„Die Rose neu erblühen lassen“ – Wiedereröffnung der Liebfrauenkirche

von Alexandra Geissler (Text und Fotos)

Vier Jahre lang wurde die Liebfrauenkirche, Päpstliche Basilika und UNESCO-Welterbe, renoviert. Am 4. September wird die Marienkirche wiedereröffnet.

Am vergangenen Wochenende konnten Pressevertreter einen ersten Blick in die ‚neue’ Liebfrauenkirche werfen. 5vier.de war natürlich dabei. Hans Wilhelm Ehlen, Domkapitular und Pfarrer von Liebfrauen, gab mit dem Architekten Hans-Joachim Becker Ein- und Überblicke über die Geschichte und Bedeutung der Trierer Marienkirche und die Arbeiten der letzten Jahre. Beiden merkt man an, dass die Restaurierung auch eine Herzensangelegenheit war.

Die Liebfrauenkirche hat eine lange Tradition. Schon im 4. Jahrhundert wurde auf Initiative Kaiser Konstantins an ihrer Stelle eine Kirche gebaut. Der heutige Bau im hochgotischen Stil geht auf einen Entschluss von Bischof Theoderich II. von Wied († 1242) zurück, den Vorgängerbau durch eine neue gotische Marienkirche ersetzen zu lassen. Nach 33 Jahren wurde die Kirche vollendet. Die Besonderheit dieses Zentralbaus ist der Grundriss einer 12-blättrigen Rose, in den das Kreuz eingewebt ist. Daher leitet sich auch das Motto der Restaurierungsarbeiten ab: Die Rose neu erblühen lassen.

Nach starken Zerstörungen durch einen Luftangriff im Zweiten Weltkrieg kümmerte man sich vordringlich um die statische Sicherung, die Reparatur der Gewölbe; Neueindeckung des Daches, neue Fenster etc. Die Innenrenovierungen fanden erst in den letzten Jahren, seit Januar 2008, statt. Und was in dieser Zeit geschaffen wurde, ist erstaunlich. Der Kirchenraum erstrahlt, vor allem bei Sonnenlicht. Der Fußboden wurde erneuert, die Wandoberflächen gereinigt, das Blumendekor (über 1200 Lilien) konserviert und restauriert wie auch die 12 spätgotischen Apostelbilder und die beiden anderen mittelalterlichen Wand und es wäre noch vieles mehr zu nennen. 500 bis 600 Tonnen Gerüst waren dafür nötig.

Noch vor den Renovierungsarbeiten legten die Archäologen des Dom- und Diözesanmuseums um Prof. Winfried Weber Hand an. Sechs Monate hatten sie Zeit im Eingangsbereich der Liebfrauenkirche zu graben. Jetzt kann der Besucher durch ein Loch im Boden die Bauschichten bis in 4. Jahrhundert hinab betrachten. Ein Blick in die Geschichte.

Was die Kosten anbelangt, so geht man vor der Endabrechnung von gut 7 Millionen Euro aus. Finanziert wurden die Restaurierungsarbeiten durch das Bistum Trier, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Trier, das Investitionsprogramm für internationale UNESCO-Welterbestätten; die Landesdenkmalpflege – Generaldirektion Kulturelles Erbe Mainz, private Spenden und last but not least eigene Mittel der Pfarrei.

Die Wiedereröffnung der Liebfrauenkirche wird natürlich groß gefeiert. Bereits am Samstag, dem 3. September um 20.00 Uhr findet aus diesem Anlass ein Konzert im Dom statt. Am Sonntag folgt dann die eigentliche Eröffnungsfeier, deren Höhepunkt das Pontifikalamt mit Bischof Dr. Stephan Ackermann ist.

Für Interessierte werden in den Monaten September, Oktober und Dezember geistlich orientierte Führungen mit musikalischer Eröffnung angeboten.

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