Regionalliga: Thomas Kraus verlässt Eintracht Trier im Sommer

Von Florian Schlecht

Einen Tag nach dem Einzug ins Rheinlandpokal-Halbfinale steht der erste Abgang bei Eintracht Trier fest. Thomas Kraus wird nach 5vier-Informationen zu einem ambitionierten Traditionsverein der Regionalliga West wechseln. „Das stimmt“, bestätigte der Offensivspieler, der im Sommer 2010 an die Mosel kam und 67 Spiele für den SVE bestritten hat. „Ich hatte hier zwei erfolgreiche Jahre und werde weiter bis zur letzten Sekunde alles geben“, unterstreicht der 25-Jährige.

120 Punkte, ein Pokalsieg und der Wunsch vom gelungenen Abschied: Thomas Kraus verlässt Eintracht Trier im Sommer. Foto: Anna Lena Grasmück

Am Mittwoch stand Thomas Kraus noch auf dem Rasen des Moselstadions. Mit dem gewohnten Einsatz leistete der 25-Jährige seinen Anteil am 1:0-Sieg gegen die TuS Koblenz und den Einzug ins Halbfinale des Rheinlandpokals. Falls Eintracht Trier in der neuen Saison aber tatsächlich wieder neue Wunder im DFB-Pokal erleben darf, wird Kraus das nur vom Fernseher aus verfolgen. Der Offensivspieler hat nach 5vier-Informationen ab Sommer einen Zweijahresvertrag bei einem ambitionierten Traditionsverein in der Regionalliga West unterschrieben. „Ja, das stimmt“, bestätigte Kraus auf Anfrage. Sein Arbeitspapier in Trier läuft am 30. Juni aus. „Die Gespräche mit mir wurden nach einer ersten Unterhaltung bis Ende April zurückgestellt. Mein Berater und ich haben den Klub danach in Kenntnis gesetzt, dass wir mit anderen Vereinen sprechen.“ Enttäuscht ist Kraus nach eigenen Angaben nicht. „Das ist ganz sauber gelaufen, ich habe Verständnis dafür, wie es gelaufen ist. Aber ich musste auch an meine Zukunft denken.“ Bereits einen Tag vor dem 3:1-Erfolg gegen den VfL Bochum II habe er die Mannschaft und den Trainer über den Wechsel informiert. „Ich wollte frühzeitig für Klarheit sorgen.“

Im Sommer 2010 war Kraus von der Reserve des 1. FC Köln nach Trier gewechselt. Damals lag die Eintracht am Boden, war sportlich nach einem desaströsen Jahr in die Oberliga abgestiegen und konnte nur am „Grünen Tisch“ durch Lizenzentzüge vom Bonner SC, Rot-Weiss Essen und Waldhof Mannheim gerettet werden. Seitdem erlebte die Eintracht sportlich wieder bessere Zeiten. Der Bamberger war dabei, als im ersten Jahr hinter den Überfliegern von Preußen Münster die Vizemeisterschaft errungen und der Rheinlandpokal durch einen 2:0-Erfolg gegen die favorisierte TuS Koblenz gefeiert wurde. „Stand heute haben wir in der Regionalliga seitdem 120 Punkte geholt“, sagt Kraus, der dabei auf 67 Spiele und zwölf Tore kommt. „Ich hatte hier zwei schöne, erfolgreiche Jahre. Wir hatten eine tolle Mannschaft, ich hatte mit überragenden Leuten zu tun, mit denen ich ganz sicher weiter Kontakt halten werde.“

„Ich werde bis zur letzten Sekunde alles geben“

„Einfach geil“. Der Pokal-Triumph gegen St. Pauli bleibt Thomas Kraus in Erinnerung. Foto: Anna Lena Grasmück

In Erinnerung ist ihm besonders der 2:1-Triumph gegen den FC St. Pauli in der ersten Runde des DFB-Pokals vor 9000 Zuschauern geblieben. „Ein volles Stadion, ein dramatischer Sieg, das war ein geiler Tag.“ Traurig stimmt ihn immer noch, den Aufstieg in die 3. Liga in diesem Jahr verpasst zu haben. „Das war unser Wunsch, leider haben wir den großen Wurf nicht geschafft. Dennoch ist es aller Ehren wert, was die Mannschaft geleistet hat.“

