Virtuelles Datenrepositorium (ViDa) geht online

Neuer Baustein für Informationsinfrastruktur an der Universität Trier verfügbar

In Forschungsprojekten werden Primärdaten in großem Umfang gesammelt, mit Metainformationen erschlossen und ausgewertet; die Projektergebnisse werden anschließend der Forschung in Veröffentlichungen zur Verfügung gestellt. Ein Problem bildet dagegen normalerweise der Zugang zu den Primärdaten: Er bleibt in der Regel auch interessierten Fachleuten verwehrt. ViDa soll Abhilfe schaffen.

Nach Projektabschluss werden die mit viel Arbeitsaufwand erhobenen Forschungsdaten zumeist nur auf lokalen Datenträgern gespeichert. In herstellergebundenen Dateiformaten erstellt, sind sie in wenigen Jahren nicht mehr lesbar und damit für die wissenschaftliche Arbeit verloren.

Mit dem Aufbau eines Virtuellen Datenrepositoriums (ViDa) hat die Universität Trier in einem dreijährigen Modellprojekt die technische Basis geschaffen, Forschungsdaten über den technologischen Wandel hinweg längerfristig zu sichern und für künftige wissenschaftliche Vorhaben bereitzustellen. Für den Sonderforschungsbereich 600 (SFB 600) „Fremdheit und Armut“ ist eine modellhafte Software-Lösung entwickelt worden, um Datensammlungen aus verschiedenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen online zugänglich zu machen. Das Datenrepositorium entstand in einem Gemeinschaftsprojekt des Informationsinfrastruktur-Projektes des SFB 600 und des Zentrums für Informations-, Medien- und Kommunikationstechnologie (ZIMK) an der Universität Trier.

Während der über zehnjährigen Laufzeit des SFB 600 haben Forschende aus mehr als 20 Teilprojekten ihre Primärquellen (u.a. Urkunden, Verwaltungsschriftgut, religiöses Schrifttum, Bildquellen) in der ebenfalls für den SFB 600 entwickelten virtuellen Forschungsumgebung FuD erfasst. Nun können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diese Forschungsdaten in das Datenrepositorium übertragen und so zur wissenschaftlichen Nachnutzung zugänglich machen. Hierbei werden die Daten in die Auszeichnungssprache XML überführt und mit Metadaten angereichert. Die Datengeber legen die Nutzungsbedingungen für ihre Daten individuell fest. Forschende, die bei ihrer Recherche im Datenrepositorium auf eine Datensammlung stoßen, die sie z.B. für weiterführende Sekundäranalysen nutzen wollen, können diese nach persönlicher Anmeldung am System entweder direkt herunterladen oder eine Anfrage auf Freigabe stellen.

Das Datenrepositorium bietet die Möglichkeit, die in den DFG-Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis vorgesehene Empfehlung, Primärdaten für einen Zeitraum von zehn Jahren aufzubewahren, auf innovative, nachhaltige Weise umzusetzen. „Mit dem Datenrepositorium werden unsere Primärdaten digital gesichert; neue Forschungen mit ‚alten‘ Daten können angestoßen werden“, so der Sprecher des SFB 600, Prof. Dr. Herbert Uerlings.

Beim Datenrepositorium handelt es sich wie bei der Virtuellen Forschungsumgebung FuD um eine Open Source-Software, die zur Nachnutzung für wissenschaftliche Vorhaben zur Verfügung steht. In der nächsten Ausbaustufe soll das Datenrepositorium zu einem universitätsweiten Dienstleistungsangebot weiterentwickelt werden. Auch Projekte externer Forschungseinrichtungen können die Dienstleistungen des ZIMK in Anspruch nehmen.

Ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Softwareprodukten und Serviceangeboten wollen das ZIMK und die Arbeitsgruppe FuD fortführen. So ist u.a. geplant, bei der Weiterentwicklung von FuD zu einer zentralen Arbeitsplattform für Projekte an der Universität Trier oder der Beratung in Fragen des Forschungsdatenmanagements zu kooperieren. Selbstredend hängt dieses Vorhaben von geeigneten Rahmenbedingungen wie beispielweise der Verfügbarkeit adäquater Ressourcen und organisatorischer Strukturen ab.

Weitere Informationen: https://vida.uni-trier.de

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