Umstrukturierungen und ein sportliches Abenteuer

Von Florian Schlecht

Veränderungen in der Geschäftsstelle, eine neue Liga und ein junges Gesicht. Viel Gesprächsstoff gab es bei der Pressekonferenz zur Saisoneröffnung von Eintracht Trier.

In Eintracht in die neue Saison: Romika-Geschäftsführer Andreas Garnier, Trainer Roland Seitz, Aufsichtsratsvorsitzender Frank Natus, die Vorstandsmitglieder Ernst Wilhelmi und Roman Gottschalk sowie Geschäftsführer Dirk Jacobs.

Eine Umstrukturierung in der Geschäftsstelle, ein neues sportliches Abenteuer mit der Regionalliga Südwest, ein junges Gesicht der Mannschaft und einige Fragezeichen in der Kaderplanung. Reichlich Gesprächsstoff gab es bei der Pressekonferenz zur Saisoneröffnung von Eintracht Trier im Gebäude des Trikotsponsors Romika.

Trainer Seitz hat Geduld bei der Kaderplanung.

Kaderplanung und Finanzen – Mit 18 Feldspielern und zwei Torhütern will der SVE in die Saison gehen. Der Etat wird durch den Wegfall der Fernsehgelder und die verpasste Qualifikation für den DFB-Pokal „um 20 Prozent“ abgespeckt, wie Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi betonte. „Um eine Million Euro“ soll sich das Budget in der Saison 2012/13 bewegen, wie Geschäftsführer Dirk Jacobs bekräftigte, durch Sponsorensuche sollen neue Mittel geschaffen werden.

„Wir haben die Linie bei der Kadergröße bewusst gewählt“, so Trainer Roland Seitz. „Jetzt müssen wir natürlich bis August abwarten, ob es Verletzungsprobleme gibt und wie die jungen Spieler in Freundschaftsspielen zurecht kommen.“14 Spieler stehen bislang unter Vertrag. Gesucht wird noch im defensiven Mittelfeld, auf der Position des rechten Außenverteidigers und im Angriff. Seitz hat Geduld: „Jeder will Geld verdienen. Notfalls warten wir auch drei Wochen länger.“

Bei Saisonzielen für die Mannschaft um Torge Hollmann halten sich die Verantwortlichen zurück.

Saisonziele – Zurückhaltend geben sich die Verantwortlichen, was die Ziele in der neuen Regionalliga Südwest angeht. „Dort spielen viele Vereine, die für uns unbekannt sind. Wir können noch nicht sagen, wo wir sportlich stehen“, so Wilhelmi und ergänzte. „Wir wollen erfolgreichen Fußball bieten und spielen. Wenn uns das gelingt, wird sich das auch in der Platzierung ausdrücken.“

Der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Natus wünscht sich besonders eine Steigerung in den Heimspielen, die in den letzten Monaten oft eine Enttäuschung waren: „Vor allem zu Hause wünsche ich mir guten Fußball.“ Mit 1800 Zuschauern kalkuliert Eintracht Trier im Schnitt pro Spiel. Angepeilt wird der Rheinlandpokal, der in der vergangenen Saison nach dem 2:3 in Mayen vergeigt wurde. „Den wollen wir unter allen Umständen gewinnen“, so Wilhelmi. Bereits in der zweiten Runde muss der Regionalligist in den Wettbewerb einsteigen. „Eine Katastrophe“, zürnt das Vorstandsmitglied.“Unsere Gegner werden organisatorisch vor Schwierigkeiten gestellt, um so ein Spiel ausrichten zu können. Bei uns wird der Trainingsbetrieb früh gestört.“

"Wir wollen den Verein im Bereich Sponsorenakquise und Marketing professioneller aufstellen", so Ernst Wilhelmi.

Umstrukturierung in der Geschäftsstelle – Personelle Veränderungen wird es in der Geschäftsstelle geben. Dirk Jacobs steigt zum Geschäftsführer auf, der sich zukünftig verstärkt um die Sponsorenakquise und die Anwerbung von Neukunden kümmern wird. „Wir haben Ideen, die aber noch nicht spruchreif sind“, so Jacobs, der auch die Steigerung der Mitgliederzahl als Ziel nennt. Unterstützt wird er dabei von Nathalie Kron, die bislang im Ticketing des Vereins gearbeitet hat. Mit Tanja Schäfer wird dafür eine neue hauptamtliche Geschäftsstellenleiterin eingestellt. Die Diplomvolkswirtin steigt ab dem 1. Juli ein. Finanziert werden soll die Umstellung durch „die zu erwartenden neuen Erträge im Sponsoring“, hofft Wilhelmi. Auch Holger Wincheringer und Michael Palm werden weiter auf der Geschäftsstelle arbeiten.

„Wir wollen den Verein im Sponsoring und Marketing professioneller aufstellen“, so Ernst Wilhelmi, der dieses Vorhaben auch in der Zukunft gemeinsam mit Roman Gottschalk und Harry Thiele angehen möchte. „Der Vorstand wird sich bei der Jahreshauptversammlung geschlossen zur Wiederwahl für zwei weitere Jahre stellen.“

Im Jugendbereich soll weiter erfolgreich gearbeitet werden - trotz einer Etatkürzung.

Die Jugend im Blick – „950.000 Euro hat Eintracht Trier in den letzten vier Jahren in den Jugendbereich investiert“, sagt Roman Gottschalk. „Der Anteil am Gesamtbudget lag dabei immer bei zehn bis 15 Prozent. Das ist eine Marke, an die Bundesligisten bei weitem nicht rankommen.“

Nun will der SVE die Früchte ernten: Mit Philipp Basquit, Pit Hess, Christopher Spang, Christoph Anton und Burak Sözen kämpfen fünf Eigengewächse um ihre Chance im Regionalliga-Kader (5vier berichtete). Und die Aufnahme der Talente in den Kader sollen nicht nur Lippenbekenntnisse sein. „Die Mischung aus jungen Wilden und erfahrenen Hasen ist die Zukunft von Eintracht Trier“, betont Wilhelmi. „Die jungen Spieler werden mehr Einsatzzeiten bekommen“, bekräftigt Seitz. Erwartungen, an denen die Verantwortlichen gemessen werden.

Hinter den Kulissen sollen Jugendkoordinator Michael Ziegler und U23-Coach Herbert Herres das Niveau aufrecht erhalten, „auch wenn der Nachwuchsetat angepasst an das Vereinsbudget ebenfalls um 20 Prozent gesenkt“ werde. Diese Lücke soll gestopft werden durch „eine moderatere Abstufung der Gehaltszahlungen“ bei der Reserve-Mannschaft nach dem Abstieg aus der Oberliga. „Dennoch konnten wir fast das gesamte Team halten.“ Eine gewichtigere Rolle soll auch dem Förderverein bei der Suche nach Sponsoren zukommen. Die U19, U17 und U15 spielen weiter in der Regionalliga, die A-Jugend freut sich nach ihrem Rheinlandpokalsieg auf den DFB-Pokal-Auftritt gegen den Hamburger SV am 5. August. Gottschalk: „Wir sehen uns gut gerüstet im Nachwuchsbereich.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Trainingsauftakt am Samstag um 14 Uhr – Am Samstag steigt Fußball-Regionalligist Eintracht Trier wieder in die Vorbereitung auf die neue Saison ein. Das Auftakttraining ist um 14 Uhr auf dem Gelände des Moselstadions.

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