Weihnachtscircus in Ihren Stallzelten, den Außengehegen uneingeschränkt zu besichtigen. Wir wurden dabei freundlich und offen von Pressesprecher Oliver Häberle und André Kaiser (Tierlehrer) über die Tierhaltung ausführlich informiert. Als langjähriger Kenner und ehemals aktiver Reiter und Pferdehalter gab es für den Verfasser dieser Darstellung keine kritischen Anhaltspunkte. Alle Tiere zeigen keine Anzeichen von Stress, Unterernährung oder auffällige Verhaltensweisen. Der Einstreu war in Ordnung. Die Außen- bzw. Freigehege waren ausreichend groß. Die Verbindung Mensch und Tier wurde durch Andre Kaiser in vielfacher Weise dokumentiert. Wir fanden keine exotischen Tiere, wie Elefanten, Löwen etc. Lassen Sie die Bilder für sich sprechen:




Fotos / Filme:
Wilfried Hoffmann
Freier Reporter – Videoproduktion
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