TBB Trier: Klasseleistung beim Heimsieg gegen Braunschweig

TBB gewinnt 78:76 in einer zeitweise hochkarätigen Partie

Es ist ein Befreiungsschlag: Gegen die favorisierten New Yorker Phantoms Braunschweig feiert die TBB am Samstagabend einen Heimsieg. Angeführt von Andi Seiferth (23) und Laurynas Samenas (17) zeigte Trier phasenweise Spitzenbasketball. In der Schlussphase behielten Anderson und Hughes einen kühlen Kopf.

Sahnetag für Samenas: Der Litauer attackierte pausenlos und kam auf 17 Zähler. Foto: Thewalt
Sahnetag für Samenas: Der Litauer attackierte fleißig und kam auf 17 Zähler. Foto: Thewalt

Alle negativen Vorzeichen schienen sich zu bewahrheiten, als die Gäste aus Braunschweig das Geschehen der Anfangsminuten diktierten. Die Gäste zogen bis auf 8:17 davon, trafen nahezu jeden Wurf, und vor allem Isaiah Swann lieferte die befürchtete One-Man-Show ab. Zur Pause notierte der Ausnahmespieler bereits unglaubliche 22 Punkte.

Die TBB zeigte dabei keineswegs schlechten Basketball, traf aber ihre offenen Versuche nicht. Randnotiz: Nach einem Foul gegen Bucknor und dessen vehementer Unschuldsbeteuerung erkundigte sich Schiedsrichter Neubecker beim vermeintlichen Opfer, Aaron Doornekamp, über die Richtigkeit der Entscheidung.

Der war ehrlich genug, Bucknors Version zu bestätigen – das Schiedsrichtergespann nahm die Entscheidung zurück. Die 2827 Zuschauer honorierten dies mit Beifall, mussten aber bang mitansehen, wie die Phantoms der TBB dessen ungeachtet das eigene Spiel aufzwangen.

Trier nach glücklosem Beginn ebenbürtig

Anderson lässt Florence fliegen. Der Kanadier verwandelte einige Big Points an der Freiwurflinie. Foto: Thewalt
Pump fake! Anderson lässt Florence fliegen. Foto: Thewalt

Erst im  zweiten Viertel schaffte Trier die Wende. Mit einer regelrechten Shutdown-Defense gegen Swann und Kollegen sowie konsequent herausgespielten Würfen, die nun auch endlich fallen wollten, egalisierte Trier den Rückstand, und erarbeitete sich im weiteren Verlauf sogar eine leichte Überlegenheit. Nachdem anfänglich noch allzu viele Angriffe über Seiferth liefen, der sich im Post-up gegen Visser aufrieb, wurde das Trierer Angriffspiel erheblich variabler. Hughes‘ spektakulärer Up-and-under-Korbleger zum 36:36 markierte den passenden Schlusspunkt einer basketballerisch ausgeglichenen ersten Halbzeit.

Die bereits hohe Intensität steigerte sich im dritten Viertel nochmals, beide Teams kämpften mit harten Bandagen. Die TBB konnte ihr Defensivlevel erstaunlicherweise konstant halten und zwang Braunschweig wiederholt dazu, die 24 Sekunden voll auszuspielen – zweimal mit dem Resultat einer Shot Clock Violation und einer Reihe von Airballs. Ward und Chikoko doppelten effektiv gegen Swann, der sich in der Folge nicht mehr wie gewohnt entfalten konnte.

Vom Krisenherd Rebounding war indes nichts zu sehen: Mit energischem Nachfassen und 33 zu 32 Rebounds gab sich Trier endlich einmal keine Blöße. Braunschweig hielt dennoch stets einen knappen Vorsprung aufrecht; ein mentaler Vorteil, der erst im Schlussviertel beseitigt werden konnte. Zum Auftakt gab es endlich den ersehnten Führungswechsel: Vitalis Chikoko holte sich ein überfälliges Erfolgserlebnis und besorgte das 58:57 aus Trier Sicht.

Kein Einbruch in der Schlussphase, Trier eiskalt von der Linie

Subtile Freude bei Henrik Rödl. Foto: Thewalt
Subtiler Ausdruck von Freude, Marke Rödl. Foto: Thewalt

Trier konnte den Vorsprung sogar ausbauen: Samenas und der inzwischen heißgelaufene Seiferth erhöhten auf 65:59, während die Defensivmaschine unbeirrt auf Hochtouren lief. Trier penetrierte die Braunschweiger Zone sehr viel konsequenter als der Gegner und provozierte damit immerhin 23 Freiwürfe (18 verwandelt).

Zum Trierer Vorteil erwiesen sich Samenas (4/4), Anderson (4/4), Hughes (4/6) und Seiferth (5/7) als sichere Freiwerfer in der Schlussphase. Braunschweig machte es trotzdem wieder eng; in einer nervenzerfetzenden Crunchtime wurden sowohl Swann als auch Samenas unabhängig mit technischen Fouls bedacht.

Am Ende behielt die TBB aber hauchdünn die Oberhand. Die Phantoms flüchteten sich in einseitige Dreierversuche, trafen aber nicht hochprozentig genug – Swann konnte dem Spiel seinen Stempel nicht mehr aufdrücken. Seiferths Gamewinner zum 75:71 bei 15 Sekunden Restspielzeit machten den Favoritensturz schließlich perfekt. Henrik Rödl wirkte sichtlich zufrieden: „Wir sind über die Verteidigung wieder ins Spiel gekommen. Es war ein ganz wichtiger Sieg für uns“.

Der Coach hob insbesondere die Leistung von Vitalis Chikoko hervor: „Er hat uns heute extrem geholfen, auch, wenn einige vielleicht mehr Punkte gemacht haben“. Mit dem Sieg konsolidiert Trier Tabellenplatz 14, steht nun allerdings vor dem schweren Gang nach München.

Statistik

TBB Trier: Seiferth (23), Samenas (17), Ward (9), Anderson, Hughes (je 8), Chikoko (6), Bucknor (4), Schmidt (3), Mönninghoff (0)

New Yorker Phantoms Braunschweig: Swann (29), Visser (14), Doornekamp (10), McElroy (8), Florence (8), Pluskota (4), Kulawick (3), Nana (0)

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