Bernhard Heitkötter: „Leben für solche Spiele“ – FSV-Kapitän im Gespräch

Fast durchgehend seit 1996 erlebt der Allrounder Höhen und Tiefen beim FSV Trier-Tarforst

Von Janik Krause

Der 23-jährige Student an der FH Trier führt diese Saison als Kapitän der Tarforster eines der beiden heimstärksten Teams der Rheinlandliga auf den Rasen. Im Gespräch mit 5vier spricht er über die Philosophie des FSV, den Kader, Erfolge auf dem heimischen Kunstrasen, Ziele und die bisherige Saison. 

FSV Trier-Tarforst
Bernhard Heitkötter ist höchst zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf. Foto: 5vier-Archiv

Er ist eine der Identifikationsfiguren beim Verein aus dem Trierer Höhenstadtteil und hat fast alle Jugendabteilungen durchlaufen. Bernhard Heitkötter spielt seit 1996 bei den Tarforstern und kehrte nach einem anderthalbjährigen Intermezzo bei Eintracht Trier in der B-Jugend zurück. „Das hatte mehrere Gründe. Einerseits hatte ich da mit ein paar Verletzungen zu kämpfen und danach fiel es mir schwer wieder den Anschluss zu finden. Andererseits spielten beim FSV zahlreiche meiner Freunde, die ich von klein auf kenne“, erinnert sich der 23-Jährige zurück. Thorsten Oberhausen, Tobias Spruck und Martin Gorges sind nur drei Namen, die der Allrounder nennt.

Um jene wurde dann auch vor der laufenden Saison eine schlagfertige Truppe aufgestellt, die aktuell auf dem siebten Tabellenplatz steht und den Anschluss zur Spitzengruppe hält. Dass er unter Patrick Zöllner als verlängerter Arm des Trainers auch die Mannschaft als „Capitano“ auf den Rasen führen darf, macht er vor allem an seiner Position fest: „Ich denke, das hing viel mit meiner zentralen Rolle vor der Verpflichtung von Patrick Neumann zusammen. Davor habe ich vermehrt auf der „Sechs“ gespielt und auf einer zentraleren Rolle wächst man automatisch in eine Führungsrolle hinein“, erklärt er.

„Darf man das im Moment überhaupt sagen?“

Apropos Position: Am wohlsten fühlt er sich als Rechtsverteidiger, doch aufgrund seiner Torgefahr (fünf Saisontore) spielt er aktuell vor allem auf der rechten Offensivseite. „Wo mich der Trainer aufstellt, das ist im Endeffekt egal. Ich kann eigentlich fast jede Position im Mittelfeld und auf den Außenbahnen bekleiden. Am Ende des Tages ist das auch egal, solange wir als Mannschaft erfolgreich sind. Allerdings spielt man natürlich auch gerne mal etwas weiter vorne“, fügt der Student grinsend hinzu.

Ein wirkliches Spieler-Vorbild aus den europäischen Profiligen hat er dabei nicht. Auf Vereinsebene pflegt er Sympathien zwischen zwei großen Konkurrenten aus der Bundesliga: „Darf man das im Moment überhaupt sagen? Als Verein finde ich den FC Bayern aktuell besonders beeindruckend. Da sticht aber keiner groß hervor, die Gesamtleistung ist einfach nur unglaublich. Außerdem ist mir „Der Club“ (1. FC Nürnberg, Anm. d. Red.) sehr sympathisch.“

„Konkurrenz belebt das Geschäft“

Aktuell hat sich ohnehin einiges geändert beim FSV. Seit Patrick Zöllner vor eineinhalb Jahren den Posten als Chefcoach auf der Trainerbank übernahm, führte er das in der vergangenen Saison akut abstiegsbedrohte Team in ruhigere Fahrwasser. Den Erfolg unter Zöllner sieht sein Sprachrohr auf dem Platz auf mehreren Säulen basierend: „Patrick Zöllner versteht uns einfach. Unter ihm Macht das Training viel Spaß und die Leidenschaft ist zu spüren. Er hat Ruhe reingebracht, nachdem vor seinem Antritt vier Trainer gescheitert waren.“ Des Weiteren nennt er den „breiteren Kader und die tiefere Bank“ als wichtige Faktoren für die aktuell so erfolgreiche Saison. „Der Konkurrenzkampf ist diese Saison einfach höher. Wie jeder weiß, belebt Konkurrenz das Geschäft. Das pusht uns alle noch einmal nach vorne.“

In der Heimtabelle liegt der Verein aus dem Höhenstadtteil aktuell punktgleich mit Badem auf dem ersten Rang der Tabelle. Tarforsts Nummer 18 glaubt, dass die Heimstärke seiner Truppe vor allem auf der Teamchemie beruht: „Zuhause verstehen wir uns irgendwie besser. Da treten wir als homogene Einheit auf und jeder weiß, dass er auch mehr Meter für den Mitspieler und nach hinten machen muss.“ Im zurückliegenden Heimspiel gelang nach dem Ausgleich durch Mülheim-Kärlich nur wenige Sekunden später der Treffer zum 2:1-Endstand (5vier berichtete). „Wir leben für solche Spiele. Nach dem Gegentor ging ein Ruck durch die Mannschaft und wir haben alle noch einmal daran gearbeitet, doch noch zu gewinnen.“

„Erstmal 40 Punkte holen“

Mit 35 Punkten liegt der FSV Trier-Tarforst zurzeit auf dem siebten Tabellenplatz. Nach Erreichen des Primärziels – der 40-Punkte-Marke – glaubt auch der Kapitän daran, dass man oben zumindest noch unter die Top fünf kommen kann. Stellt er sich weiterhin so bedingungslos in den Dienst der Mannschaft, sollte diesem nichts im Wege stehen. Höhenluft ist man im Stadtteil von Trier ja gewohnt.

+++Vorschau+++

Am kommenden Sonntag, um 14.30 Uhr, erwartet den FSV beim heimschwachen TSV Emmelshausen die nächste Aufgabe in der Rheinlandliga.

Die Gastgeber haben bisher zwei Spiele nach der Winterpause bestritten. Nach einer 0:2-Niederlage im ersten Spiel gegen den SV Morbach, meldete sich der Zwölfte der Tabelle am vergangenen Wochenende fulminant zurück. Bei der TuS Rot-Weiss Koblenz – dem Tabellenzweiten – gelang ein 3:2-Auswärtserfolg. Kapitän Andreas Retzmann traf gleich doppelt. Tarforst dürfte gewarnt sein und wird den Gegner nicht unterschätzen.

 

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