Eintracht Trier: Kein Last-Minute-Transfer und ein Appell an den Willen

Wie im Vorfeld von 5vier berichtet, hat Eintracht Trier keinen weiteren Spieler unter Vertrag genommen. Martin Hauswald bleibt an der Mosel – spielt in den sportlichen Planungen aber weiter keine Rolle. Marketing-Gespräche gab es mit dem TBB Trier.

Die zarten Aufstiegshoffnungen müssen Fahrudin Kuduzovic und Co. ohne Neuzugang erhalten.

Auf die große Transfersensation hofften viele Fans von Eintracht Trier vergeblich. Wie am Vorabend von 5vier berichtet, bleiben Daniel Bauer und Benjamin Pintol die einzigen Neuzugänge, mit denen die gesunkenen Chancen im Aufstiegsrennen gewahrt werden sollen. Der Wunsch von Trainer Roland Seitz, noch einen großgewachsenen Stürmer zu verpflichten, erfüllte sich nicht. „Der Verein hat mir schon vor Wochen die finanziellen Möglichkeiten mitgeteilt, die zur Verfügung stehen. Daher bin ich nicht enttäuscht“, bekannte Seitz. Dazu vermisste der Oberpfälzer auf dem Markt einen Angreifer, „der unserem Profil entsprochen hätte“.

Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi bekannte gegenüber 5vier, mit den Bewegungen auf dem Transferkarussell zufrieden zu sein. „Den unerwarteten Abgang von Marc Gouiffe à Goufan haben wir mit Daniel Bauer hervorragend aufgefangen, den gewünschten Flügelspieler haben wir Benjamin Pintol auch geholt. Mit ihm haben wir Qualität verpflichtet, was sich in den nächsten Wochen noch herausstellen wird.“ Nicht geklappt hat zum 31. Januar die Vertragsauflösung mit Martin Hauswald. Der Mittelfeldspieler habe ein Angebot des ambitionierten Oberligisten FSV Zwickau vorliegen gehabt, so Wilhelmi. „Ich kann nicht verstehen, warum er das abgelehnt hat.“ Der suspendierte Hauswald soll weiter mit der Reserve trainieren, eine Rückkehr ins Regionalliga-Team steht laut Angaben von Seitz und Wilhelmi aber nicht zur Debatte. „Zu dem Thema ist alles gesagt.“

„Die Mannschaft verfällt schnell in Selbstzufriedenheit“

Mit Martin Hauswald kam keine Vertragsauflösung zustande.

Auch die gescheiterte Auflösung des Vertrages sei ein Grund dafür gewesen, auf dem Markt keine großen Sprünge mehr machen zu können. Dabei führte der peinliche Auftritt beim 0:1 gegen den SC Idar-Oberstein noch Handlungsbedarf vor Augen. Bereits am Freitag hatte Trainer Seitz in der Pressekonferenz darauf hingewiesen, weiter den Konkurrenzkampf in den eigenen Reihen zu vermissen. “Jetzt muss jeder aber Gas geben, sonst leidet das Gesamte darunter. Fast alle Verträge laufen aus, da muss es schnell ‘Klick’ machen“, betonte der 47-Jährige da. Nun ist der Kader fast unverändert, während die Sportfreunde Lotte aufgerüstet haben und mit einem 2:0-Erfolg gegen Schalke II erfolgreich ins neue Jahr starteten.

Wilhelmi verdeutlichte aber, keine Ausreden in den verbleibenden Monaten bis zum letzten Spieltag am 19. Mai gelten zu lassen. „Die Mannschaft weiß, dass sie sich so nicht präsentieren darf und wird es auch nicht wieder. Davon bin ich überzeugt“, sagte das Vorstandsmitglied, das die Hoffnungen noch nicht aufgegeben hat. „Als Eintracht Trier 2002 aufgestiegen ist, gab es eine deftige 0:5-Niederlage in Regensburg, bei der sich Adnan Kevric als Spielmacher zu allem Überfluss einen Kreuzbandriss zuzogen hat. Damals haben auch nur 14, 15 Leute aus dem Kader regelmäßig gespielt und den Rückstand in der Tabelle trotzdem aufgeholt.“ Damit sich ein ähnliches Wunder nach dem bösen Erwachen von Samstag aber erneut wiederholen kann, verlangt Wilhelmi mehr Selbstkritik in den Reihen der Spieler. „Das ist eine Mentalitätsfrage. Mir fehlt der letzte, unbedingte Wille, die Mannschaft verfällt zu schnell in Selbstzufriedenheit. Es wurden noch nie mehr als zwei Spiele am Stück gewonnen. Jeder muss sich selber klar machen, ob er in der nächsten Saison in der 3. Liga oder der Regionalliga spielen möchte.“

Gespräche mit dem TBB Trier

Ein erstes Sondierungsgespräch mit Basketball-Bundesligist TBB Trier gab es am Dienstag. Dort wurde das Konzept der Marketing-Agentur erläutert, die noch gegründet werden muss und die bei der TBB künftig für die Sponsorenakquise und die Vermarktung zuständig ist. Da die Agentur unabhängig und in Luxemburg angesiedelt ist, steht sie allen Profivereinen offen. Auch die Eintracht wurde in einer Mail angeschrieben. „Wir wurden nun erst einmal über die Idee informiert“, so Wilhelmi über das erste Treffen, an dem auch TBB-Vorstand Sascha Beitzel, Eintracht-Geschäftsführer Dirk Jacobs und Anwalt Alexander Bergweiler teilnahmen. Besonders interessant sei für den Fußball-Regionalligisten der Ansatz, Sponsoren zu gewinnen, „die nicht aus der hiesigen Region kommen“, so Wilhelmi. Das ist auch der Kern der Idee, die die TBB am Freitag vorgestellt hatte (5vier berichtete). Es geht um die zentrale Frage, wie sich die Spitzensportvereine in Trier neue Wirtschaftskraft erschließen können, um wettbewerbsfähig zu bleiben – vielleicht mit einer Bündelung von Kräften und Wissen. „Inhaltlich werden wir aber erst in der nächsten Woche ins Detail gehen.“

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Kommentare (2)

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  1. Sievo sagt:

    Es st ja wunderbar, dass Wilhelmi verdeutlichte, keine Ausreden in den verbleibenden Monaten bis zum letzten Spieltag am 19. Mai mehr gelten zu lassen und dass die Mannschaft weiß, dass sie sich so nicht mehr präsentieren darf. Aber hoffentlich hat sie das auch dem Trainer gesagt, damit dieser nicht wieder auf die Idee kommt, mit nur einem Stürmer zu spielen. Denn dann wird es wieder in die Hose gehen. Aus Erfahrung sollte man eigentlich klug werden.

  2. Heiko Schmitz sagt:

    Interessanter Artikel! Kleine Anmerkung nur: es heißt „die“ TBB.

    Anmerkung der Redaktion: Hallo Herr Schmitz, vielen Dank für die Anmerkung und sorry für den Tippfehler. Wir haben es natürlich sofort korrigiert. (fs)

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