Doppeltes Weihnachtsgeschenk – Rödl unterschreibt für drei Jahre

Doppeltes Glück für Trierer Basketballfans: Am Sonntagabend gewann die TBB zuerst mit 72:65 gegen Bayreuth, dann verkündete Henrik Rödl seine Vertragsverlängerung. Knapp 4500 Fans feierten ausgelassen, der Headcoach selbst zeigte sich tief bewegt. Eine gute Ausgangslage vor den schwersten Spielen der Saison und für den Basketballstandort Trier.

„Das da draußen, das habe ich noch nicht erlebt. Es war wirklich berührend, wie die Fans reagiert haben“, bedankte sich Henrik Rödl auf der Pressekonferenz nach dem Spiel mit brüchiger Stimme beim Trierer Anhang. Euphorisierte Fans hatten ihn zuvor minutenlang gefeiert.

Für TBB-Fans gab's am Sonntagabend schon Bescherung. Foto: Thewalt
Für TBB-Fans gab’s am Sonntagabend schon Bescherung. Foto: Thewalt

Zwei Gründe gab es für die Gefühlslage in der Arena: Einerseits hatte man gerade Bayreuth ohne Punkte auf den Heimweg geschickt und Tabellenplatz 5 verteidigt, andererseits kündigte der Headcoach seinen Verbleib in Trier bis 2016 bekannt. Nach turbulenten Wochen, in denen Rödl mit der TBB auf einer ungeahnten Erfolgwelle in die bundesweiten Medien schwamm, bis zur Verpflichtung von Frank Menz zudem immer wieder als Pesic-Nachfolger beim DBB gehandelt wurde, kann Basketball-Trier endlich aufatmen.

„Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Standort für mich und meine Familie ist.“

Dabei wären ernste Zweifel vielleicht gar nicht nötig gewesen. Denn der 43-Jährige war sich offenbar längst sicher: „Es war schlüssig, hier zu bleiben und den Weg der letzten drei Jahre weiter zu gehen. Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Standort für mich und meine Familie ist.“ Einen vorgezogenen Ausstieg schließt er trotz vorhandener Option kategorisch aus. Das private Umfeld und die Entwicklung der Organisation seien entscheidende Faktoren für seine Entscheidung gewesen, wenngleich die sportliche Situation nicht leichter werde: „Basketball-Deutschland ist in einer Situation wie nie zuvor, die Liga macht große Schritte.“ Mit den traditionell begrenzten Mitteln wettbewerbsfähig zu bleiben, werde „ein langer und steiniger Weg“, unterstrich TBB-Vorstand Sascha Beitzel, versprach aber: „Wir wollen Henrik eine Perspektive geben“. Zuschauerzahlen über der 4000er-Marke sind das erklärte Ziel.

Klare Sache gegen Bayreuth – TBB weiter auf Pokalkurs

Mit 4473 Zuschauern war die Arena auch gleich auf Kurs, umso erfreulicher nach der Niederlage gegen Ludwigsburg und einen Gegner, der sonst keine Rekordmassen in die Spielstätte lockt. Die gut gelaunte Menge bekam eine teils zerfahrene, teils aber auch „gewohnt“ spektakuläre Begegnung zu sehen – perfekte Dreier (Mönninghoff ) und wunderschöne Up-and-Under-Korbleger (Stewart) bis zu peinlichen Pässen ins Rückfeld (Howell) und Alley-Oops ins Nichts offenbarten die schönsten und zugleich häßlichsten Gesichter des Sports.

Kampf und Krampf gegen Bayreuth, doch Barry Stewart und die TBB behaupten vorerst Platz 5. Foto Thewalt
Kampf und Krampf gegen Bayreuth, doch Barry Stewart und die TBB behaupten vorerst Platz 5. Foto: Thewalt

Trier aber nahm den Gästen mit erneut hochaggressiver Defense schnell das Heft aus der Hand, lag zur Pause schon mit 38:21 klar in Führung. Seiferth, Harper und der vollkommen glücklose Chikoko schwächelten zwar gegen den großen Frontcourt des BBC, doch die TBB dominierte weiter.  Der Vorsprung erhöhte sich auf bis zu 23 Punkte, auch, weil bei den Gästen einfach gar nichts fallen wollte. Der Heimsieg schien im dritten Viertel bereits eine ausgemachte Sache. Das muss auch die Mannschaft gedacht haben, denn anders ist der anschließende Totalausfall nicht zu erklären – Bayreuth fand den Korb wieder und legte, angeführt von Simon Schmitz, mit 30 Punkten in 10 Minuten eine echte Aufholjagd hin. Sogar Arvydas Siksnius, bislang nur durch sportliche und unsportliche Fouls an Nate Linhart aufgefallen, trug sich mit zwei Dreiern ins Scoreboard ein.

Allein, vergeblich war die späte Mühe: die TBB spielte den Vorsprung noch umsichtig über die Zeit, holte damit den achten Sieg in trockene Tücher. Wichtige Punkte, denn die TBB steht vor der schwersten Woche der Saison: Innerhalb von sieben Tagen stehen Begegnungen mit Bamberg, Ulm und Quakenbrück ins Haus – die Crème de la Crème der Liga. Gut, dass mit Rödls Unterschrift schon ein Geschenk unter dem Weihnachtsbaum der TBB-Fans liegt.

Statistik

TBB Trier: Stewart (15), Mönninghoff (15), Harper (8), Linhart (7), Bucknor (6), Howell (5), Doreth (5), Chikoko (5), Seiferth (4), Saibou (2)

BBC Bayreuth: Schmitz (12), Bailey (11), Cain (7), McGhee (7), Siksnius (7), Hamilton (6), Schmidt (6), Simon (5), Spöler (2), Zeis (2)

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