JSG Schweich: Der SC Freiburg der Rheinlandliga

Acht Spiele, acht Siege: Die JSG Schweich schwebt vor dem Spitzenspiel gegen die SG Betzdorf auf einer Euphoriewelle

Von Florian Schlecht

Acht Spiele, acht Siege: Die A-Jugend der JSG Schweich hat in der Rheinlandliga einen traumhaften Saisonstart hingelegt, für den es viele gute Gründe gibt. Am Samstag steht für den erfolgreichen Nachwuchs das Spitzenspiel gegen die SG Betzdorf vor der Tür. 

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Die JSG Schweich rockt die Rheinlandliga. Foto: Sebastian Schwarz

Bei der TuS Mosella Schweich gehört es zur festen Tradition, dass sich bei der Trainingseinheit am Montag die erste Mannschaft und die A-Jugend in einem kurzen Testspiel gegenüber stehen. Natürlich nicht so wild wie die Cowboys in einem Old-School-Western – dennoch liefern sich beide Teams heiße Duelle auf dem Kunstrasen. „Meistens gehen wir als Verlierer vom Platz. Die Spiele enden aber oft 2:3, 2:4 oder 1:3. Ein Unentschieden haben wir auch schon ein paar Mal geschafft“, erzählt Timo Zeimet, der gemeinsam mit Sebastian Zimmer die U19 der JSG Schweich trainiert.

Für die erfahrenen Haudegen um Kapitän Patrick Quary und Co. sind die Einheiten mit den Talenten in diesen Tagen tatsächlich ein besonders hartes Brot. Denn der Nachwuchs rockt bislang überraschend die Rheinlandliga. Nach acht Spielen hat Schweich acht Siege eingefahren – und ist damit auf dem besten Weg, das eigene Saisonziel zu erreichen. „Wir wollten die beste Mannschaft der Region werden“, sagt Zeimet. Mit dem FSV Tarforst, dem FSV Salmrohr, dem SV Konz und der JSG Wittlich gibt es einige Lokalrivalen in der Staffel.

Nun dürfen seine Jungs sogar schon von einem Derby gegen Eintracht Trier im kommenden Jahr träumen – in der Regionalliga. Den Aufstieg will der Grundschullehrer, der in Langsur unterrichtet, aber nicht als Anspruch formulieren. Am Wochenende kommt es auf der heimischen Anlage zum Spitzenspiel gegen den direkten Verfolger SG Betzdorf (Samstag, 17 Uhr), anschließend reist Titelkandidat SG Mülheim-Kärlich an. „Nach den Spielen wissen wir, wo wir stehen“, tritt Zeimet auf die Euphoriebremse.

Freiburger Tugenden als Erfolgsrezept

Ein Zufall ist der Erfolg der JSG Schweich nicht. Elf Spieler konnten aus der Mannschaft gehalten werden, die in der vergangenen Spielzeit erfolgreich den Abstieg verhindern konnte. Elf Neuzugänge rückten aus dem starken Jahrgang der B-Jugend auf, die im Sommer die Vize-Rheinlandmeisterschaft einfuhr. „Im letzten Jahr musste ich oft kämpfen, dass wir bei den Spielen 13, 14 Leute im Kader haben, weil immer mal jemand wegen Führerschein oder Abitur ausfällt. Nun habe ich 21 Jungs im Aufgebot, von denen immer 14, 15 im Training dabei sind. Die hohe Beteiligung spiegelt sich auf dem Platz wider und unterscheidet uns wahrscheinlich vom Rest der Liga.“

Dazu lobt Zeimet die Klasse in den eigenen Reihen. „Ich darf in den Spielen fünf Mal wechseln und kann so jedes Mal für neue Impulse sorgen, die der Qualität keinen Abbruch tun.“ Die Vereinsphilosophie leistet ebenfalls ihren Beitrag, dass Nachwuchskräfte ihren Elan einbringen. „Hier werden Jugendspieler ausgebildet, die den Sprung nach oben schaffen, weil sie dort wirklich gefragt sind.“

Mosella Schweich genießt so schon lange großen Respekt in der Fußballregion, weil es mit kleinem Budget die aufstrebenden Rheinlandligisten ärgert. Fünf Talente um Leistungsträger wie Kapitän Marc Pitsch und Torjäger Lukas Jonas sollen in der kommenden Saison so wieder in das Team von Eric Schröder aufrücken, viele weitere können sich über die Reserve in der Kreisliga A anbieten. „Jeder weiß, dass bei der Mosella keine Gehälter gezahlt werden. Trotzdem mit der A-, B- und C-Jugend in der Rheinlandliga dabei zu sein, ist eine tolle Sache“, sagt der ehemalige Fußballer aus Schweich und Trier, der gerne den Vergleich zu einem beliebten Bundesligisten zieht.

