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Aktuelle Seite: Startseite / Titelstory / Pressekonferenz: Gesicherte Informationen zur Amokfahrt in der Trierer Innenstadt

Pressekonferenz: Gesicherte Informationen zur Amokfahrt in der Trierer Innenstadt

1. Dezember 2020 von Manuel Maus Kommentar verfassen

Es ist ein schon fast gespenstischer Anblick. Die Polizei kontrolliert die Einfahrt zum Augustinerhof. Das Theater fungiert als Anlaufstelle für Betroffene, die medizinische und seelische Hilfe in Anspruch nehmen. Der Ort, an dem sonst die Stadtratssitzungen stattfinden, ist voll von Pressevertretern. Eine Mischung aus hektischer Betriebsamkeit, Wut, Bedächtigkeit und Trauer füllt den Saal. Die Pressekonferenz im Rathaus Trier zur Amokfahrt wird von Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Innenminister Roger Lewentz, Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner, Staatsanwalt Peter Fritzen und dem Leiter der Berufsfeuerwehr Andreas Kirchartz abgehalten.

Fahrzeug-Anschlag Trier
Wolfram Leibe eröffnete und schloss die Pressekonferenz. Neben ihm Roger Lewentz und Peter Fritzen. Nicht im Bild: Dieter Ankner und Andreas Kirchartz. Foto: 5vier.de / Manuel Maus

Trier. Es sind drastische Worte, die Oberbürgermeiste Leibe zum Fahrzeug-Anschlag wählte: „Es ist der schwärzeste Tag der Stadt Trier nach dem 2. Weltkrieg.“ Er habe all die Aufmerksamkeit sehr gerne nicht erlebt. Man denke, dass so etwas immer nur woanders passiere. Aber das wäre falsch. Er möchte sich der Situation stellen, damit wir lernen, wie es zu einer solchen Tat kommen kann. Und er dankt den über 700 Einsatzkräften und der – konkreten – Solidarität aus Luxembourg, Metz und Saarbrücken.

Dem OB folgt der Innenminister von Rheinland-Pfalz Roger Lewentz. Er verwies auf die Tragödie in Ramstein, was das Mitgefühl der Menschen in Rheinland-Pfalz betrifft. Und lieferte die bestürzenden Zahlen: Vier Menschen starben [mittlerweile ist ein weiteres Opfer verstorben, A. d. R.], vier Schwerverletzte, fünf erheblich Verletzte und sechs Leichtverletzte. Hinzu kommen zwei Dutzend Traumatisierte. Ein Ereignis, dass ganz Deutschland bestürze. Auch Lewentz dankte der Polizei und Rettungskräfte und den zahlreichen Ersthelfern.

Er berichtete die bisherigen Kenntnisse: Der Täter ist 51 Jahre, in Trier geboren, in der Region lebend und wohnungslos. Spekulationen aus den „Sozialen Medien“ hätten sich eindeutig nicht bestätigt.

Mittlerweile verstarb eine fünfte Person durch die Amokfahrt

Weitere Details lieferte die Polizei Trier. Über die Konstantinstraße fuhr der Mann über die Brotstraße in die Fußgängerzone. Von dort fuhr er zickzack in Richtung Porta Nigra und bog in die Christophstraße ab. Dort konnte er, vier Minuten nach dem ersten Notruf um 13:47 Uhr, von der Polizei festgenommen werden. Dabei leistete der Alkoholisierte (1,4 Promille beim Atemtest) Widerstand.

Die Getöten seien 73 Jahre, 45 Jahre, 25 Jahre und 9 Monate gewesen. Die Mutter des Kindes läge im Krankenhaus.

  • Fahrzeug-Attentat Trier
    Einsatzfahrzeuge in der Simeonstraße. Foto: 5vier.de
  • Einsatzfahrzeuge entlang der Jakobstraße. Foto: 5vier.de

Schuldfähigkeit muss begutachtet werden

Der leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen ermittelt wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in vier Fällen sowie wegen gefährlicher Körperverletzung in vielen weiteren Fällen. Das Fahrzeug wäre dabei als Waffe eingesetzt worden. Vorbestraft sei der Beschuldigte nicht, die Vernehmung laufe noch. Terroristische, politische oder religiöse Motive scheinen derzeit unwahrscheinlich. Ein psychiatrisches Krankheitsbild könnte vorhanden sein. Morgen müsse er vor einen Richter, der entscheiden wird, ob ein Haftbefehl oder eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung erlassen wird.

Der 51-Jährige würde seit gewisser Zeit in diesem Auto leben. Es sei nicht seines, der eigentliche Besitzer hätte ihm den Geländewagen überlassen. Allerdings gäbe es keine Verbindung zwischen dem Besitzer und der Tat.

Auch die Rettungsdienste waren besonders gefordert, ergänzte Andreas Kirchartz, Leiter der Berufsfeuerwehr Trier. Auch sie, etwa 300 an der Zahl, müssen mit den Bildern leben. Er dankte der Bevölkerung, da kein Betroffener alleine und unversorgt vorgefunden wurde.

Zum Abschluss ergriff Wolfram Leibe erneut das Wort. Es gehe darum, die Traumata aufzuarbeiten. Dies wird nicht in wenigen Tagen geschehen. Morgen wird ein Trauerort an der Porta Nigra geschaffen, an dem sich jeder einfinden kann.


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1. Dezember 2020 Kategorie: FOCUS_ONLINE, Titelstory, Top Stories, Trierleben Stichworte: amokfahrt, Andreas Kirchartz, anschlag trier, Fahrzeug-Anschlag Trier, Franz-Dieter Ankner, Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Peter Fritzen, Roger Lewentz

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