„Wir werden nicht Harakiri spielen“

Von Florian Schlecht

Der Wunsch nach Wiedergutmachung und die Sorgen vor einer Kopfblockade: Trainer Roland Seitz schwört Mannschaft und Fans von Fußball-Regionalligist Eintracht Trier auf Zusammenhalt gegen den FSV Frankfurt II ein (Freitag, 19 Uhr). Marco Quotschalla dürfte im Angriff Chhunly Pagenburg ersetzen.

Trainer Roland Seitz setzt auf Veränderungen in der Anfangsformation. Foto: Anna Lena Grasmück

Es wurde viel geredet bei Eintracht Trier in diesen Tagen. Bei einer Videoanalyse vom 1:6-Debakel bei Eintracht Frankfurt II ging der Trainer noch einmal hart mit der Mannschaft ins Gericht. Was diskutiert wurde, wie die Niederlage zu erklären ist, darüber will Roland Seitz keine Worte verlieren. Verschwiegenheit ist für ihn ein Ehrenkodex. „Was in diesem Raum besprochen wurde, bleibt in diesem Raum“, gibt er sich so zugeknöpft. Der Satz soll aber auch leichte Aufbruchsstimmung signalisieren. Der Tenor: Die Klatsche vom Main ist abgehakt, was zählt ist das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt II am Freitag (19 Uhr).

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Jungs Wiedergutmachung betreiben wollen“, hat der Oberpfälzer Vertrauen in seine Spieler. Aber auch die Fans wollte er in seinen Ausführungen mit ins Boot nehmen. Zwar sprach er es nicht offen aus, aber die Verärgerung auf den Rängen über die jüngste 1:6-Pleite soll nicht zum Bumerang-Effekt werden. „Ich hoffe, dass die Zuschauer uns so unterstützen, dass der Kopf frei ist, die Jungs ohne Blockade spielen können. Das geht nur zusammen.“

Denn die Verunsicherung in den eigenen Reihen ist ein Element, das vor der Begegnung gegen die nächste Bundesliga-Reserve aus Frankfurt nicht zu berechnen ist. Als „ruhig, nachdenklich“ habe Seitz das Team in dieser Woche erlebt. Auf die Spielweise dürfte das insoweit Einfluss nehmen, als dass die Trierer zunächst einmal Tugenden wie Geschlossenheit und taktische Disziplin leben wollen. „Wir werden nicht Harakiri spielen. Zu Hause haben wir mit dem Publikum im Rücken immer die Möglichkeit, unsere Tore zu schießen.“

Quotschalla soll starten, Vertrauen in Abelski

Personell kündigt Seitz aber Veränderungen gegenüber der Anfangsformation der vergangenen Woche an. Wahrscheinlich ist, dass Chhunly Pagenburg nicht von Beginn an auflaufen wird. Ob der Torjäger im Kader steht, ist ebenso fraglich. Dies hängt mit gesundheitlichen Beschwerden zusammen. Der 17-Tore-Mann beklagte sich zum Wochenende über Magenbeschwerden, die dann in immer stärkere Schmerzen übergegangen seien. Das Ergebnis einer Magenspiegelung lag Seitz am Donnerstagmittag noch nicht vor. „Ich kann aber ausschließen, dass er von Anfang an spielen wird.“

Sein Ersatzmann ist einer der Winter-Neuzugänge, die für 17.000 Euro Spendengelder von den Fans finanziert wurden: Marco Quotschalla. „Er fühlt sich zentral am wohlsten“, ist der Trainer auf das Startelf-Debüt des Angreifers im Liga-Alltag gespannt. Auch weitere Wechsel deuten sich an. In welchen Bereichen, das wollte Seitz nicht verraten. Ob Torge Hollmann in der Innenverteidigung für Steven Kröner beginnen wird, der in Frankfurt nach 23 Minuten ausgewechselt wurde, ist fraglich. Der Routinier brach das Abschlusstraining angeschlagen ab. Im defensiven Mittelfeld könnte Mario Klinger den Vize-Kapitän Baldo di Gregorio verdrängen. Auf der linken Außenbahn scharren Christoph Anton und Erdogan Yesilyurt mit den Hufen. Dort hatte Fahrudin Kuduzovic zuletzt maßlos enttäuscht.

Keine Kritik lässt Seitz dagegen an Alon Abelski aufkommen, der nach wochenlanger Reha in Düsseldorf noch lange nicht im Besitz seiner alten Form war. „Er war hängende Spitze, das Ergebnis kann man also nicht an ihm festmachen“, nimmt der Trainer seinen Regisseur in Schutz und ist sicher: „Er wird von Spiel zu Spiel wieder besser spielen.“ Vielleicht schon gegen den FSV Frankfurt II. Der Abstiegskandidat hat sich zuletzt enorm gesteigert und ist seit vier Begegnungen ohne Niederlage. Zuletzt gab es einen 2:1-Erfolg gegen 1899 Hoffenheim II, bei dem die Profi-Leihgaben Marc Heitmeier, Matthew Leckie und Marcel Gaus mitwirkten. „Mal schauen, ob Benno Möhlmann wieder einen runter gibt“, ist Seitz gespannt, stellt aber klar. „Es soll am Freitag nur einen Sieger geben. Uns.“

+++Eintracht in Kürze+++

Elversberg-Spiel verlegt – Um einen Tag nach hinten verlegt wurde das Auswärtsspiel von Eintracht Trier bei der SV Elversberg. Dieses wird nun am Samstag, 13. April (14 Uhr), ausgetragen.

Respekt vor Wölk und Lamidi – Besonderen Respekt hat Roland Seitz vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt II vor Mittelfeldspieler Kevin Wölk sowie Angreifer Moses Lamidi, die bei den Gästen Leistungsträger sind. Der Grund: Das Duo stellte sich im Sommer in Trier im Probetraining vor und überzeugte. „Es ist kein Geheimnis, dass wir beide gerne genommen hätten. Aber Frankfurt hat sie mit Training und Chancen für die erste Mannschaft geködert.“

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