Keine Tore in Kaiserslautern – 0:0 auf dem Betzenberg

Von Stephen Weber

Eintracht Trier und der 1. FC Kaiserslautern trennten sich am Samstagmittag mit 0:0. Es war ein engagiertes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten und einer Schiedsrichterleistung, die im Nachhinein die Gemüter erregte.

SVE-Vorstandsvorsitzender Ernst Wilhelmi brodelte nach Spielende aufgrund der Schiedsrichterleistung: „Wir haben super gespielt und gut gekämpft, aber bei so einer Leistung des Unparteiischen kann man nicht gewinnen.“ Vor 600 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion traten der Tabellendritte gegen den Vierten an und lieferten sich ein ansehnliches Fußballspiel, das jedoch mit keinem Tor belohnt wurde.

Die Schamanen waren dem Trierer Kader über Nacht scheinbar wohlgesonnen. Die angedrohten Ausfälle von Torge Hollmann und Alon Abelski konnten von der medizinischen Abteilung rechtzeitig zum Anstoß abgewendet werden und beiden Spieler standen im gewohnten 4-2-3-1-System in der Anfangsformation. Erdogan Yesilyurt musste seinen Platz auf dem rechten Flügel für Steven Lewerenz räumen, der erstmals seit seiner Suspendierung wieder in der Startelf stand. Trainer Roland Seitz begründete den Wechsel folgendermaßen: „Es war für alle eine Win-Win-Situation. Wir haben viele junge Spieler, die teilweise noch nicht soweit sind und Steven kann uns auf dem Flügel weiterhelfen.“

Torlos, aber unterhaltsam

Die Begegnung wurde angepfiffen und von Beginn an war die seitz’sche Handschrift – tief stehen und dem Gegner keine Räume bieten – erkennbar. Dementsprechend resultierte die erste Gelegenheit der Partie aus einem ruhenden Ball, als Lauterns Mario Pokar einen Freistoß von der rechten Geraden hoch auf das Tor zog. Das Spielgerät flog über Schlussmann Andreas Lengsfeld hinweg und prallte wuchtig an die Latte (11.).

Zehn Minuten später näherten sich auch die Moselstädter allmählich dem pfälzischen Aluminium-Fachwerk an: Sowohl Steven Kröner (21.), Marco Quotschalla und Fahrudin Kuduzovic in einer Doppelchance (22.), als auch Torge Hollmann (25.) kamen binnen weniger Minuten zu aussichtsreichen Gelegenheiten. In der Folge hatten die standesgemäß in rot gekleideten Gastgeber zwar mehr Spielanteile, doch die Eintracht versteckte sich nicht, agierte auf Augenhöhe, weshalb man sich nach munteren 45 Minuten mit einem ausgeglichenen 0:0 in die Halbzeitruhe begab. Seitz hatte an diesem Tag wenig an seiner Mannschaft zu bemängeln: „Es war heute ein gutes Spiel von uns. Wir haben 90 Minuten ordentlich gearbeitet und uns Chancen erspielt, weshalb sich der Gegner nicht beschweren könnte, wenn das heute anders ausgeht.“ Und auch der Oberpfälzer stimmte in die Schiedsrichterschelte mit ein: „Der Auftritt heute war für einen Unparteiischen unwürdig.“

Weitere Möglichkeiten, kein Ertrag

Wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel dann die bis dato größte Chance für die Trierer: Ein Schuss von Alon Abelski aus der zweiten Reihe segelte knapp am Lattenkreuz vorbei (47.). Danach folgten 15 Minuten Leerlauf, die erst von einem vermeintlichen Abseitstor durch Kuduzovic behoben wurden. Schiedsrichter Justus Zorn verweigerte dem Treffer des Bosniers nach einer Flanke von Fouad Brighache die Anerkennung (62.). Strittig.

Trier erarbeitete sich im zweiten Spielabschnitt sichtbare Feldvorteile – doch dem zum Trotz kam FCK-Stürmer Jan-Lukas Dorow zu zwei Chancen, bei der die erste knapp am Tor vorbeirollte (74.), die zweite in höchster Not von Michael Dingels geblockt wurde (78.). Auch der SVE war noch zwei Mal ganz nah am Treffer zum Sieg: Alon Abelski verzog einen Schuss nach einem Konter über Quotschalla neben den pfälzischen Kasten (80.) und Fabian Zittlau brachte den Ball nach einer Ecke freistehend am Fünfmeterraum nicht mit dem nötigen Druck auf das Tor (85.).

Der letzte Aufreger der Begegnung sollte ein vermeintliches Handspiel im Strafraum eines FCK-Spielers in der Nachspielzeit sein, das vom an diesem Tag schwachen Referee aus Freiburg nicht geahndet wurde. So endete das Derby mit einer torlosen Punkteteilung, die die Kräfteverhältnisse auf dem Platz gebührend widerspiegelte. FCK-Trainer Konrad Fünfstück konnte mit dem Punktgewinn durchaus leben: „Trier hat Qualität und meine junge Mannschaft hat gut dagegengehalten. Deshalb spreche ich meiner Mannschaft ein großes Kompliment aus.“

Statistik

1. FC Kaiserslautern II: Müller – , Zimmer, Tasky, Mockenhaupt, Bugera – Pokar, Linsmayer – Lensch, Zellner (74. Jacob), Wolfert (87. Hammel) – Dorow (80. Dadachev)

Eintracht Trier: Lengsfeld (Note 3) – Brighache (3), Hollmann (2,5), Dingels (2,5), Zittlau (3,5) – Kröner (3), Watzka (3) (89. Spang) – Lewerenz (3), Abelski (2,5), Kuduzovic (3,5) (90. Sözen) – Quotschalla (3,5)

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg)
Zuschauer: 600

 

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