Die Mosel trennt Trier-West und den Rest der Stadt voneinander wie eine Mauer. Wobei Trier-West nicht gerade das höchste Ansehen beim Rest von Trier hat. Selbst Eurener und Zewener möchten oft nicht gerne mit Trier-West unter einen Hut gesteckt werden. Der Stadtteil hat nicht gerade den besten Ruf. Zeit das sich das ändert. Doch ganz so einfach ist das natürlich nicht. So etwas fuktioniert nur Step-by-Step.
Trier. Nun gehen Wissenschaftler auf die Situation von Familien und dem Leben in Trier-West und Pallien ein und analysieren diese. Dabei steht die Perspektive der Bewohner im Mittelpunkt.
Dieses Geschehen soll dazu führen, dass das Leben dort lukrativer und damit auch der Ruf der „anderen Moselseite“ angehoben werden. Derzeit hat der Stadtteil häufig mit den Vorurteilen des Rotlichts und des sozialen Brennpunkts zu kämpfen. Viele Trierer zieht es nur nach Trier-West, wenn sie am Ende der Woche Ihre PKWs in Luxemburg auftanken wollen. Die Pressestelle der Universität Trier ließ uns diesbezüglich folgenden Text zukommen:
Die Stadt Trier plant in den nächsten Jahren erhebliche städtebauliche Investitionen, um die Lebensbedingungen im Stadtteil Trier-West/Pallien nachhaltig zu verbessern. Die Raum- und Bauplanung soll sich insbesondere auch an sozialen Kriterien ausrichten. Bisher vorliegende Daten weisen auf einen erhöhten Handlungsbedarf auf dem Gebiet der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik hin. Forscher des Fachs Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Trier führen nun in Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt eine Studie durch, um eine wissenschaftliche Grundlage für die politische Diskussion zu schaffen. Ziel ist es, sozialraumorientiert die subjektiven Lebenslagen von Familien in diesem Stadtteil zu analysieren. Das Vorhaben wird mit 10.000 Euro vom Freundeskreis Trierer Universität e.V. gefördert.
An der Studie unter Leitung von Prof. Dr. Philipp Sandermann und Dr. Magdalena Joos sind im Rahmen eines Seminars auch Master-Studierende beteiligt. „Wir wollen einen neuen Blick gewinnen und rücken die individuellen Perspektiven der Bewohner und insbesondere der Familien in den Fokus. Wir wollen erfahren, wie sie ihren Stadtteil und die Stadt wahrnehmen, wo sich die Menschen gerne aufhalten und welchen Unterstützungsbedarf sie haben“, umreißt Philipp Sandermann den Forschungsfokus.
Die durch quantitative Erhebungen und qualitative Befragungen gewonnenen Daten sollen den Entscheidungsträgern Grundlagen liefern für die Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Weiterentwicklung von familienfördernden Strukturen und Leistungen für Familien. „Bei der Umsetzung von Maßnahmen können wir allenfalls moderieren, aber wir können nicht die Politik ersetzen“, zieht Philipp Sandermann auch eine Grenzlinie zwischen wissenschaftlicher und fachpolitischer Arbeit.
Das Projekt ist im November 2015 mit mehreren Informationsveranstaltungen sowie einem öffentlichen Hearing für engagierte Fachpersonen in Trier-West/Pallien angelaufen. Derzeit wird die Haupterhebungsphase des Projekts durchgeführt. Zum Abschluss im Oktober 2016 ist eine öffentliche Präsentation und Diskussion der Ergebnisse vorgesehen.
Fotos: Raphael Wlotzki // Aufnahmeort: Römerbrücke Trier
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