„Ich liebe das, was ich tue.“

Christian Held im Interview Teil 3

Wie ihr schon gelesen habt, haben wir Christian Held einen halben Tag lang in seiner Funktion als Co-Trainer begleitet. Heute lest ihr den persönlicheren Teil der Interviewreihe, nachdem ihr schon seine Aussagen über sein Funktion als Assistenztrainer und die Situation des Jugendbereiches erfahren konntet.

Wie sieht dein Tagesablauf aus? Ist ein Tag wie heute ein Standardtag?

Ich stehe früh auf, je nachdem wie viel ich zu tun habe schon vor 6 Uhr. Das ist okay, da ich ein Morgenmensch bin. Ich bin in der Regel bis 9 Uhr am Schreibtisch und fahre anschließend in die Halle. Von 10:00 bis 12:00 Uhr geht das 1. Training. Dann gibt’s Mittagessen bis ich wieder zurück an den Schreibtisch gehe. Zwischendurch muss ich viel telefonieren. Dann folgt das zweite Training und abends um 20:30 Uhr bin ich durch. Oft stehen aber auch noch abends Gespräche und Treffen an. Denn es ist viel zu tun, ich brauche die Zeit.

Es ist viel zu tun, ich brauche die Zeit. Gerade als Jugendkoordinator UND Assistent-Coach. Vor allem in der Jugend müssen viele Gespräche stattfinden, auch mit anderen Vereinen.

Christian Held Foto: RÖMERSTROM Gladiators Trier

Dein Tag besteht also fast komplett aus Basketball. Jetzt mal ganz technisch: Machst du dann Überstunden? Stehen auch bei dir Soll-Wochenstunden im Arbeitsvertrag?

Ich bin kein Jurist, aber ich denke, dass die da stehen müssen. Es ist wie in jedem Beruf: Wenn man vorankommen möchte und Ambitionen hat, zählt man sowas nicht. Ich liebe das, was ich tue und zähle dabei nicht die Stunden. Ich schätze es sehr das tun zu dürfen, was mir Spaß macht, jeden Morgen aufs Neue.

In einem so voll gepackten Tag, was hat denn da nichts mit Basketball zu tun?

Ich habe 2 kleine Kinder, zweieinhalb Jahre und drei Monate. Meine freie Zeit versuche ich vor allem für sie zu nutzen. Ich bin ein Familienmensch, habe drei Geschwister. Ich genieße die Zeit mit meiner Familie. Aber mein Hobby ist Basketball, daher gucke ich viele Spiele – auch außerhalb meiner Berufstätigkeit.

Stichwort Familie: Wie haben deine Frau und deine Kinder deine Entscheidung beeinflusst, selber Headcoach zu werden? Hast du lange nachdenken müssen, das Angebot anzunehmen?

Man überlegt immer, gerade wenn man die Familie im Hintergrund hat. Aber es war trotzdem eine sehr schnelle Entscheidung, die auch von meiner Frau mitgetragen wurde und wird.

„Man muss eine natürliche Autorität mitbringen.“

Du wirkst nicht wie ein Mensch, der seinen Blick auf Probleme richtet. Trotzdem die Frage: Könnte dein junges Alter zu einem Problem werden, wenn du bald der oberste Entscheidungsträger bist?

Überhaupt nicht. Ich glaube das hat nichts mit dem Alter zu tun. Drei andere Dinge sind entscheidend: Man muss eine natürliche Autorität mitbringen, ich denke das tue ich, ohne mir jetzt auf die Schulter klopfen zu wollen. Man kann das zu einem gewissen Grad lernen, aber die Anlagen müssen vorhanden sein. Das andere ist die Erfahrung, die man im Basketball gesammelt hat. Ich bin damit aufgewachsen und habe für mein Alter einen sehr breiten Erfahrungsschatz. Seit 2009 arbeite ich hauptberuflich im Basketballgeschäft.

Ich durfte immer von guten und erfahrenen Trainern lernen. Aktuell von Marco (van den Berg), ich war in Gonzaga, bei Svetislav Pesic in Belgrad, habe die litauische Schule kennengelernt, war bei Chris Fleming in Bamberg, bei Henrik Rödl in Trier, Sebastian Machowski in Braunschweig und noch einige mehr. Daher denke ich, dass ich die nötige Erfahrung mitbringe.

Einer von vielen Lehrern, die Christian Held beeinflusst haben: Henrik Rödl

Das Dritte ist, dass die Spieler das Gefühl haben müssen, dass man sie persönlich weiterbringt. Auch wenn man Entscheidungen trifft, die sie erstmal nicht gut finden. Wenn ich das vermitteln kann, und ich denke das tue ich, weil ich daran glaube, werde ich als Headcoach akzeptiert, egal wie alt die Spieler sind.

Hast du denn auch gezielte Methoden, um dein Team näher zusammen zu bringen? Und worauf legst du im Umgang untereinander besonders Wert?

Der respektvolle Umgang miteinander ist die Basis. Man verbringt viel Zeit miteinander, da lernt man sich auf verschiedenen Wegen kennen. Marco und ich sind keine Fans von gestellten Teambuildingmaßnahmen. Wenn man hart arbeitet und jeder sieht, wie hart auch der andere arbeitet, dann bekommt man genügend Anerkennung. Darauf kann man ganz viel aufbauen.

Das war es mit dem Interview mit Christian Held. An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass, zumindest theoretisch, auch er an unserem Gewinnspiel für das nächste Heimspiel teilnehmen könnte. Seht euch das mal an.

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