Verabschieden will sich Kraus mit der Titelverteidigung im Rheinlandpokal. Der Erfolg gegen Koblenz war ein großer Schritt, die nächste Aufgabe wartet am 8. Mai beim TuS Mayen, ehe im möglichen Finale der SV Roßbach/Verscheid warten würde. „Jeder der mich kennt, weiß, dass ich bis zur letzten Sekunde alles für Eintracht Trier geben werde. Sportlich und finanziell ist der Pokal für den Verein lukrativ und würde vieles erleichtern. Ich will mich vernünftig verabschieden und werde mir weiter den Arsch aufreißen.“

+++++Eintracht in Kürze+++++

Pokal-Halbfinale in Mayen am 8. Mai – Im Halbfinale des Rheinlandpokals tritt Eintracht Trier beim TuS Mayen an. Das Spiel beim Rheinlandligisten ist bereits terminiert und wird am Dienstag, 8. Mai, 19 Uhr, ausgetragen. Der SV Roßbach/Verscheid ist bereits ins Finale eingezogen. Der Oberligist gewann in Wirges mit 6:5 im Elfmeterschießen.

Zukunft von Hollmann, Kulabas und Pagenburg soll sich nächste Woche klären – Ob Torge Hollmann, Ahmet Kulabas und Chhunly Pagenburg bei Eintracht Trier bleiben, soll sich Ende der nächsten Woche entscheiden. Ali Bulut, der das Trio berät, war am vergangenen Donnerstag zu Gesprächen an der Mosel und gewann einen positiven Eindruck. „Trier würde die drei Jungs gerne behalten. Jetzt gilt es abzuwägen, was für sie am besten ist. Ich glaube aber, dass sie bei der Eintracht die Chancen haben, in der Regionalliga wieder ganz oben mitzuspielen.“ Hollmann bekannte gegenüber 5vier, sich „zeitnah“ entscheiden zu wollen. Der Kapitän weckt auch das Interesse von Vereinen aus der 3. Liga. Bei Jeremy Karikari und Cataldo Cozza hofft Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi „bald auf eine Unterschrift“.

Vertrag für Christoph Anton – Eigengewächs Christoph Anton, bei dem sich eine Vertragsverlängerung schon länger anbahnte (5vier berichtete), erhielt einen Kontrakt bis zum 30.6.2013.

Zukunft von Pollok in Trier ist offen – Wojciech Pollok hat in Trier noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013. Doch der Angreifer, der derzeit einen Innenbandanriss auskuriert, ist an der Mosel sportlich nicht entscheidend angekommen. Erst ein Treffer steht auf dem Konto des Neuzugangs von Preußen Münster. Gespräche über eine mögliche Auflösung des Arbeitspapieres stehen so im Raum, auch wenn das keine Seite wirklich bestätigen will. „Wir sind sicher nicht so erbaut über den Verlauf der Saison“, so Vorstandsmitglied Ernst Wilhelmi. „Beide Parteien haben sich von der Zusammenarbeit mehr versprochen, das kann man nicht schönreden“, so Berater Markus Peter. An Gerüchten, wonach Wojciech Pollok mit den Sportfreunden Siegen in Verbindung gebracht wird, will er sich nicht beteiligen. Der Traditionsverein spielt in der kommenden Saison in der Regionalliga West und ist derzeit in der NRW-Liga unmittelbarer Verfolger von Viktoria Köln. Dazu arbeitet dort Michael Boris als Coach, der Pollok noch aus seiner Zeit als Co-Trainer bei Kickers Emden kennt. „Das ist reine Spekulation. Wojciech Pollok und Michael Boris haben eine hohe Wertschätzung voneinander, aber das ist schon seit Jahren so. Es hat bislang keine Gespräche mit Eintracht Trier über eine Auflösung des Vertrags gegeben. Da begeben wir uns vorher nicht auf die Suche nach einem neuen Verein.“

+++++Gewinnspiel+++++

VIP-Tickets für Kaiserslautern-Heimspiel gewinnen – Für das Heimspiel von Eintracht Trier gegen den 1. FC Kaiserslautern II (Samstag, 14 Uhr) gibt es wieder VIP-Tickets, Steh- und Sitzplatzkarten zu gewinnen.  Teilnahmeschluss ist Freitag, der 27. April, um 12 Uhr. Hier geht es zum Gewinnspiel.

Stichworte:

Kommentare (0)

Trackback URL | RSS

Antworten

Wir freuen uns über Kommentare und möchten allen Lesern die Möglichkeit geben, kritisch zu den Themen und Artikeln Stellung zu beziehen und ihre Meinung kundzutun. Wir behalten uns das Recht vor, jeden Kommentar vor Veröffentlichung redaktionell zu überprüfen und nur Kommentare freizuschalten, die sich sachlich mit dem Thema des Beitrags beschäftigen.
Spielregeln