Nach den Dunks der große Dank – 78:59 gegen harmlose Wölfe

Von Vinzenz Anton

Die TBB Trier fuhr am Samstagabend gegen den Mitteldeutschen BC einen ungefährdeten 78:59-Sieg ein und schließt die Hinrunde mit einem positiven Punkteverhältnis ab. Die erste Pokalteilnahme seit neun Jahren rückt in greifbare Nähe.

Die von Fans frenetisch gefeierten Spieler bedankten sich nach dem letzten Spiel in diesem Jahr mit folgenden Worten bei ihren Anhängern: „Danke an die besten Fans der Liga für die fantastische Unterstützung .“ Damit wollten sich die Spieler nicht nur bei den gut 40 Fans bedanken, die vergangenen Mittwoch den weiten Weg nach Ulm auf sich nahmen und eine Auswärtsschlappe erlebten. Bevor Henrik Rödl mit den Fans feiern konnte, wurde auch noch Basketball gespielt. Der Tabellenvierzehnte MBC aus Weißenfels traf auf Gastgeber, die nach zuletzt drei Niederlagen dringend einen Sieg benötigten, um den Traum von einer Pokalteilnahme zu wahren. Andi Seiferth und Barry Stewart sorgten mit einem frühen 4:0 für einen Blitzstart. Der Beginn des ersten Viertels war auf beiden Seiten von Ballverlusten geprägt, doch der TBB gelang es – angeführt von einem bärenstarken Nate Linhart – immer besser, ihren Spielrhythmus zu finden.

Dankesbotschaft an die Fans: Mathis Mönninghoff und Brian Harper im Postgame-Interview. Foto: Thewalt

Dankesbotschaft an die Fans: Mathis Mönninghoff und Brian Harper im Postgame-Interview. Foto: Thewalt

Da in der Offensive bis zum Spielende fast alle eingesetzten Trierer punkten konnten und die Defensive, angetrieben insbesondere durch Stewart und Linhart, ebenfalls brillierte und nur wenig zuließ, führte man nach dem ersten Spielabschnitt mit 22:13. Viele der 4974 Besucher rieben sich im zweiten Viertel verwundert die Augen, denn plötzlich punktete der MBC und auf Trierer Seite schien der Korb wie vernagelt. Auch die Trierer Reboundüberlegenheit änderte nichts an der Tatsache, dass der MBC besser in die Partie kam und von Trierer Fehlern profitierte: So verdribbelte sich zuerst Center Andi Seiferth, gefolgt von einem Ballverlust von Brian Harper. Das nutzten die Weißenfelser, die eine Handvoll Fans mitbrachten, um beim 30:20 eine 8:0-Serie zu starten und kurz vor der Halbzeit auf 30:28 zu verkürzen, womit die Moselaner noch zufrieden sein mussten, da auch der Ausgleich möglich gewesen wäre.

Trier dominiert im dritten Viertel

Brian Harper erlöste sein Team mit dem ersten Punkt in Halbzeit zwei per Freiwurf, stoppte damit den Run der Gäste (31:28) und eröffnete das beste Trierer Viertel an diesem Abend. In der 23. Minute gelang es dem ansonsten unauffälligen Jarrett Howell, den Ball aus dem Dribbling heraus hoch in die Zone zu werfen, welchen Brian „Air“ Harper aus vollem Lauf in der Luft erwischte und mit einem krachenden Flug-Dunking zum 33:30 vollendete. Ähnliche Kunststücke zauberte das kongeniale Pärchen Harper/Howell auch schon in der Vergangenheit aufs Parkett. Verdientermaßen wird „Air“ Harper  seine Dunkings auch beim Allstar-Day am 19. Januar 2013 in Nürnberg vorführen können.

Barry Stewart (Mitte), Nate Linhart (rechts): Säulen des Trierer Spiels. Foto: Thewalt

Barry Stewart (Mitte), Nate Linhart (rechts): Säulen des Trierer Spiels. Foto: Thewalt

Für die Basketball-Demonstration der TBB in den letzten beiden Vierteln fand Gäste-Coach Silvano Poropat bemerkenswerte Worte: „Es war eine miserable zweite Halbzeit von uns und eine großartige von Trier. Deshalb ist es ein verdienter Sieg.“ Am Sieg hatte neben Linhart, der immer wieder Lücken in der Weißenfelser Defensive fand, auch Barry Stewart maßgeblichen Anteil, der im dritten Viertel zwei Dreier verwandelte. Nate Linhart, der angab, im Sommer gezielt Lauftraining absolviert zu haben und davon nun zu profitieren, beschrieb zusammenfassend die Situation des Teams wie folgt:“Wir haben eine gute Hinrunde gespielt und müssen sehen, dass wir so weiter machen!“

„Sind konkurrenzfähig“

Mit einer 53:35 Führung ging die TBB Trier ins Schlussviertel und machte zunächst genauso weiter, wie sie im dritten Viertel aufgehört hatte. Vitalis Chikoko und Mathis Mönninghoff spielten wichtige Minuten; nachdem Mönninghoff und Harper einnetzten, betrug der Vorsprung zwischezeitlich sogar 30 Punkte (74:44). Der MBC rappelte sich nochmal auf, so verwandelte der von einigen Schiedsrichterentscheidungen sichtlich genervte Malte Schwarz  in der Schlussphase noch zwei Dreier. Es folgten teils sehenswerte Einzelaktionen der Gäste, die am klaren Endstand aber nicht mehr rütteln konnten. Am Ende stand ein 78:59 zu Buche, mit dem sich die Chancen auf eine Teilnahme an der K.O.-Ausscheidung zum BBL-Top-Four-Turnier massiv erhöhen – die Entscheidung fällt jedoch erst am kommenden Sonntag, den 6. Januar, gegen die Telekom Baskets Bonn (17 Uhr).
Henrik Rödls Fazit fiel, auch hinsichtlich der gesamten Hinrunde, dementprechend positiv aus: „Wir hatten nicht ganz unser Selbstvertrauen, deshalb ein großes Lob an meine Mannschaft, weil sie gekämpft hat. Ich bin zufrieden und habe im dritten Viertel die Jungs spielen lassen, welche die nötige Energie aufs Feld gebracht haben. Insgesamt bin ich froh, dass wir besser dastehen als letztes Jahr und konkurrenzfähiger sind.“

Statistik

TBB Trier: Stewart (14), Linhart (13), Harper (12), Chiko (11), Mönninghoff (10), Saibou (6), Seiferth (6), Bucknor (5), Doreth (1), Howell (0), Buntic (0), Lopes (0)

Mitteldeutscher BC: Beidler (10), Vilhjalmsson (9), Leutloff (9), Uskoski (7), Heyden (6), Schwarz( 6), Timberlake (4), Wachalski (3), Lange (3), Curry (2)

Viertelstände: 22:13, 8:15, 23:7, 25:24

Zuschauer: 4974

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