TBB Trier: Eine La-Ola in Bus 4 und grüne Herzen

Aus Bus Nr.4 und Bonn berichtet Vinzenz Anton (Text und Bilder)

Die TBB Trier hat das Derby in Bonn deutlich verloren. Für die 500 Fans war der Tag trotzdem ein Highlight. 5vier fuhr in Bus 4 mit und berichtet von der Tour.

Vinzenz Anton

Die Arme nach oben - die Fans der TBB sorgten in Bonn für Stimmung. Foto:Vinzenz Anton

Um 13.30 Uhr begann der historische Tag mit dem Rekordauswärtsspiel für viele der knapp 500 TBB-Fans. Von der Dasbachstraße aus wollte man gemeinsam den Triumphzug über Bonn starten. Alexander Schmoll gab sich bei einem Blick auf die riesige Unterstützung vor dem Spiel noch kampfeslustig  und sagte schmunzelnd: „Wir werden in den Telekom-Dome einfallen.“

Insgesamt neun Fanbusse, die vom Fanbeirat der Treveri Basketball AG spendiert wurden, machten sich um 14 Uhr auf den Weg ins 160 Kilometer entfernte Bonn. Zum Derby beim alten Rivalen. Finanziert wurde die Fahrt von einer Pfandbecheraktion des Fanbeirates, die es auch weiterhin zu unterstützen gilt. Ein junger Fan zeigte sich ganz begeistert von der Aktion „Gratis nach Bonn“: „Ich finde es super, dass Geld gesammelt wurde, um den TBB-Fans die Auswärtsfahrt von Trier nach Bonn zu spendieren. So etwas ist sinnvoll – im nächsten Jahr gerne wieder.“

Rund 100 Minuten dauerte die Hinfahrt in Bus 4 – und die ging locker und lustig über die Bühne. Manche Fans führten sich noch einmal den Auswärtssieg in Bonn aus dem letzten Jahr zu Gemüte, schwelgten in Erinnerungen, andere schlossen schon einmal Wetten auf das Ergebnis ab. Das Gemeinschafts- und Wir-Gefühl der Trierer Fans wuchs, was man an einer busübergreifenden La Ola-Welle erkennen konnte. Und dann war der komplette Tross um 16 Uhr auch schon in Bonn angekommen. „Hurra, hurra, die Trierer, die sind da!“, ertönte es in lauten Sprechchören, mit denen die Fans den Dome betraten.

„Unser Herz schlägt grün!“

Der Gästefanblock wurde geentert und befand sich komplett in grün-weißer Trierer Hand, was die TBB-Fans mit dem Spruch „Unser Herz schlägt grün!“ deutlich machten. In beiden Fanlagern kam nun so richtig Derbystimmung auf, was die defekte Spieluhr und die damit verbundene Verzögerung von 17 Minuten aus Sicht der Fans so gut überbrückte. Philip Zwiener beispielsweise nutzte die ungewohnt lange Aufwärmzeit, um Fußball zu spielen.

Als nach einer Viertelstunde endlich Basketball gespielt werden konnte, begann das Spiel aus TBB-Sicht optimal, da man die ersten Korbpunkte unter frenetischem Jubel der Trierer Anhänger erzielen konnte. In der Folgezeit gab es auf beiden Seiten Läufe, die aber immer wieder gestoppt werden konnten. Positiv stimmte die rund 500 Trierer Fans, dass schon im ersten Viertel bei der TBB zwei Dreier saßen. Doch leider gelang in den folgenden Vierteln nur noch ein Wurf jenseits von der 6,75-Meter-Linie, was die Hoffnungen der Fans auf einen Auswärtssieg schmälerte.

Bonn spielte wie ein Playoff-Anwärter, clever, cool, abgezockt. Zur Pause führte das Team um einen bärenstarken 38-jährigen Center Chris Ensminger mit 43:32.

„Müssen uns entschuldigen“

Die Halbzeitansprache  von Rödl schien kurz und knackig gewesen zu sein, da die Trierer schon früh wieder aufs Parkett zurückkamen – doch sie blieb wirkungslos. Die TBB fiel in alte Muster zurück: Vor geraumer Zeit war die TBB für ihr schwaches drittes Viertel bekannt, was sich in Bonn leider wieder bestätigte. Aus einem Elf-Punkte-Rückstand zur Halbzeit war binnen kürzester Zeit ein 25-Punkte-Rückstand angewachsen, was verständlicherweise der Trierer Fanseele schmerzte. Den Einbruch konnte sich auch Philip Zwiener nicht erklären: „Wir sind enttäuscht, da wir uns alle viel mehr vorgenommen hatten. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und uns bei unseren tollen Fans entschuldigen, an denen es heute sicherlich nicht gelegen hat.“

Trier bewies zwar Moral und kämpfte sich immer wieder zurück, doch es war nurVinzenz Anton ein kurzes Aufbäumen, da die TBB den Bonnern nicht wirklich etwas entgegenzusetzen hatte. Wach gerüttelt wurden die TBB-Fans, als aus dem Trierer Block ein Plastikbecher aufs Spielfeld flog. Fastbreak-Vorsitzender Alexander Schmoll distanzierte sich vom Vorfall und erklärte, dass der „Bösewicht“ nicht aus dem direkten Fanumfeld käme und auch noch nie auf einem Auswärtsspiel mitgefahren sei. Auch die TBB-Fans distanzierten sich sofort von diesem peinlichen Vorfall mit „Raus-aus-unserem-Block“-Sprechchören.

Trotzdem zogen die Verantwortlichen des Fanbeirates und von Fastbreak Trier ein sehr positives Fazit der Auswärtsfahrt. Laut Schmoll sei besonders positiv, dass viele Fans zum ersten Mal die TBB auswärts unterstützen hätten und dies auch hoffentlich noch häufiger tun werden. Dazu haben alle Interessierten noch die Gelegenheit bei den nächsten beiden und zugleich letzten Auswärtsspielen der Saison in Gießen und Ulm. Schmoll nahm noch gesondert zur Becherwurfattacke Stellung: “ Der Becherwurf war dumm und überflüssig. Es ist schade, da das letztendlich allen Trierern zugeschrieben wird. Trotzdem war die Stimmung sehr gut und es war gute Werbung für den Basketball in der Stadt.“

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