Ein Hauch von Japan in Trier – Kulinarische Köstlichkeiten im „Chibi-ya“

5vier.de traf sich mit Jungunternehmerin Eva Leibovitz, um mehr über ihr Konzept zu erfahren

Von Monika Pradelok (Text und Fotos)

Seit April hat in der Glockenstraße das japanische Schnellrestaurant Chibi-ya geöffnet. Hier bekommt man authentische Reisgerichte aus Japan serviert. „Eine Marktlücke“, wie Jungunternehmerin Eva Leibovitz (26) fand und mit ihrem Laden den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. 5vier-Mitarbeiterin Monika Pradelok war vor Ort und hat sich mit der jungen Frau zum Gespräch getroffen, um mehr über ihr Konzept zu erfahren.

Eva Leibovitz im Chibi-ya.  Foto: Monika Pradelok

Eva Leibovitz im Chibi-ya.

Japanisches Essen ist in Europa sehr beliebt und wird die meiste Zeit nur mit rohem Fisch in Verbindung gebracht. Dabei besteht ein großer Teil der japanischen Küche aus vielen verschiedenen Reisgerichten. Und gerade diese bietet das Start-Up-Unternehmen Chibi-Ya an: hier werden dem Gast Donburi (einer Schüssel mit Reis und verschiedenen Beilagen) und Curry-Reis (entweder mit Schweinefleisch oder vegetarisch) angeboten – leckere Hausmannskost.

„So etwas fehlt in Trier“, dachte sich die Japanologin und eröffnetet im April ihr Geschäft in Trier – fast ein halbes Jahr nach ihrem Abschluss an der Universität Trier. Sie wollte etwas „Aktives“ machen und stürzte sich direkt in die Arbeit – getreu dem Motto: „Wenn man von etwas überzeugt ist, sollte man es einfach machen!“

Das Chibi-ya – Eine kurze Vorstellung

Das Chibi-ya.  Foto: Monika Pradelok

Das Chibi-ya.

Chibi-ya (チビの屋) bedeutet ins Deutsche übersetzt „kleiner Laden“. Und tatsächlich wirkt der Laden auf den ersten Blick ein wenig klein: eine Theke mit dazugehörigen Sitzgelegenheiten, überschaubar und gemütlich. „Das ist typisch japanisch“, teilt Eva mir mit. Wenn man sich dorthin setzt, bietet sich einem direkt der Blick in die Küche. So kann man dem Geschehen live zusehen und einen netten Plausch mit den Angestellten halten. Eva schlägt vor, dass wir nach oben gehen: „Da sind wir ein wenig ungestörter“, erklärt sie, denn unten wird in der Küche bereits alles für den Betrieb vorbereitet.

Eva Leibovitz kam 2006 zum Studieren – Japanologie und Philosophie – nach Trier. „Die Idee zu dem Schnellrestaurant kam mir während meines Japanaufenthalts an der Tōkyō Gakugei Daigaku“, erinnert sie sich. „Dort gibt es so gut wie an jeder Ecke ein Schnellrestaurant und da habe ich mir gedacht, so etwas fehlt hier in Trier.“

Die Resonanz ist überaus positiv, vor allem bei denjenigen, die gerade aus Japan zurückkommen und die japanische Küche vermissen. „Wir bekommen jedoch nicht nur positives Feedback von den Heimkehrern. Japanische Austauschstudenten sowie Freunde der japanischen Küche freuen sich darüber und kommen gerne hierher.“

Schnelles und leckeres Essen für wenig Geld

Der Weg zum perfekten Geschmack hat lange gedauert – es mussten viele Gerichte vorgekocht und probiert werden. „Beim Curry hat es relativ lange gedauert, bis ich zufrieden war. Es gibt nämlich ganz viele verschiedene Sorten und Marken, deshalb haben wir uns öfter zum Testessen getroffen. Beim Gyūdon ging es dann ein wenig schneller, da wir ein Kochbuch von einer Japanerin vorliegen hatten, in dem alles gut erklärt war.“

Eva Leibovitz - Chefin des Chibi-ya Foto: Monika Pradelok

Eva Leibovitz – Chefin des Chibi-ya

Was die Besonderheit des Chibi-ya ausmacht, ist die Tatsache, dass man für kleines Geld frisches und gesundes Essen in kurzer Zeit serviert bekommt. „Unser Essen bietet eine Alternative zu Pommes-Buden, gewöhnlichem Fast Food oder Döner. Und die Kunden finden es gut!“ Zudem achtet das Chibi-ya darauf, dass umweltbewusst und ökologisch gearbeitet wird. So sind zum Beispiel alle Verpackungen aus biologisch abbaubaren Materialien.

Und ihr Mut wird belohnt

Eva hat von vielen Leuten gesagt bekommen, wie mutig ihr Schritt in die Selbstständigkeit gewesen ist. „Wenn man eine Idee hat, sollte man es einfach machen und die Sache angehen! Wenn man einmal anfängt, sich an die Leute zu wenden, die man dafür braucht, bekommt man vieles an die Hand gegeben. Es ist ein Schritt für Schritt-Ding.“ Und ihr Mut wird belohnt. Mit einer kleinen, aber feinen Speisekarte, die peu à peu ergänzt wird, und einem kreativen Rahmenprogramm hat sie schon viele Anhänger gewonnen. Vor allem die einfallsreichen Thementage locken Japan-Begeisterte ins Chibi-ya. So gab es vor Kurzem einen Tag rund um das Thema Videospiele. Und auch für Tanabata (japanisches Sternenfest, welches immer am 7. Juli stattfand) wurde etwas geplant.

5vier.de bedankt sich für das freundliche Gespräch und wünscht dem Chibi-ya-Team viel Erfolg!

 

Und probiert haben wir auch…

Gyudon

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen und eine mittelgroße Portion Gyūdon mit ein wenig Kimchi (in Chili eingelegter Chinakohl – eine koreanische Spezialität, die sich in Japan größter Beliebtheit erfreut) bestellt. Hierbei handelt es sich um eine Schüssel mit gekochtem Rindfleisch und Zwiebeln auf Reis. Wer mag, kann sich eine der drei Beilagen zu einem kleinen Extrapreis bestellen: Frühlingszwiebeln, Kimchi oder Käse. Das Rind sowie die Zwiebeln sind in hauchfeine Streifen geschnitten und mit einer leckeren Soße abgestimmt.

Lecker, schnell und mit 4,50 Euro absolut erschwinglich. Top!

 

Wer neugierig geworden ist, kann sich auf der Seite des Chibi-ya nähere Informationen einholen: www.chibiya.de

 

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Kommentare (1)

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  1. fritz sagt:

    „„So etwas fehlt in Trier“, dachte sich die Japanologin und eröffnetet im April ihr Geschäft in Trier – fast ein halbes Jahr nach ihrem Abschluss an der Universität Trier.“

    In den Satz hätte doch bestimmt noch ein viertes Mal „Trier“ erwähnt werden können, oder? 😉

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