Im Sommer absolvierte die Mannschaft ein Trainingslager in Freiburg, dem ehemaligen Studienort von Zeimet. „Wir haben in einem Hostel gewohnt, das Jugendinternat des SC Freiburg besucht und ein Spiel der Regionalliga-Reserve gesehen, die ausschließlich mit jungen Spielern spielt. Da haben unsere Jungs gesehen, dass man auch ohne das große Geld erfolgreich sein kann. Im Endeffekt ist unsere Philosophie ja auch die von Freiburg – nur dass wir halt ohne Geld auskommen.“

Spitzenspiel am Samstag

In den eigenen Reihen ist der Hunger auf weitere Erfolge groß – ebenso wie der Teamspirit. „Wir treffen uns im Klubheim schon zwei Stunden vor unseren Spielen und gucken Bundesliga. Oft schauen Spieler aus der ersten Mannschaft bei uns vorbei und wir bei ihnen, weil man sich als große Mosella-Familie kennt.“

Am Samstag wartet auf den SC Freiburg der Rheinlandliga nun eine echte Härteprobe. „Ich freue mich auf das Spiel gegen Betzdorf, wir arbeiten die Woche über schon sehr konzentriert, was ein gutes Zeichen ist“, strahlt Zeimet, der mit seinem Team weiterhin die Ligarivalen ärgern will. Und bei den traditionellen Spielen am Montag auch gerne die erste Mannschaft. Mosella-Familie hin, Mosella-Familie her.

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Kommentare (4)

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  1. Charly sagt:

    Das ist zu 100% richtig was Du sagst, aber es packt nicht jeder Jugensspieler die Rheinlandliga, das dann Kenn und Issel immer Leer ausgehen ist nicht ok. Hätte man mal für ein bis drei Jahre gute Jugendspieler(die dann zusammen in der C-Klasse zeigen Könnten was sie drauf haben) bin ich überzeugt nicht mehr lange der C-Klasse anzugehören. Genauso glaube ich auch das wir uns darüber nicht mehr lange gedanken machen müssen, weil es dann die Fußballabteilung in den beiden Vereinen nicht mehr geben wird.

  2. Jugendspieler sagt:

    Zunächst einmal zu Kommentar 1: Leider ist es tatsächlich so, dass wir nicht Aufsteigen dürfen. Aber so ein großes Problem liegt darin nicht! Ich hab selbst 2011 mit der damaligen C-Jugend Mannschaft die Rheinlandmeisterschaft errungen. Die A-Jugend hat ja damals bekannter Maßen das grandiose Double gewonnen. Manchmal ist es sogar besser in der Rheinlandliga oben um die Meisterschaft mitzuspielen(schließlich ist das auch ein überregionales, hohes Niveau) als in der Regionaliga mit Abstiegssorgen zu kämpfen!

    Kommentar 2: „Mit fremden Federn schmücken?“ Klar haben Issel und Kenn einen Anteil daran, dass die JSG seit vielen Jahren erfolgreich in der Rheinlandliga am Start ist, weshalb sie in dem Bericht eine Erwähnung verdient hätten. Eine wichtige und aussagekräftige Information ist allerdings, dass der Anteil an Spielern von Issel oder Kenn in einem äußerst kleinem Rahmen bei den Rheinlandligamannschaften ist (sprich C-,B-,A-Jugend Rheinlandliga).

    Es ist nunmal so, wenn man 6 Jahre (von C-Jugend – A-Jugend) in der Rheinlandliga kickt und viele, harte Vorbereitungen/Trainingseinheiten auf sich genommen hat, das man am Ende nicht in der Kreisliga C landen will…

    Und die TuS Mosella ist im Herrenbereich nunmal ein renommierter Club, der den Jungs aus dem eigenem Stall die Chance bietet in der Herrenrheinlandliga Fuß zu fassen! (Was hier in dieser Region auf die Art und Weise seines gleichen sucht!)

  3. Charly sagt:

    Ist ja alles schön und gut, sich mit fremden Federn zu schmücken.
    Genauso ein großer Anteil hat Issel und Kenn, die schliesslich die Jugend mitfinanzieren aber am wenigsten davon haben. Mal sehen wie lange deren Mitglieder das noch mitmachen.
    Als ich die Kosten der Jugend auf der Versammlung gehört habe, Frage ich mich, Warum? Ist das nötig? Für die C und D Klasse?
    Wenn Schweich das möchte das die Jugend so hoch spielt,sollte man sie auch unter dem Schweicher Paß spielen lassen, den wenn Sie Spielerich gut sind, sind sie sowieso nicht mehr zu halten.(Für Issel u. Kenn)
    Das Schweich an Issel und Kenn Kein Interesse hat, sieht man doch schon alleine daran das man drei Mannschaften im Spielbetrieb hat. Ja nichts an beide Vereine abgeben.

  4. Aufstieg sagt:

    Aufsteigen dürfen Sie aber leider nicht, da JSG’s nicht höher als Rheinlandliga spielen dürfen, war ja vor 2 Jahren schon mal so…

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